Samstag, 7. September 2013

RaeAnne Thayne – Hope’s Crossing: Zauber der Hoffnung

RaeAnne Thayne – Hope’s Crossing: Zauber der Hoffnung
Broschiert: 316 Seiten
ISBN-13: 978-3862787524










Hope’s Crossing ist ein kleiner Ort in den Bergen von Colorado. Claire lebt hier schon ihr ganzes Leben lang. Sie hat ihre Highschoolliebe Jeff geheiratet. Jetzt, mit 36, ist sie allerdings geschieden und pflegt nur ihren beiden Kinder zuliebe noch ein gutes Verhältnis zu ihrem Ex-Mann und dessen neuen Frau. Männer haben in ihrem Leben seit der Scheidung keinen Platz mehr, sie hat einfach keine Zeit dafür. Schließlich hat sie mit ihrem Glasperlenladen, ihrem Hund und den beiden Kindern genug zu tun. Doch dann kommt Riley, der kleine Bruder ihrer besten Freundin, zurück nach Hope’s Crossing. Er ist der neue Polizeichef des Ortes, etwas, das nicht von jedem in der Stadt gutgeheißen wird. Denn Riley hat eine wilde Vergangenheit.
Als ein schwerer Unfall passiert, ändert sich das Leben des ganzen Ortes, vor allem aber das von Riley und Claire. Während Riley sich mit Schuldgefühlen herumplagt, muss Claire lernen, sich helfen zu lassen. Und beide müssen lernen, das Knistern, das sofort zwischen ihnen herrscht, zu akzeptieren. Etwas, das nicht ganz einfach ist, vor allem, wenn der halbe Ort abschätzig auf Riley herunter guckt und versucht, ihn wieder loszuwerden. Hat ihre Liebe eine Chance? 

Der erste Roman rund um das Dorf Hope’s Crossing hat mich überrascht. Ich hatte einen Wohlfühlroman erwartet, voller Kleinstadtidylle mit etwas Klatsch und Tratsch, ein paar Skandalen und ganz viel Liebe. Und im Prinzip erfüllt das Buch diese Erwartungen auch. Gleichzeitig ist es aber doch ganz anders. Es ist viel ernster, als ich erwartet hatte. Zum einen liegt das natürlich an dem schweren Unfall, der ganz am Anfang des Buches passiert und der die ganze Stadt beeinflusst. Aber auch abgesehen von den aktuellen tragischen Ereignissen in Hope’s Crossing war die Geschichte der Protagonisten viel problembeladener, als ich zuerst vermutet hatte. Schwere Kindheiten, große Verluste, all das lässt immer mal wieder eine traurige oder auch wütende Stimmung aufkommen. Gleichzeitig macht es die Figuren unglaublich greifbar und menschlich. Beim Lesen wird schnell klar, dass Hope’s Crossing kein total idyllischer Ort ist, dass viele Konflikte unter der Oberfläche schwelen. Nun könnte man glauben, dass das Buch dadurch zu einem recht negativen Roman wird, aber dem ist nicht so. Es ist ein Buch zum darin versinken, zum mitfiebern und mitschmachten, aber eben auch zum mitleiden. Sämtliche Figuren sind nicht perfekt, und von einigen erfährt man ein wenig über die Hintergründe, über die Vergangenheit. Ich bin schon gespannt darauf, was man in den nächsten Bänden der Reihe noch erfahren wird und wie es in Hope’s Crossing weitergeht.
Die Stadt hat auf jeden Fall Potential, sie ist ein wunderschöner Schauplatz. Gelegen in den Bergen Colorados, überschaubar klein, dank Touristen aber auch immer wieder voll von Unbekannten, gibt es viele Möglichkeiten für weitere Geschichten. Die Geschäfte, die man in diesem ersten Band kennen lernt, klingen total gemütlich und so, als ob man am liebsten selbst einmal dort einkaufen möchte. Allen voran in Claires Glasperlenladen, auch wenn ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass man mit so einem Laden genug verdient, um seine Familie zu ernähren und mehrere Angestellte zu bezahlen. Aber auch das Café und die Buchhandlung klingen einfach nur gemütlich. Und trotz aller Probleme und Unstimmigkeiten in dem Ort, in Hope’s Crossing hält man im Notfall zusammen. Da werden Kranke bekocht, Schwachen wird geholfen, keiner muss mit seiner Trauer allein bleiben. Und besonders schön finde ich die Idee des Hoffnungsengels, den es in dieser Stadt gibt. Niemand weiß, wer das ist, aber immer, wenn es jemanden schlecht geht, wird ihm geholfen. Mal sind die Geschenke größer, mal sind sie kleiner, aber immer stehen sie einfach vor der Tür und immer ist es genau das, was derjenige braucht bzw. was ihm eine Freude bereitet. So einen Hoffnungsengel sollte jede Stadt haben, es würde die Welt so viel besser machen!


„Zauber der Hoffnung“ ist ein herzerwärmender Roman, der zwar passagenweise etwas zu negativ erscheint, der aber definitiv Lust auf mehr aus diesem zauberhaften und absolut nicht perfekten Ort macht. 

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