Mittwoch, 9. Juli 2014

Uwe Krüger - Frankfurter Fische


Uwe Krüger - Frankfurter Fische
  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: Emons
  • ISBN-13: 978-3954511624













Im Krokodilbecken des Frankfurter Zoos wird eine Leiche gefunden. Alles sieht nach einem Unfall aus, aber Hauptkommissar Klaus Sebald will nicht so recht daran glauben. Sein Chef schließt den Fall ab, und so darf er nicht weiter ermitteln. Aber Sebald hat auch gar keine Zeit, denn schon wird ein weiterer Toter gefunden. Dem Toten wurde der Penis abgeschnitten, und bei ihm befinden sich Skorpione und seltene ägyptische Fische. Was hat das alles zu bedeuten? Und gibt es eine Verbindung zu dem anderen Toten? Klaus Sebald tappt lange im Dunklen, und als er langsam eine Spur hat, ist er selbst  schon tief verstrickt in alles. Wird sich alles noch rechtzeitig aufklären, bevor Sebald selbst in Gefahr ist?

„Frankfurter Fische“ ist ein sehr ungewöhnlicher Krimi, dafür sorgen schon die außergewöhnlichen Themen. Alte ägyptische Sagen und Fachwissen über Fische sind wichtige Bestandteile des Romans.
Neben vielfältigen Themen gibt es auch vielfältige Fälle, denn es gibt nicht nur einen Mord, der untersucht werden muss sondern gleich verschiedenste Todesfälle. Dazu kommt noch ein Diebstahl, den Klaus Sebald sehr persönlich nimmt, geheime Forschungen und illegale Tätigkeiten im Rotlichtmillieu.  Dem Buch mangelt es wirklich nicht an Themenvielfalt.
Genau das war aber auch das Problem, das ich mit dem Buch hatte. Auf mich wirkte der Roman ziemlich überladen und manchmal etwas wirr. Es war für mich als Leser gar nicht so einfach, den vielen verschiedenen Handlungssträngen zu folgen und sie richtig zu sortieren. So war es ein Buch, dass ich nur mit hoher Konzentration lesen konnte und bei dem ich immer wieder im Lesefluss stockte.
Zudem dauerte es relativ lange, bis die Handlung in Fahrt kam. Das liegt wohl vor allem daran, dass ziemlich viele Personen eingeführt werden mussten. Und auch daran, dass die Schauplätze immer recht genau beschrieben wurden. Der Autor ist ein Frankfurter Biologe, der nicht nur sein Studienfach sondern auch seine Heimatstadt liebt, das merkt man dem Buch deutlich an. Es ist eine Reise zu verschiedenen tatsächlich existierenden Plätzen Frankfurts. An sich mag ich Ortsbeschreibungen recht gerne, zusammen mit den vielen Personen, die eingeführt werden mussten und den vielen Handlungssträngen nahmen sie aber wie gesagt etwas das Tempo aus der Geschichte. Das änderte sich etwa in der Mitte des Buches, da fingen die Ereignisse auf einmal an, sich zu überschlagen und nun ging es fast zu schnell.
Außerdem waren mir die Personen des Buches, gerade auch der ermittelnde Kommissar, nicht sonderlich sympathisch. Woran das liegt, kann ich gar nicht genau sagen, Klaus Sebald ist eine sehr menschliche Figur mit Fehlern und Schwächen, die mich aber irgendwie nicht erreicht hat und mein Herz nicht erobern konnte.

Die Krimihandlung selbst ist spannend, wenn auch wie gesagt sehr kompliziert. Mir persönlich waren es zu viele Handlungsstränge und ich dachte mir beim Lesen manchmal „weniger ist mehr“, aber wer außergewöhnliche Krimis mag und vor allem wer sich für Fische interessiert, der sollte einen Blick in dieses Buch riskieren. Denn es ist wirklich ein außergewöhnlicher Kriminalfall mit viel Fachwissen und Lokalkolorit.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen