Freitag, 24. November 2017

Lars Simon – Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen


  • Lars Simon – Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen
  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft 














Lennart Malmkvist führt ein ganz normales Leben in Göteborg. Er ist erfolgreich in seinem Job als Unternehmensberater und eigentlich ganz zufrieden mit seinem langweiligen Dasein.

Als sein Nachbar Buri Bolmen, der unten im Haus einen Scherz- und Zauberartikelladen hat, ermordet wird, ändert sich alles. Auf einmal geschehen seltsame Dinge in seinem Leben. Das führt dazu, dass er seinen Job verliert und stattdessen den Laden von Buri Bolmen und seinen übergewichtigen Mops Bölthorn übernimmt. Damit nimmt das Magische Einzug in sein Leben. Das Bölthorn bei Gewitter sprechen kann, ist nur eine der Überraschungen, die Lennart erwarten. 

Auf einmal muss er sich gegen einen Mordverdacht wehren, seine ehemalige Kollegin suchen, möglichst schnell alles über Magie lernen und ganz nebenbei die Welt retten. Das alles lediglich mit der Unterstützung eines übergewichtigen Mops. Ob das gut gehen kann?

Das Buch hat einen recht sperrigen Titel, der manchen vielleicht abschreckt, mich aber sehr fasziniert hat. Wirklich vorstellen kann man sich nach dem Titel nicht, um was für ein Buch es sich handelt. Aber er zeigt schon einmal, dass das Buch etwas ganz besonderes sein muss. Und das ist es auch.

So sperrig wie der Titel ist auch der Beginn des Romans. Das Buch plätschert vor sich hin, hat ausschweifende Beschreibungen, es passiert erst einmal nicht viel. Die Handlung schreitet nur sehr gemächlich voran, wer auf Action steht, sollte wohl besser Abstand von der Lektüre dieses Buches nehmen. Ich aber habe genau das beim Lesen genossen. Ich bin tief reingetaucht in die Atmosphäre des Buches, habe die ausschweifenden Sätze genossen, die ausführlichen Beschreibungen, bin voll und ganz aufgegangen in der Welt von Lennart Malmkvist.

Für mich hat sich dieser Roman als totales Highlight entpuppt. Ich mag den Witz des Buches, das Skurrile. Ich habe Lennart und Bölthorn in mein Herz geschlossen, und ich habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet. Zusammen mit Lennart bin ich in die Welt der Magie eingetaucht, habe gestaunt, gehofft und gelacht. Ich habe Lennart  beneidet um die leckeren Gerichte, die seine Nachbarin Maria für ihn kocht, habe mit ihm gelitten, wenn er Probleme hat und war einfach von Anfang bis Ende verzaubert.

Ein besonderes Buch mit Fantasyanteilen, das in meiner Familie weitere Fans in Nicht-Fantasy-Lesern gefunden hat. Ein Buch, das ich jedem empfehlen kann, der fantasie- und humorvolle Unterhaltung schätzt und der bereit ist, sich auf das langsame Tempo und die dichte Atmosphäre des Buches einzulassen.

Es ist eine Geschichte, der eigentlich jeder eine Chance geben sollte, finde ich, denn sie ist einfach ganz besonders. Ein Buch, das Lust auf seinen Folgeband macht. Kommt mit nach Göteborg!

Mittwoch, 22. November 2017

Interview mit Charlotte Lucas





Am 24. November erscheint der neue Roman von Wiebke Lorenz, ihr zweites Buch, das unter dem Pseudonym Charlotte Lucas erscheint. Ich hatte relativ spontan die Gelegenheit, sie auf der Buchmesse zu "Wir sehen uns im Happy End" zu interviewen. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt erst 25% des Romans kannte, war ich schon da total verzaubert und fasziniert von dem Buch und habe mich über diese Möglichkeit zum Austausch gefreut. Wie mir das Buch gefallen hat, könnt ihr natürlich demnächst in meiner Rezension nachlesen. Aber jetzt kommt erst einmal das Interview mit Wiebke.


(c) Anette Leister
Ella, die Protagonistin des Buches, führt einen Blog namens „Better endings“ auf dem sie alternative Enden für Bücher und Filme veröffentlicht. Wie kamst du auf die Idee von Better endings? Gab es irgendein Ende, das dich darauf gebracht hat, das du unbedingt ändern wolltest?

Ehrlich gesagt ja. Ich habe mit großer Begeisterung Dexter gesehen, diese Serie über den Serienkiller, der Gerichtsmediziner ist. Da habe ich mir alle 8 Staffeln hereingezogen und war echt begeistert. Und die letzte Folge von der finalen Staffel war so doof und so unbefriedigend, ich konnte die ganze Nacht danach nicht schlafen, weil ich mich so geärgert habe. Ich dachte, was für ein Mist, wie kann man so aufhören, weil das ja auch die letzte Staffel war. Und dann kam irgendwann die Idee, was soll denn das, ich bin Autorin, ich schreibe mir mein Ende selber. Das habe ich dann zwar nicht gemacht, aber so ist die Idee entstanden, jemand, der Geschichten, bei denen ihm der Ausgang nicht gefällt, einfach umtextet.

Und wie würdest du es als Autorin finden, wenn jemand deine Bücher umschreibt? Oder ist das schon einmal passiert?

*lacht* Nein, das ist noch nicht passiert. Das fände ich natürlich total anmaßend, das ist ja klar. Meine Enden sind ja auch immer super, die sind ja perfekt.

Vielleicht gibt es ja welche, die gerade auf das schlechte Ende stehen…

Ja, das kann sein. Aber meine Bücher gehen ja gar nicht alle so gut aus. Also die Thriller, na ja, die gehen schon irgendwie gut aus.
 Aber, na ja, es ist dann halt doch ein Roman. Ich meine, die Hauptfigur ist ja auch ein bisschen verrückt. Das ist ja wirklich schon pathologisch, die hält das ja gar nicht aus, wenn ein Buch nicht gut ausgeht. Das lässt ihr ja wirklich gar keine Ruhe. Ich hoffe nicht, dass es irgendwelchen Lesern meiner Bücher so geht, dass sie sagen, das muss unbedingt umgeändert werden. Aber man weiß es nicht.

Auch Märchen kommen in dem Buch vor. Magst du selber Märchen?

Ja, aber ich finde schon, dass viele Märchen sehr grausam sind. Gerade die alten deutschen, z.B. Hänsel und Gretel, oder ganz schlimm ist ja diese schwarze Pädagogik vom Struwwelpeter, dem Daumenlutscher werden die Daumen abgeschnitten, oder das Mädchen mit den Schwefelhölzern, das ist ja schon pädagogisch mit dem Holzhammer draufgehauen. Aber ich mag Märchen sehr gerne, ich mag auch diese Märchen-Neuverfilmungen von Disney sehr, also Arielle die Meerjungfrau und die Schöne und das Biest und was es da alles gibt.

Die haben auch immer ein gutes Ende!

Ja, das stimmt. Aber nur bei Disney. In der Originalversion von Hans-Christian Andersen bekommt Arielle die Meerjungfrau den Prinzen nicht und zerschellt zu Schaum auf dem Meer, wie sie es mit der Meerhexe ausgemacht hat. Das ist ein ganz trauriges Ende und eine ganz traurige Geschichte.
Das hat eben Walt Disney adaptiert, und die haben offensichtlich gesagt, das geht so nicht, da brauchen wir ein Happy End! Ich weiß noch, als ich den Film 1989 oder 90 im Kino gesehen habe, da habe ich die letzte viertel Stunde Rotz und Wasser geheult, denn ich kannte ja das Originalmärchen und wusste, wie es eigentlich ausgeht und war dann ganz überrascht, dass dann am Ende das Happy End kam.

In dem Roman geht es ganz viel um Märchen, um Filme, um bekannte Romane und so, das ist schon so ihre Welt, in der sie lebt, da sie unheimlich viel liest. Ella glaubt einfach daran, je mehr positive Energie man in den Kosmos schickt, umso mehr positive Energie ist halt insgesamt da, und dann wird die Welt ein besserer und schönerer Ort.
(c) Anette Leister

Ich muss sagen, ich mag Ellas Logik, die sagt: Wenn man sich die Geschichte schon ausdenkt, warum soll man den Figuren dann nicht ein schönes Ende geben! Wenn es doch eh nur fiktiv ist, warum soll ich ihnen dann noch ein schlechtes Ende geben?

Das ist ja auch richtig, warum sollte ich das? Was soll das bei Titanic? Warum muss Jack sterben? Das ist doch scheiße.
Die Brücken am Fluss, Legenden der Leidenschaft, Vom Winde verweht, Dr. Schiwago, es gibt so viele Geschichten, die am Ende tragisch sind und schlecht ausgehen...
Auch La La Land, was für ein schöner Film, mit einem traurigen Ende.

In „Wir sehen uns beim Happy End“ geht es auch um Gedächtnisverlust. War das schwierig, sich da hinein zu versetzen und dafür zu recherchieren?

Nein, ich habe mit einem Neurologen vom UKE (Universitätsklinikum Eppendorf) gesprochen, der eine Gedächtnissprechstunde hat und sich mit dem Thema sehr gut auskennt und dann habe ich noch ein ganz tolles Buch gelesen von jemandem, der sein Gedächtnis verloren hat.

Die Grundidee war natürlich, dass da auf der einen Seite jemand ist, der sich Geschichten ausdenkt, also Ella, und dann haben wir auf der anderen Seite die männliche Hauptfigur, Oscar DeWitt, die keine Geschichten mehr hat. Und dann fängt Ella an sich für Oscar, der keine Geschichte mehr hat, eine bessere, eine neuere Geschichte auszudenken.

Er hat in Wirklichkeit ein total zerstörtes Leben und weiß es nur nicht.
Nachdem sie ihn mit dem Fahrrad über den Haufen gefahren hat, wacht er im Krankenhaus auf, hat sein Gedächtnis verloren und sie kümmert sich um ihn.
Sie behauptet aus verschiedenen Gründen, sie wäre seine Schwester, damit sie zu ihm kommt, und als er sie sieht und sagt, er kennt sie nicht, will sie das schon aufklären, aber der Arzt ist gerade im Zimmer und ehe sie etwas sagen kann, sagt der Arzt: sehen sie Herr DeWitt, sie erkennen nicht einmal ihre Schwester, wir können sie so nicht entlassen, wir müssen sie auf die Psychiatrie verlegen. Er sagt, er will auf keinen Fall in die Psychiatrie, er ist ja nicht verrückt, er will nach Hause und der Arzt sagt, dass er dann aber eine rechtliche Betreuung haben muss. Das ist der Moment, in dem Ella beschließt bei ihrer Geschichte zu bleiben und sagt: Ich kann mich doch um ihn kümmern, ich bin doch seine Schwester. Sie will aus diversen Gründen verhindern, dass er in die Psychatrie kommt, sie hat damit selbst schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht.
Und dann sagt der Arzt: OK, dann nehmen sie ihren Bruder mit nach Hause, aber gehen sie behutsam mit ihm um, das Gedächtnis wird langsam wieder kommen aber konfrontieren sie ihn nicht mit irgendwelchen Dingen, die er vielleicht seelisch nicht verkraftet. Ich nehme an, dass da irgendetwas traumatisches passiert sein muss, das kann nicht von dem Sturz kommen, das muss psychische Gründe haben.

Und Ella findet leider in Oscars Leben viele Probleme, eine Sache ist schlimmer als die nächste, und sie kann ihm das nicht sagen, weil sie immer denkt er bricht ihr zusammen. Sie muss ihn die ganze Zeit belügen und immer so drum herum lavieren und ihr Lügenkonstrukt wird immer größer und größer und größer.

Als sie anfängt Gefühle für ihn zu entwickeln, hat sie natürlich die Sorge, irgendwann wenn er das herausbekommt, wenn sein Gedächtnis wiederkommt, dann bricht dieses ganze Kartenhaus zusammen und das wird er ihr nie verzeihen!
(c) Anette Leister
Aber am Ende ist ja ein Happy End!?

Es ist ein Happy End. Aber es liegt mir ja nicht so, dieses Sie reiten Hand in Hand in den Sonnenuntergang, bei mir ist das ja immer eher ein Ausblick auf OK, es hat sich alles gelöst und es gibt eine Annäherung. Aber bei dem Buch gibt es ein Happy End.

Mir persönlich gefällt „Wir sehen uns beim Happy End“ noch ein bisschen besser als „Mein perfektes Jahr“, es ist irgendwie noch besonderer.

Ich finde Ella auf jeden Fall sehr sympathisch auch wenn sie schon sehr in ihrer eigenen Welt lebt. So ganz lebensfähig…

…ist sie nicht, nein. Sie leidet ja an magischem Denken, dieser Aberglaube, dass sie durch ihre Gedanken und ihre Handlungen das Schicksal beeinflussen kann. So kommt das überhaupt dazu, dass sie sich um Oscar kümmert, ihr Freund trennt sich von ihr, sie bügelt Oscar DeWitt über, stellt fest, sein Leben liegt in Trümmern und sie schließt mit sich selbst so eine Wette ab: Wenn es mir gelingt, diesen Mann wieder glücklich zu machen, dann kommt das auch mit Philip wieder in Lot. Das ist so ein kindlicher Aberglaube. Das ist magisches Denken, das ist eine Krankheit, die es wirklich gibt. Das gehört zum Bereich der Zwangsgedanken und es gibt Leute, die das wirklich haben, die Rituale ausführen müssen, die nicht auf Rillen zwischen Steinplatten treten weil sie denken, dann passiert etwas und das hat sie eben auch.

Vielen Dank für das nette Gespräch! Ich bin gespannt auf Ellas Happy End!



Sonntag, 19. November 2017

Cara Lindon –Winterglitzern

Cara Lindon –Winterglitzern
  • Format: Kindle Edition
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 303 Seiten
  • ASIN: B076YCG36F








Als Bree von ihren Eltern zurück in ihren  kleinen Heimatort gerufen wird, um im Bed & Breakfast zu helfen, während ihre Mutter im Krankenhaus ist, kommt es für sie zur richtigen Zeit. Das Curvy Model fängt an, darüber nachzudenken, etwas anderes zu machen. Nur was, da hat sie keine Ahnung. Aber da hofft sie auf die Hilfe vom Arbeitsamt, der Studienberatung und natürlich ihrer Freundinnen Alys und Chesten.

Dass sie sich in Ben, einen Gast des B&Bs, verliebt, das war ganz sicher nicht ihr Plan. Bree geht nie feste Beziehungen ein. Das will sie gar nicht. Als sie gerade doch anfängt, darüber nachzudenken, erfährt sie etwas, dass alles zu zerstören droht. Gibt es trotzdem ein Happy End in Cornwall?

Schon der erste Band der Cornwall Seasons Reihe, Herbstfunkeln, hat mir gut gefallen. Dieser Band hat ihn aber noch übertroffen, machte es mir Bree doch irgendwie leichter als Alys, sie zu mögen. Schon im ersten Buch fand ich das Curvy Model sehr sympathisch und dieser Eindruck hat sich im Buch noch verstärkt.

Auch Ben hat mein Herz im Sturm erobert, irgendwie hatte er etwas jungenhaft süßes an sich, und das, obwohl er eigentlich sehr ernsthaft ist.

Was das Buch auf jeden Fall geschafft hat, ist meine Cornwall-Sehnsucht zu wecken (mein einziger Besuch dort ist mehr als 15 Jahre her) und mir Hunger zu machen. Bree hat ja schon in Band 1 immer wieder gebacken, und Ben ist ein begeisterter Hobbykoch. So spielt Essen in dem Buch eine durchaus große Rolle. Aber auch Hund und Katze dürfen wieder nicht fehlen. Ihr Anteil ist dieses Mal nicht ganz so groß wie in Herbstfunkeln, aber ohne sie würde auf jeden Fall etwas fehlen.

Die Geschichte ist irgendwie sehr gemütlich, sie gab mir beim Lesen ein wohliges Gefühl, es war, wie wenn ich Freundinnen begleite. Toll ist bei so einer Reihe natürlich, dass man erfährt, wie es den Helden des letzten Bandes ergangen ist, und so habe ich mich natürlich über das Wiedersehen mit Alys und Jory gefreut.


Winterglitzern ist eine wunderschöne Liebesgeschichte, die viel Spaß macht und die die Vorfreude auf den letzten Band rund um Chesten wachsen lässt!

Samstag, 18. November 2017

[WERBUNG] Besuch bei Audible

Kaum war die Buchmesse vorbei, stand für mich ein neues Highlight vor der Tür: Am Freitag, den 20.10., fuhr ich nach Berlin. Audible hatte mich zusammen mit 6 weiteren Bloggerinnen zu sich eingeladen.


Wir Blogger zusammen mit Blanka von Audible

Ich liebe Hörbücher und vor allem auch Hörspiele, und da war es natürlich total interessant, in ein Unternehmen wie Audible hereinschauen zu können.
Da Berlin nicht gerade um die Ecke von mir ist, fuhr ich bereits am Abend vorher zu meinen Eltern und machte mich dann von dort aus morgens um 6 auf den Weg zum Bahnhof und zum Zug. 5 Stunden später war ich am Ziel. Am Bahnhof warteten die anderen Mädels bereits auf mich und zusammen ging es zum Büro von Audible, das gar nicht weit vom Berliner Hauptbahnhof entfernt liegt.

Dort wurden wir total lieb von Blanka und Sylvia, zwei Mitarbeiterinnen aus dem Bereich Marketing, begrüßt.
Blanka und Sylvia


Es wurde ein wenig geplaudert und miteinander gelacht, die tolle Dachterrasse wurde gezeigt und dann gab es erst einmal ein leckeres Essen. Dazu kamen weitere Audible-Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen, so dass sich interessante Gespräche entwickelten.

Dabei hatten nicht nur wir Fragen an die Mitarbeiter, sondern sie auch an uns. An meiner Ecke des Tisches entspann sich eine Diskussion darüber, welches unsere Lieblingssprecher sind, wie wir zu gekürzten und ungekürzten Hörbüchern stehen (Audible macht ja glücklicherweise ungekürzte Hörbücher), ob es Bücher gibt die unbedingt vertont werden müssen, wie viel wir im Monat hören und viel mehr. Es war eine lockere und nette Runde, man fühlte sich einfach wohl. Man merkte auch sofort die gute Stimmung zwischen den Mitarbeitern, ich glaube die meisten von uns Bloggerinnen hätten da gerne sofort angefangen zu arbeiten. Arbeitsklima und Büroräume sind einfach nur toll!

Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es zu einer Führung durch das Haus. Wir lernten die verschiedenen Abteilungen kennen, jede erzählte uns kurz, was sie machen, wir hätten uns an vielen Stellen fast festgequatscht, aber leider reichte die Zeit immer nur für ein kurzes Hineinschauen in die Bereiche. Das war aber echt interessant. So wurde uns z.B. die Maschine gezeigt, mit der früher CDs digitalisiert wurden. Heute kommen die Dateien ja in der Regel gleich digital. Auch ein kleines Tonstudio konnten wir uns ansehen, was allerdings nicht mehr wirklich genutzt wird. Und spannend fand ich, dass auch die Kundenbetreuung für Italien und Frankreich in Berlin sitzt.

Sylvia in dem kleinen Tonstudio


Nach der Büroführung ging es dann mit einem Taxi zusammen mit Blanka zu dem Tonstudio der Lauscherlounge. Audible hatte es nämlich ermöglicht, dass wir bei Hörbuchaufnahmen dabei sein und die Sprecherin mit unseren Fragen löchern durften.


Gabriele Blum nahm an dem Tag gerade ein neues Hörbuch auf. Ich muss gestehen, ich habe bisher noch nie ein Hörbuch von Gabriele Blum gehört, das liegt vermutlich auch daran, dass sie viele Krimis einspricht. Nachdem ich sie nun kennenlernen und bei der Arbeit erleben durfte, wird sich das aber ändern, zumal ich durch den kurzen Einblick total neugierig auf das Werk, das gerade aufgenommen wurde (und dessen Name mir leider entfallen ist, aber den bekomme ich schon noch heraus :D), geworden bin.
Der Arbeitsplatz von Gabriele Blum

Sehr beeindruckt hat mich, wie einfach das Einlesen bei ihr aussah. Sie las den Text einfach so runter. Ab und an schlich sich ein Fehler ein, der gleich bemerkt und korrigiert wurde. Aber die Betonung stimmte eigentlich immer auf Anhieb, man konnte die Figuren auseinander halten, die Arbeit ging unglaublich schnell voran. Gabriele Blum hat da meinen vollsten Respekt, mehrere Stunden am Stück aufzunehmen ist eine Höchstleistung, was die Konzentration angeht, da bin ich von überzeugt. Sehr beeindruckt hat mich auch die Tatsache, dass sie das Buch zur Vorbereitung nur einmal durchliest und sich dabei die unterschiedlichen Figuren in verschiedenen Farben markiert. Und das ganze findet meist Wochen vor der Aufnahme statt. Trotzdem ist sie dann bei der Aufnahme drin im Buch, liest es auf Anhieb so perfekt. Wirklich faszinierend und bewundernswert!
Gabriele Blum

Nicht unter den Tisch kehren sollte man auch die Arbeit des Tontechnikers. Denn auch die erfordert extreme Konzentration. Da werden während der Aufnahme Marker gesetzt, der Text mitgelesen und kontrolliert, ob die Wörter stimmen, in kleinsten Pausen schon mal etwas markiert und bearbeitet, ein Job, bei dem man irgendwie niemals nur eine Sache gleichzeitig zu machen scheint.

Der Arbeitsplatz des Tontechnikers

Danke an Brian, dass wir auch ihm bei der Arbeit über die Schulter gucken durften und er uns Fragen beantwortet hat!
Tontechniker Brian
 Als wäre das alles noch nicht toll genug gewesen, organisierte Blanka während unseres Gesprächs mit Gabriele Blum noch eine weitere Überraschung für uns. Im Nebenraum liefen gerade Aufnahmen für das neue Rebecca Gablé Hörspiel und auch hier durften wir kurz hereinschnuppern. Als Hörspielfan fand ich das natürlich besonders interessant. Da ich Mitglied im Hörtalk-Forum bin, einem Internetforum, indem Hörspiele als Hobby entstehen, hatte ich durchaus schon eine Vorstellung davon, wie aufwendig die Produktion von Hörspielen ist. Bei einer Profiproduktion in einem richtigen Studio über die Schulter gucken zu dürfen, war aber auch für mich etwas ganz besonderes.

Ein Hörspiel entsteht
Bei so einem Hörspiel hantiert man mit vielen Tonspuren gleichzeitig. Manchmal nehmen mehrere Sprecher zusammen auf, oft nimmt man aber auch einen Sprecher einzeln auf. Die Sätze der anderen Sprecher werden dann jeweils passend eingespielt, falls sie schon aufgenommen sind, oder auch einfach vom Aufnahmeleiter gesprochen. Die Sequenz, die aufgenommen wird, wird dann mehrmals wiederholt, damit Tempo und Emotionen passen.

Die Aufnahmekabine
Die Geräusche, die dem Hörspiel die Atmosphäre geben, kommen dagegen erst ganz am Schluss, die hört der Sprecher also nicht.

So eine Hörspielminute ist übrigens etwa 10 mal so teuer wie eine Hörbuchminute, wobei das natürlich auch immer von den Sprechern abhängt.

Nach diesem Ausflug in die Welt des Hörspiels war unser Besuch bei Auible dann vorbei und wir machten uns wieder auf dem Heimweg. War ich morgens zu müde gewesen, nutzte ich den Heimweg übrigens, um einem Hörbuch zu lauschen. Ein perfekter Abschluss dieses Tages.

Vielen Dank an Blanka und das ganze Audible-Team für diesen wunderschönen und interessanten Tag! Ich werde noch lange daran zurückdenken und freue mich schon darauf, das Hörbuch, das Gabriele Blum eingelesen hat, bald komplett zu hören!

Danke natürlich auch an meine lieben Bloggerkollegen der #wirliebenhörbücher - Aktion, die diesen Tag mit mir verbracht haben.
Weitere Berichte über diesen tollen Tag werden in der nächsten Zeit bestimmt noch bei Nicky und Peggy von Die Librellis, Nadine von Nannys Welt, Susanne von Die Zeilenflüsterin, Lilly von Lilly's Storywelt und Michaela von Bücherstoff  zu finden sein.


Dienstag, 31. Oktober 2017

Mila Summers – Küsse unter dem Mistelzweig

Mila Summers – Küsse unter dem Mistelzweig

  • Taschenbuch: 222 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
  • ISBN-13: 978-1977835338














Wenige Tage vor Weihnachten wird Emily von ihrem langjährigen Freund verlassen. Für sie bricht eine Welt zusammen und sie hat keine Ahnung, wie ihr Leben weitergehen soll. Mit nur einem Koffer flüchtet sie aus der gemeinsamen Wohnung in London in die schottischen Highlands. Hier will sie Zeit zum Nachdenken über die Zukunft finden. Sich einfach alleine in der Einsamkeit zu verkriechen, das ist der Plan. Doch sie hat die Rechnung ohne die resolute Charlotte gemacht, die ihr nach ihrer Ankunft das Cottage zeigt und sie sogleich ins Dorfleben integriert. Und auch ihr eigensinniger und abweisender Vermieter Ben lässt sie nicht zur Ruhe kommen.

Für mich war es der erste Roman von Mila Summers. Erwartet hatte ich eine romantische Weihnachtsliebesgeschichte. Bekommen habe ich eine wunderschönes Wohlfühlbuch. Es war längst nicht so weihnachtlich wie erhofft, aber das hat die Geschichte nicht schlechter gemacht.

Die Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen, vor allem, weil die Funken zwischen Emily und Ben nur so fliegen und es immer wieder zu witzigen Wortgefechten kommt.

Dabei geht es immer wieder auch um sehr ernste Themen, was ich vorher gar nicht erwartet hatte. Sowohl Ben als auch Emily hatten schon früh mit schwierigen familiären Situationen zu kämpfen. Das macht die Annäherung der beiden ziemlich schwierig und gibt dem Buch Tiefe.

Doch das Buch ist dadurch nicht etwa traurig oder schwere Kost. Es ist ein richtiger Wohlfülroman. Das liegt vor allem an den sympathischen Figuren. Emily landet in einem kleinen schottischen Dorf, in dem die Bewohner das Herz auf dem rechten Fleck haben und immer zusammenhalten. Besonders die resolute Charlotte erobert nicht nur Emilys Herz im Sturm, sondern hatte auch mich gleich für sich eingenommen. Die ältere Frau, die Emilys Großmutter sein könnte, strahlt einfach Herzlichkeit aus. Und so lernt man mit Emily zusammen gerne das kleine Dorf und seine Aktivitäten kennen.


„Liebe unter dem Mistelzweig“ ist ein wunderschöner Ausflug in die schottischen Highlands, der mich zum Schmunzeln und zum Nachdenken gebracht hat. Ein absolutes Wohlfühlbuch, das zu unterhalten weiß!

Sonntag, 15. Oktober 2017

Frankfurter Buchmesse 2017


Diese Woche war es endlich wieder Buchmesse in Frankfurt. Dieses Jahr begann sie für mich bereits wieder am Dienstag, zusammen mit Anette von Katze mit Buch ging ich zur Eröffnung.
Wir waren inzwischen ja bereits einige Male da. In der Regel sind nicht alle Reden interessant, die Reden der Autoren aus dem Gastland konnten uns aber eigentlich immer begeistern. Und das Highlight ist danach natürlich immer die Eröffnung des Pavillons des Gastlandes, wo es landestypisches Essen und Getränke und oft auch noch musikalische oder tänzerische Darbietungen zu bewundern gibt.
 Nun, dieses Jahr war alles etwas anders. Gastland Frankreich schickte seinen Staatspräsidenten Macron, und so ließ sich auch die Bundeskanzlerin nicht nehmen, zu kommen. Das führte zu sehr langen Reden, allein Herr Macron brauchte 40 Minuten für seine.

Emmanuel Macron
Angela Merkel
 Die sonst so spannenden Reden der Autoren des Gastlandes waren diesmal eine Literaturperformance, die sich mir absolut nicht erschloss.
Und der Pavillon war irgendwie vor allem vollgestellt. Dazu dauerte es ewig, bis es etwas zu essen gab und musikalische oder sonstige Darbietungen suchte man vergeblich (außer sie begannen erst nach 8, als ich schon heim war), das einzige, was ich entdecken konnte, war eine Buchdruckmaschine. 
Insgesamt war ich nach der Eröffnung irgendwie ernüchtert. Und den Pavillon habe ich danach die ganze Messe über nicht mehr betreten, ich hatte einfach keine Lust auf ihn.

Zum Glück ging die Messe besser weiter, als sie angefangen hat! Mittwoch begannen wir - neben Anette war jetzt auch noch Natalie von mem-o-ries zu uns gestoßen - mit einer Verlagsvorstellung bei Orell Füssli, wo wir viele schöne Kinderbücher kennenlernten.

Weiter ging es mit einem meiner Highlights, einem Treffen mit Lars Simon, mit dem wir ein wenig über seine Bücher und vor allem über die Reihe rund um den sprechenden Mops Bölthorn redeten. Ich bin noch nicht fertig mit Band 1 der Reihe, aber schon jetzt total begeistert! 

Lars Simon und sein Buch rund um den sprechenden Mops Bölthorn
Anschließend schafften wir es nach Jahren endlich, bei der ARD Hörspielbox mitzumachen. Wir nahmen zusammen mit Jean von Büchertraum erst ein Stück Rotkäppchen auf, und mittags waren wir dann sogar bei dem Hörspiel mit Oliver Rohrbeck dabei und sprachen zusammen mit ihm "Von einem, der Auszog das Fürchten zu lernen". Das hat super viel Spaß gemacht und war ein tolles Erlebnis.

Der Rest des Tages war schlendern durch die Halle 3, Treffen mit Bloggerkollegen und die Messe auf sich wirken lassen.

Donnerstag startete der Tag mit einem Interview. Wir besuchten den Verlag KaleaBook und ließen uns von Jacqueline und Daniel Kauer ihr Duftbuch "Die Kräuterhexe Thymiana beim Koboldkönig" vorstellen. Das Buch ist total schön und die beiden Schweizer Autoren sind super sympathisch. Mehr zu dem Buch findet ihr demnächst auf meinem Blog, und bei der Katze mit Buch gibt es bald ein Interview zu lesen.




Jacqueline und Daniel Kauer

Am Nachmittag war ich dann noch bei einem Meet & Greet von DTV mit dem sehr sympathischen Jean-Paul Didierlaurent, dessen Buch "Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky" ich bestimmt bald lesen werde! 

Ein weiteres meiner Buchmessehighlights war ein Gespräch mit Ivar Leon Menger, wir haben uns einfach schon viele Jahre nicht mehr gesehen. Er hat mich davon überzeugt, es jetzt doch endlich einmal mit seiner Hörspielserie Monster 1983 zu versuchen. Ich bin schon sehr gespannt, vor allem, ob es mir zu gruselig wird.

Außerdem habe ich noch ein kurzes Interview mit Charlotte Lucas zu ihrem bald erscheinenden Buch "Wir sehen uns beim Happy End" geführt. Das könnt ihr dann in Kürze hier auf dem Blog lesen.

Jean-Paul Didierlaurent und ich
Charlotte Lucas
Der Freitag war wie immer der Tag mit den meisten Terminen. Er begann mit einem Interview mit Dora Heldt, vor dem ich irgendwie doch aufgeregt war. Das Ergebnis gibt es dann auf Katze mit Buch zu lesen, sobald wir Zeit gefunden haben, es abzutippen.

Außerdem hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit Mark und Uta Bremer, es macht immer wieder Spaß, meinen Lieblingshörbuchverlag Rubikon zu treffen! Ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Hörbücher der Beiden! Und ich höre bald in eure "Wir zwei in fremden Galaxien" rein, versprochen!

Anschließend gab es für mich ein Wiedersehen mit Ann-Kathrin Karschnick beim Bloggertreffen des Papierverzierer Verlags.
Ann-Kathrin Karschnick
Beim Bloggertreffen von Oetinger sprach dann als besonderes Highlight Paul Maar zu uns. Ich war nie ein großer Sams-Fan, aber Paul Maar ist ein wirklich faszinierender Mensch und ich hätte ihm stundenlang zuhören können!
Paul Maar


Zusammen mit Desiree von Romantic Bookfan schlenderte ich danach noch etwas durch die Halle drei und besuchte auch das riesige Pummeleinhorn.


Und schon war die Buchmesse fast um. Ich habe lange überlegt ob ich Samstag überhaupt noch einmal hingehe, mich aber schließlich doch dafür entschieden. Und es fast sofort bereut. Ich kam erst einmal gar nicht rein, weil die Taschenkontrollenschlange in der Eintritskartenschlange endete und man keine wirkliche Chance hatte, zum Eingang durchzukommen.

In Halle 3 war es dann natürlich auch sehr voll, und so rettete ich mich erst einmal zum Stand des Niemeyer Verlags, wo Rosita Hoppe signierte.
Rosita Hoppe
 Nach vielen Jahren habe ich auch endlich Marion und Derek Meister wieder getroffen und konnte kurz mit ihnen Plauschen. Ich freue mich auf weitere Bücher von ihnen, vor allem auf Neues von Marions Mordsschwestern (erschienen unter dem Pseudonym Mareike Marlow).
Marion und Derek Meister mit mir in der Mitte
Auf keiner Messe fehlen darf eigentlich ein Treffen mit Antje Szillat, bei ihrer Signierstunde kaufte ich mir schnell den noch nicht erschienenen zweiten Band ihrer Tessa-Reihe und plauderte mit ihr und auch mit Frauke Scheunemann, die vorbeischaute.
Antje Szillat
Bei der Lesung von Martin Baltscheit traf ich schließlich wieder auf Anette und später auch auf Desiree und danach war die Messe dann für mich beendet.
Martin Baltscheit
Bis nächstes Jahr, Frankfurter Buchmesse!

Sonntag, 8. Oktober 2017

Michael Bond und Emily Sutton – Das Mäuseschloss



Michael Bond und Emily Sutton – Das Mäuseschloss

  • Hardcover: 32 Seiten
  • Verlag: Orell Füssli
  • Übersetzer: Seraina Maria Sievi
  • ISBN-13: 978-3280035443
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre




Herr und Frau von Maus wohnen zusammen mit ihren dreizehn Kindern in einem Puppenhaus in einem alten Schloss. Während tagsüber Besucher durch das Schloss wandern, verstecken sich die Mäuse in dem Haus, sind die Besucher weg, putzen und pflegen sie das Haus, schlemmen die Reste aus der Küche des Grafens und haben viel Spaß. Als eines Tages das Schloss renoviert wird, sieht das Puppenhaus plötzlich schäbig und alt aus. Das soll sich ändern, doch beim Verschönern des Puppenhauses geht so einiges schief und die Familie verliert ihr Zuhause. Wie soll es nun weitergehen?

Das Buch ist vom Autor von Paddington Bär geschrieben. Die Geschichte ist nicht besonders lang, es passiert nicht wirklich viel, aber es gibt total viel zu entdecken. Das Buch ist nämlich liebevoll und wunderschön illustriert. Emily Sutton erweckt die Geschichte rund um die 15 Mäuse zu leben.
Schon die Innenseiten des Buches sind wunderschön mit Blumen und Tieren illustriert. Die Geschichte selbst besteht dann aus Bildern, die sich mal über Doppelseiten, mal über ganze oder Teile von Seiten erstrecken, dazu wenige Zeilen Text pro Seite oder Doppelseite.  Die Bilder sind nostalgisch, erinnern an Bilderbücher von früher. Sie sind sehr detailliert, gehalten in warmen sanften Farben. Es gibt wirklich total viel zu entdecken, allein die Doppelseite mit dem Puppenhaus könnte ich mir stundenlang anschauen und immer wieder neues finden.

Das Buch ist dadurch ideal zum Vorlesen, kann dabei zusammen mit den kleinen Zuhörern bestaunt werden. Danach kann es dann von dem Kind auch alleine betrachtet werden, da es wie gesagt immer wieder neues zu entdecken gibt.

Das Mäuseschloss ist ein wunderbares Kinderbuch, bei dem das Vorlesen Spaß macht! Ich kann es jedem, der kleinen Kindern vorliest, nur empfehlen. Lasst die Geschichte rund um die 15 Mäuse auch euer Herz erobern!