Mittwoch, 26. Februar 2014

Amy Plum – Von den Sternen geküsst


Amy Plum – Von den Sternen geküsst 

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag 
  • ISBN-13: 978-3785570449
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre











Von Anfang an Stand die Liebe von Vincent und Kate unter keinem guten Stern. Denn während Kate ein normaler Mensch ist, ist Vincent ein Revenant, ein Unsterblicher, der immer wieder Menschenleben rettet. Vincent altert nicht, wird immer wieder neu geboren, und das allein wäre schon ein großes Problem für eine Beziehung. Doch es kam viel Schlimmer, denn die Gegnerin der Revenants hat Vincents Körper vernichtet. Jetzt ist sein Geist ohne Köper und die Situation scheint ausweglos. Doch Kate ist nicht bereit, ihre große Liebe aufzugeben. Wird sie es mit der Hilfe von Vincents Freunden und ihrer Familie schaffen, Vincent zu retten? Und wie geht der Kampf zwischen den Revenants und ihren Feinden, den Numa, aus?


„Von den Sternen geküsst“ ist der letzte Band der Trilogie rund um die Revenants und die große Liebe zwischen Vincent und Kate. Wie schon „Von der Nacht verzaubert“ und „Vom Mondlicht berührt“ fällt einem das Buch gleich wegen der wunderschönen Gestaltung ins Auge. Das Cover ist wie die der Vorgänger sehr gelungen und lädt zum Träumen ein. Das hochwertige Hardcoverbuch wird von einem Lesebändchen weiter aufgewertet. Das braucht man allerdings gar nicht so oft, denn einmal angefangen möchte man das Buch sowieso kaum aus der Hand legen. Lange genug mussten die Leser darauf warten, wie es weitergeht. Band 2 endete an einer wirklich fiesen Stelle und alles schien recht ausweglos. Umso gespannter war ich darauf, wie es weitergehen würde. Zunächst fürchtete ich, dass durch die schlechte Ausgangslage eine recht deprimierende Stimmung herrschen würde, doch dem war nicht so. Wie schon die Vorgänger zieht auch dieses Buch den Leser wieder schnell in seinen Bann. Amy Plum schafft es, unglaublich atmosphärisch zu schreiben. Der Leser fühlt sich mitten drin in den Geschehnissen in Paris. Und so tragisch diese auch sind, die Figuren haben glücklicherweise ihren Humor nicht verloren.

Und so ist auch dieser Abschlussband wieder aufregend, romantisch und einfach wunderschön.
Das Ende ist dabei mehr als befriedigend, die Fragen, die man sich beim Lesen gestellt hat, sind weitgehend geklärt und man kann die Figuren mit gutem Gefühl in ihre Zukunft entlassen. Die Handlung ist wirklich abgeschlossen und man kann das Buch etwas wehmütig, aber mit gutem Gefühl zuschlagen.

Ein wirklich gelungenes Finale einer besonderen Reihe. Eine wunderschöne Trilogie voller Liebe und Magie, bei der auch die Action nicht zu kurz kommt. Eine Trilogie, die sicher noch viele Leserherzen begeistern wird. Von mir gibt es auf jeden Fall eine uneingeschränkte Empfehlung für alle drei Bände.


Ich bin gespannt, was Amy Plum in Zukunft alles schreiben wird, wenn sie ihrem Stil treu bleibt, bin ich mir sicher, dass noch viele tolle Geschichten auf uns warten!

Sonntag, 23. Februar 2014

Interview mit Constanze Wilken

Constanze Wilken stammt aus einem Küstenort an der 
Nordsee. Nach ihrem Studium - sie studierte Kunstgeschichte, Politologie und Literaturwissenschaft - lebte sie eine zeit lang in Wales, wo sie promovierte. Dort entdeckte sie auch das Schreiben für sich. Ihr erster Roman „Die Frau aus Martinique“ spielt in Wales.

In den letzten Jahren hat Constanze Wilken mehrere historische Romane geschrieben.

Mit ihrem im Mai erscheinenden Roman "Der Duft der Wildrose" kehrt sie wieder ins heutige Wales zurück.

2014 wird Constanze Wilken zum ersten Mal an der LoveLetter Convetion teilnehmen. Mir hat sie im Vorfeld ein paar Fragen zu ihren Büchern und ihrer Arbeit als Autorin beantwortet. Mich hat sie damit sehr neugierig af ihren neuen Roman gemacht und ich freue mich darauf, sie im Mai persönlich zu treffen.

Liebe Constanze,
du hast bereits einige Bücher veröffentlicht. Während in den letzten Jahren historische Romane von dir erschienen sind, kommt im Mai mit „Der Duft der Wildrose“ ein zeitgenössischer Roman heraus. Was hat dich dazu bewogen, wieder in die Gegenwart zu wechseln?

Meine ersten vier Romane waren ähnlich angelegt, weshalb das Genre nicht neu für mich ist. Jedes Genre hat seinen ganz eigenen Reiz, seine speziellen Ansprüche. Bei den historischen Romanen spielt die Recherche der zeitgeschichtlichen Umstände, des alltäglichen Lebens, Politik, Kleidung eine wesentliche Rolle. Nachdem ich mich einige Jahre in der Renaissance bewegt habe, war es an der Zeit, wieder in die Gegenwart einzutauchen. Aber entscheidend ist die Idee und seit meiner letzten Reise nach Wales trug ich mich mit dem Gedanken, dort den nächsten Roman spielen zu lassen. Das Land hat einen ganz eigenen Zauber und inspiriert mich immer wieder.

„Der Duft der Wildrose“ spielt, wie auch schon dein erster Roman, „Die Frau aus Martinique“, in Wales. Was fasziniert dich so an Wales, was macht dieses Land zu einem geeigneten Romanschauplatz?
Seitdem ich das erste Mal auf den Klippen der Bucht von Aberystwyth stand, hat mich das Land nicht losgelassen. Es war Liebe auf den ersten Blick – trotz stürmischen Regenwetters, mit dem ich dort empfangen wurde. Das Institut, an dem ich einige Jahre studiert habe, befindet sich in einem klassizistischen Gebäude auf einem Hügel und etwas oberhalb thront die National Library of Wales. Von dort hat man einen großartigen Blick über die hübsche Küstenstadt und das Meer.
Die Landschaft in Wales ist sehr abwechslungsreich – grüne Hügel, schroffe Felskuppen, Klippen und Sandstrand an der Küste, Seen in den Bergen und überall Wanderwege. Naturschutz wird großgeschrieben und die Orte haben sich ihren eigenen rauen Charme bewahren können. Von wildromantischer Kulturlandschaft bis zu dramatischen Bergpanoramen findet man hier alles. Zudem ist Wales ein Land der Mythen und Legenden und wenn man sich auf die Suche macht, findet man über kurz oder lang einen magischen Ort, wie Dinas Emrys, an dem die Drachen unter Merlins Augen gekämpft haben.
Es gibt viele sehr gute kleine Restaurants mit frischen Produkten aus der Region, dazu die Pubkultur und die Menschen sind unglaublich herzlich und gastfreundlich. Du merkst, gerate ins Schwärmen und muss mich bremsen... ;-)
Neben Wales ist auch Italien ein Schauplatz, den man immer wieder in deinen Romanen findet, und wohin du mehrere Recherchereisen unternommen hast. Wie recherchierst du? Ist es für dich wichtig, den Schauplatz deiner Bücher zu kennen?
Das Reisen gehört für mich unbedingt zur Recherche, zur Vorbereitung eines neuen Romans dazu. Es ist mir wichtig, dass der Leser einen authentischen Schauplatz vor sich hat, die Atmosphäre stimmt. In „Der Duft der Wildrose“ spielt Portmeirion eine große Rolle und dieser zauberhafte Ort ist etwas ganz besonderes – „the last folly“ des exzentrischen Architekten Sir Clough. In meiner Vorstellung sollte eine dramatische Szene in den Bergen Snowdonias spielen und dafür musste ich mir den Mount Snowdon und Crib Goch selbst anschauen und mit einem Ranger sprechen, um dessen Arbeitsweise zu verstehen. Bei dieser Gelegenheit habe ich zum Beispiel interessante Details über den Vogelschutz und dem traditionellen illegalen Diebstahl von seltenen Vogeleiern erfahren.
Reisen und Recherchen vor Ort sind unerschöpfliche Quellen für neue Informationen, die den Roman bereichern oder Stoff für neue Geschichten liefern.
Kannst du dir vorstellen, neben den historischen und den zeitgenössischen Romanen noch in einem anderen Genre zu schreiben?
Wenn die Idee stimmt, ist vieles möglich. Aber als Kunsthistorikerin arbeite ich auch mit Künstlern und bereite Ausstellungen vor, von daher überlege ich schon genau, welches Projekt ich als nächstes in Angriff nehme.
Woran schreibst du momentan? Worauf können deine Leser sich als nächstes freuen?
Ich schreibe mit Begeisterung an einem weiteren Walesroman.
Du wirst dieses Jahr die LoveLetter Convention besuchen. Worauf freust du dich dort besonders? Mit welchen Erwartungen und Hoffnungen fährst du nach Berlin?
Da ich den direkten Kontakt zu meinen LeserInnen dem anonymen Internet vorziehe, freue ich mich schon sehr auf die LLC. Es ist immer schön, wenn man sich austauschen kann und natürlich trifft man liebe Kolleginnen wieder oder lernt neue kennen. Ich erhoffe mir neue Impulse und einfach ein entspanntes neugieriges Miteinander.
Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Ich freue mich darauf, dich im Mai zu treffen und mehr über den Duft der Wildrose zu erfahren!
Danke dir, liebe Julia!

Samstag, 22. Februar 2014

Michelle Willingham – Lady Chesterfields Versuchung

Vor zwei Wochen habe ich euch hier ein Interview mit der Autorin Michelle Willingham, die dieses Jahr an der LoveLetter Convention teilnehmen wird, präsentiert. Zur Vorbereitung auf dieses Interview habe ich einen ihrer Historicals gelesen, den ich euch heute kurz vorstellen möchte.



Michelle Willingham – Lady Chesterfields Versuchung

Taschenbuch: 256 Seiten

Verlag:  CORA Verlag GmbH & Co. KG

ISBN-13: 978-3954466689












Lady Hannah ist eine junge, adlige Dame, die von ihren Eltern bald verheiratet werden soll. Allerdings ist Hannah keiner der bisherigen Verehrer recht, und ihr nachsichtiger Vater hat deshalb alle Anträge abgelehnt. Als Hannah allerdings von einem Verehrer entführt und fast entehrt wird, soll sie nicht etwa ihrem Retter, den charmanten Lieutnant Michael Thorpe, dankbar sein, sondern den Täter heiraten, um einen Skandal zu verhindern. Das kann und will Hannah nicht und sie versucht, Michael Thorpe dazu zu bringen, ihr zu einer Flucht zu verhelfen. Das ist zum Glück nicht notwendig, sie kann ihre Eltern von der Hochzeit abbringen. Stattdessen reist sie zu Verwandten ins deutsche Fürstentum Lohenberg. Und ihre Reisebegleitung ist ausgerechnet Michael Thorpe. Der Mann, den Hannah verbotenerweise begehrt, den ihre Eltern aber niemals akzeptieren werden. Ein Mann, den ein Geheimnis umgibt und durch den die kleine Reisegruppe plötzlich in Gefahr gerät. Ein stürmisches und gefährliches Abenteuer beginnt.


„Lady Chesterfields Geheimnis“ ist ein Historical, in dem es von Anfang an heiß zur Sache geht. Schon beim ersten Aufeinandertreffen von Hannah und Michael ist die Anziehung der Beiden greifbar. Was folgt, ist wilde Leidenschaft, aber auch ein großes Abenteuer mit Verschwörungen und Anschlägen. Die Protagonisten haben selten Zeit, richtig durchzuatmen, und so wird es auch beim Lesen nie langweilig. Besonders realistisch ist die Geschichte natürlich nicht, aber das ist wohl auch nicht das Ziel eines Historicals. Wer eine kitschige Liebesgeschichte sucht, in der auch gewisse Krimielemente vorhanden sind, der ist bei Michelle Willingham und ihrem Historical und um Lady Chesterfield auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Die etwa 250 Seiten lesen sich flüssig und schnell und machen viel Spaß. Ein Buch zum Träumen, Mitfiebern und Genießen, das durch sympathische Protagonisten besticht.

Dienstag, 18. Februar 2014

Maria Parr – Sommersprossen auf den Knien


Maria Parr – Sommersprossen auf den Knien
  • Audio CD
  • Verlag: Oetinger 
  • ISBN-13: 978-3837307597
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre






Die neunjährige Tonje wohnt mit ihren Eltern in Glimmerdal. Dort ist sie das einzige Kind, und auch auf dem Campingplatz im Ort gibt es keine gleichaltrigen Spielkameraden für sie. Klaus Hagen, der garstige Besitzer des Platzes, mag nämlich keine Kinder und duldet sie daher auch nicht auf seinem Wellnes-Campingplatz.
Doch auch ohne Kinder im Ort wird es Tonje nicht langweilig. Schließlich hat das Mädchen mit Gunnvald den besten Freund den man sich vorstellen kann. Gunnvald ist zwar bereits steinalt, aber er ist für so ziemlich jeden Unfug zu haben. Und er baut wunderbare Rennrodel, mit denen Tonje immer wieder rasante Testfahrten unternehmen darf. Wenn es keinen Schnee gibt, dann rast Tonje mit ihrem Fahrrad durch den Ort. Langweilig ist ihr eigentlich nie, und das einzige, was sie etwas traurig findet, ist, dass ihre Mutter als  Meeresbiologin so selten zu Hause ist.
Eines Tages wird Tonjes Welt allerdings ordentlich durcheinander gewirbelt. Und auf einmal wird ihr Vertrauen und ihre Freundschaft zu Gunnvar auf eine harte Probe gestellt.

„Sommersprossen auf den Knien“ ist eine wunderschöne warmherzige Geschichte. Tonje muss man einfach in sein Herz schließen. Sie ist ein kleiner liebenswerter Wildfang,  der das Herz auf den rechten Fleck hat. Als ihre Welt auf einmal von echten Erwachsenenproblemen erschüttert wird, muss Tonje ihr Leben neu sortieren. Sie ist zunächst recht verletzt, aber auf ihre ganz eigene etwas verrückte Art versucht sie dann doch, alles wieder irgendwie in Ordnung zu bringen.
Die Geschichte erinnert vom Flair etwas an die Bücher von Astrid Lindgren. Man merkt der Geschichte die skandinavische Herkunft an, wie ich finde. Die Geschichte vermittelt einfach ein heimeliges und warmes Gefühl.
Ich habe nicht das Buch gelesen, was sicher auch wunderschön ist, sondern mich für die inszenierte Lesung entschieden. Und das war für mich die absolut richtige Entscheidung. Die Geschichte wird gelesen von Jürgen Thomann, der als Erzähler fungiert, und von Sonja Beißwenger als Tonje. Beide machen ihre Arbeit fantastisch und schaffen es, die warmherzige Stimmung herüber zu bringen. Dazu wird das Ganze von Geräuschen untermalt, wodurch man noch leichter eintaucht in die Welt von Tonje. Besonders schön finde ich die Passagen mit Geigenmusik, denn diese spielt in der Geschichte eine große Rolle. Während man sich beim Lesen die Musik und den Gesang von Gunnvar und Tonje vorstellen muss, so kann man ihm in der inszenierten Lesung lauschen. Das wunderbare Geigenspiel war wirklich das I-Tüpfelchen, dass diesem sowie tollem Hörspiel aufgesetzt wurde. 

Ich kann die 160minütige Lesung wirklich nur empfehlen, und das Groß und Klein. Wer Geschichten wie Astrid Lindgrens Bullerbü mag, der wird Tonje und ihre Abenteuer lieben. Eine durchaus ernste, aber auch immer wieder witzige und einfach absolut bezaubernde Geschichte, die sich niemand entgehen lassen sollte!

Samstag, 15. Februar 2014

Annie West - …und plötzlich Prinzessin!


Annie West - …und plötzlich Prinzessin!

Taschenbuch: 448 Seiten












Welche junge Frau träumt nicht insgeheim manchmal davon, eine Prinzessin zu werden? Nun, diese Frage lässt sich mit Luisa beantworten, und das aus gutem Grund. Sie hatte einmal die Gelegenheit, eine Prinzessin zu sein und hat sich dagegen entschieden. Sich strengen Regeln unterwerfen und den Kontakt zu denen, die sie liebt, abbrechen? Das kam für sie nicht in Frage und so hat sie die Familie ihrer Mutter, die aus dem Fürstentum Monteregio kam, aus ihrem Leben verbannt. Das Land und seine Bewohner sind für sie gestorben, zu sehr wurde sie enttäuscht. Sie ist glücklich auf der australischen Farm, auf der sie aufgewachsen ist.
Doch dann steht auf einmal Raul, der Kronprinz von Monteregio vor ihrer Haustür. Und er ist fest entschlossen, sie mit in seine Heimat zu nehmen. Viel hängt davon ab, dass Luisa mit ihm kommt. Wenn sie es nicht freiwillig tut, dann ist er bereit, Wege und Mittel zu finden. Kann das gut gehen?

Die Geschichte rund um Luisa und Raul ist nur etwas über 100 Seiten lang. Aus diesem Grund geht alles ziemlich schnell, mir manchmal etwas zu schnell. Und natürlich ist sie ziemlich kitschig. Allerdings legen die Protagonisten für die Kürze der Geschichte erstaunliche Wandlungen hin. Sowohl Raul als auch Luisa hatten in der Vergangenheit einiges zu tragen und ertragen. Sie sind mit ihren Schicksalen ganz anders umgegangen, völlig unbeschadet ging aber keiner von beiden aus der Vergangenheit heraus. Das macht eine Annäherung zwischen ihnen natürlich nicht einfacher. Die Probleme und die Entwicklung der beiden Hauptpersonen gibt der Erzählung eine Tiefe, die man in einer solchen Geschichte vielleicht nicht erwartet. Beide sind unglaublich sympathisch, und so fällt es leicht, mit ihnen mitzufiebern und sich völlig in ihrer Geschichte zu versenken. 

Es ist, wie gesagt, eine recht kitschige Liebesgeschichte, aber wer sich daran nicht stört, der kann sich für wenige Stunden in die Welt von Prinzen und Prinzessinnen träumen. Und, wie gesagt, welche Frau hat davon nicht schon einmal geträumt? 

Erschienen ist die Geschichte der Autorin Annie West, die dieses Jahr an der LoveLetter Convention teilnehmen wird, zusammen mit drei weiteren Prinzessinnen-Geschichten im Julia Extra Band 376.

Mittwoch, 12. Februar 2014

C.S. West – Der Kampf der Halblinge


C.S. West – Der Kampf der Halblinge

  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • ISBN-13: 978-3404207350












Die Halblinge führen ein friedliches und beschauliches Leben in Westendtal. Da wird gesungen und gefeiert, geschmaust und getrunken. Ab und an wird das Rauchorakel befragt, um Entscheidungen zu treffen. So wichtige Entscheidungen wie die Frage, ob ein Halbling seinen Namen ändern darf. Was dem munteren Völkchen völlig fern ist, sind Kämpfe. Aber dann wird Westendtal plötzlich bedroht. Die Erynien, ein brutales Volk, hat nahezu die ganzen Südlande erobert. Jetzt strebt Zervana, die Herrscherin der Erinyen, nach Macht über die Nordelfen. Und das Westendtal eignet sich perfekt zum Übersetzen in den Norden. Für Zervana ist somit klar, die Halblinge müssen aus dem Weg. Zusammen mit den Ghulen macht sich ihr Herr auf den Weg. Als die Halblinge davon erfahren, sind sie entsetzt. Was sollen sie nun tun? Einzige Hoffnung ist Bronn Sternenfaust, ein legendärer Halbling, ein Abenteurer, der allerdings schon viele Jahrzehnte verschollen ist. Eine Gruppe von fünf Halblingen macht sich auf den Weg, ihn zu suchen. Können sie ihn rechtzeitig finden? Und selbst wenn, kann er sein Volk überhaupt retten?

„Der Kampf der Halblinge“ ist der erste gemeinsame Fantasyroman des Ehepaares Claudia und Stephan Lössl. Von Claudia sind bereits einige Romane unter dem Pseudonym Aileen P. Roberts erschienen. Unter C. S. West schreibt sie nun zusammen mit ihrem Mann.
Ich mag Aileens Bücher sehr gerne, muss aber sagen, das gemeinsame Werk mit ihrem Mann gefällt mir noch besser. Den beiden ist es gelungen, eine unglaublich lebendige und liebenswerte Geschichte zu schreiben. Und dabei kommen weder Spannung noch lustige Momente, weder Gefühle noch Abenteuer zu kurz. Die Halblinge, allen voran die beiden Geschwister Enna und Jorim, muss man einfach in sein Herz schließen. Keiner von ihnen ist perfekt, alle haben ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen. Gemeinsam haben sie aber, dass sie unglaublich liebenswert sind und das Leben meist mit einer guten Portion Witz und guter Laune ansehen. Als Kontrast gibt es die Gegner der Halblinge, die Erinyen und Ghule. Grausame Wesen, die aber gleichzeitig faszinierend sind. Und die sich als vielschichtiger erweisen, als man am Anfang glaubt.
Neben den Hauptfiguren gibt es noch so manch andere Art von Lebewesen zu entdecken. Quirlige Irrlichter, Drachen, Elfen und auch alte Mächte, das Buch bietet einen wahren Reigen an Fantasyfiguren.
Fast 500 Seiten lang ist das Abenteuer der kleinen Halblinge, und einmal in den Bann der Geschichte gezogen wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil von C.S. West ist sehr anschaulich, und so wird man als Leser ganz tief hereingezogen in die fremde Welt und die großen und kleinen Abenteuer, die es zu bestehen gilt.

„Der Kampf der Halblinge“ ist ein wunderschöner Fantasyroman, der durch Tempo, Witz und Spannung besticht. Ich hoffe, wir werden in Zukunft noch weitere Gemeinschaftswerke des Autorenehepaars zu lesen bekommen!

Sonntag, 9. Februar 2014

Interview mit Michelle Willingham


                                                                         
Bildquelle: http://www.michellewillingham.com/media-kit/

Michelle Willingham, Autorin von Historicals, wird an der kommenden LoveLetter Convention teilnehmen. In Deutschland sind bisher 13 ihrer Werke bei Cora erschienen, darunter neben im viktorianischen  England spielenden Büchern vor allem auch eine Reihe, die in Irland im 12. Jahrhundert angesiedelt ist.
Als Tochter eines US-Militärangehörigen hat Michelle Willingham als Kind in verschiedenen Ländern gelebt, unter anderem auch in Deutschland.
Mir stand die sympathische Autorin in einem Interview Rede und Antwort.




Liebe Michelle
Dear Michelle,

Du bist als Kind viel gereist und hast sogar eine Zeitlang in Deutschland gelebt. Was sind deine Erinnerungen an Deutschland?
You traveled a lot as a child. You even lived in Germany for awhile. What are your memories of Germany?

Im Alter von 5 habe ich in Kindsbach in Deutschland gelebt, als mein Vater auf der Ramstein Air Force Base gearbeitet hat. Unsere Nachbarn waren Deutsche, und da war eine Bäckerei gegenüber unseres Hauses. Meine Mutter schickte mich dort immer hin, Brötchen kaufen, und ich lernte ein wenig Deutsch als Kind. Mit der Schule haben wir manchmal einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt gemacht und ich liebte die Lebkuchenherzen mit Sprüchen darauf. Aber am meisten Spaß habe ich beim Besuchen von deutschen Schlössern gehabt. Das erste Schloss, das ich besuchte, war in Landstuhl, und später war ich in Neuschwanstein und Hohenschwangau.

At the age of five, I lived in Kindsbach, Germany while my father was working at Ramstein Air Force Base. Our neighbors were German, and there was a Bäckerei across the street from my house. My mother used to send me there to buy brötchen and I learned how to speak a little bit of German as a child. Sometimes at school, we would take a field trip to the Weihnachtsmarkt, and I loved the heart-shaped gingerbread with messages written on them. But most of all, I enjoyed visiting the castles of Germany. The first castle I visited was at Landstuhl, and later we visited Neuschwanstein and Hohenschwangau castles.

Warum hast du dich dazu entschlossen, Historicals zu schreiben? Wäre es nicht einfacher gewesen, Liebesromane zu schreiben, die in unserer Zeit spielen?
Why did you decide to write historical romances? Wouldn’t it have been easier to write romances that are set in our time?

Nachdem ich in Deutschland und später in England gelebt habe, habe ich mir immer vorgestellt, wie es ware, in einem Schloss zu leben. Wenn wir durch die Räume gingen, habe ich mir immer Geschichten über die Leute, die dort gelebt haben, ausgedacht. Diese Momente haben mich dazu inspiriert, Historicals zu schreiben. Auch wenn es nicht einfach ist, Historicals zu schreiben – viel Recherche ist ein Teil davon – genieße ich es, neue Sachen zu lernen. Oft ist die Wahrheit seltsamer als die Fiktion.

After living in Germany and later in England, I used to imagine what it would be like to live in a castle. As we walked through the rooms, I would spin stories in my mind about the people who lived there. Those moments inspired me to write historical romance. Although it’s not easy to write historicals—there’s a lot of research involved—I really enjoy learning new things. Often truth is stranger than fiction.

Planst du, auch einmal Bücher aus anderen Genres zu schreiben?
Do you have plans to write in other genres someday?

Ich habe darüber nachgedacht, ein Kinderbuch zu schreiben, aber momentan bin ich so beschäftigt damit, Bücher für Harlequin (Cora) und Montlake (Amazon) zu schreiben, dass ich keine Zeit habe. Vielleicht eines Tages! Ich habe 3 Kinder und es wäre toll, für jedes davon ein Buch zu schreiben.

I’ve thought about writing a middle grade book, but right now I’ve been so busy writing books for Harlequin (Cora) and Montlake (Amazon), I haven’t had time. Perhaps one day! I have three children and it would be fun to write a book for each of them.

Du schreibst über verschiedene Epochen und Länder. Wie recherchierst du für all diese verschiedenen Schauplätze?
You write about different eras and countries. How do you research for all these different settings?

Zum Schauplatz eines Buches zu reisen ist meine bevorzugte Art zu recherchieren. Ich habe 1993 zum ersten Mal Irland besucht, und dort kam mir die Idee für die Serie über die MacEgan Brüder. Ich war überrascht, dass es kaum irische Liebesgeschichten gab und beschloss, mich für die ersten Romane auf Irland zu konzentrieren. Ich habe viele Sachbücher über das mittelalterliche und antike Irland gelesen und machte viele Notizen.
Als ich Irland kurz bevor ich „Her Irish Warrior“ (Mein irischer Held) verkauft habe zum zweiten mal besucht habe, wusste ich genau, was ich recherchieren musste, um Details zu überprüfen. Ich besuchte das archäologische Museum in Dublin um die mittelalterlichen Schwerter und Gegenstände zu sehen. Außerdem habe ich zwei Schlösser besucht, die im 12. Jahrhundert gebaut wurden (Trim Castle, das im Film Braveheart vorkam, war mein Favorit).
Für meine viktorianischen und meine Regency-Bücher sind viele Zeitungen und Artikel digitalisiert und online. Für diese Epochen ist es viel einfacher, historische Details herauszufinden, denn Primärquellen und Karten sind im Internet einzusehen.

Traveling to the setting of a book is one of my favorite ways to research. I visited Ireland for the first time in 1993, and that’s where I got the idea for the MacEgan Brothers series. I was surprised that there weren’t as many Irish romances, and I decided to focus on Ireland for the first set of novels. I read many research books about medieval and ancient Ireland and took a lot of notes.
When I visited Ireland a second time just before I sold Her Irish Warrior, I knew exactly which research I needed to verify details. I visited the archaeological museum in Dublin to see the medieval swords and artifacts. I also visited two different castles that were built in the 12th century (Trim Castle was a favorite, which was in the movie “Braveheart.”)
For my Victorian and Regency books, many newspapers and articles have been digitized online. It’s easier to find historical details for those eras, because the primary sources and maps are available on the Internet.

Du wirst dieses Jahr auf der LoveLetter Convention in Berlin sein. Gibt es etwas, worauf du dich besonders freust?
You will attend the LoveLetter Convention in Berlin this year. Is there something in particular that you are looking forward to?

Ich freue mich darauf, mein Deutsch wieder anwenden zu können und die Leser zu treffen! Ich werde versuchen Deutsch zu sprechen, wenn möglich! Natürlich werde ich vermutlich viele Fehler machen, aber ich verstehe Deutsch besser als ich es spreche. Ich hoffe, die Leser werden mir vergeben und wissen, dass sie zu mir in beiden Sprachen sprechen können.
Außerdem hoffe ich, ein paar Orte in der Nähe von Potsdam zu besuchen. Wer weiß, vielleicht werde ich inspiriert und mir kommt eine neue Buchidee, während ich dort bin. Und natürlich habe ich vor, so viel deutsche Schokolade (Rittersport) wie irgendwie möglich zu kaufen. Meine Kinder können glücklich sein, wenn sie welche abbekommen – vielleicht habe ich alles gegessen, ehe ich heim komme. :)

I’m looking forward to practicing my German again and meeting the readers! Ich werde versuchen Deutsch zu sprechen, wenn möglich! Of course, I will likely make many mistakes, but I understand it better than I speak it. I hope readers will forgive me and know that they can feel comfortable speaking to me in either language.
I’m also hoping to visit a few of the palaces near Potsdam. Who knows? I may be inspired and think of another book idea while I’m there. And of course, I intend to buy as much German chocolate (Rittersport!) as humanly possible. My children will be lucky if they get any—I might eat it all before I get home. :)

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten. Ich freue mich darauf, dich im Mai zu treffen!
Thanks for taking the time to answer the questions. I’m looking forward to meeting you in May!

Julia

Samstag, 8. Februar 2014

Hannah Tunnicliffe – Der Duft von Tee


Hannah Tunnicliffe – Der Duft von Tee
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Diana Verlag
ISBN-13: 978-3453357372













Die Engländerin Grace zieht mit ihrem Mann Pete nach Macao und hofft, in der neuen chinesischen Heimat ein glückliches Leben führen zu können. Doch kurz nach ihrer Ankunft erfährt sie, dass sie nie Kinder bekommen wird. Ihre Welt wird erschüttert. Grace zieht sich völlig zurück, von ihrem Mann, der fremden Stadt, ja dem Leben überhaupt. Sie verfällt in Depressionen und es scheint, als könnte sie nicht mehr froh werden. Doch dann besinnt sie sich auf ihr Talent, das Backen, und gegen den Willen ihres Mannes eröffnet sie ein Café. Eine Entscheidung, die ihr Leben verändert und durch die sie die Bekanntschaft von viele neuen sehr verschiedenen Menschen macht.

„Der Duft von Tee“ fällt durch ein wunderschönes Cover auf. In Pastellfarben gehalten macht das Bild schöner Teetassen, bunter Macarons und pinker Kirschblüten Lust auf die Geschichte. Nach der Kurzbeschreibung auf der Buchrückseite hatte ich ein Buch erwartet, das Zuversicht und Gemütlichkeit ausstrahlt. Vielleicht war das der Grund, warum ich zunächst ziemlich enttäuscht war. Die ersten hundert Seiten waren so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich erwartet hatte. Grace hing in ihrer depressiven Stimmung fest, die versprochene exotische Stimmung kam nicht auf, da sie das Haus eigentlich nie verließ, und auch der Schreibstil kam mir irgendwie distanziert vor. Ich wurde nicht warm mit der Hauptperson und der Geschichte. Das änderte sich dann zum Glück nach dem ersten Viertel des Buches. Zu dem Zeitpunkt nämlich, zu dem das Lillian’s, Graces Café, eröffnet. Auf einmal war all das Erhoffte da, der Zauber des fremden Landes ging auf mich über, das Café mit seinen Besuchern und Angestellten eroberte mein Herz im Sturm. Ab dem Moment war es eine wunderschöne Geschichte, eine Geschichte voller Gefühl. Immer wieder melancholisch, voller tragischer und ruhiger Momente, aber gleichzeitig verzaubernd. Gerne wäre auch ich einmal Gast im Lillian‘s gewesen!

„Der Duft von Tee“ ist also eine Geschichte, die leider ziemlich lange gebraucht hat, um mich in ihren Bann zu ziehen, und der ich deshalb auch nur 3,5 von 5 Sternen geben kann. Es ist aber gleichzeitig auch eine Geschichte, die mich in der zweiten Buchhälfte in ihren Bann gezogen und verzaubert hat und die auf jeden Fall neugierig auf weitere Werke der Autorin macht.

So ganz kann das tolle Cover nicht halten, was es verspricht, aber wenn man es schafft, sich durch die ersten hundert Seiten zu kämpfen, dann wird man mit einer berührenden und gefühlvollen Geschichte belohnt.

Freitag, 7. Februar 2014

Interview mit Sarah Harvey

Sarah Harvey war bereits letztes Jahr Gast auf der LoveLetter Convention, und auch dieses Jahr wird die englische Autorin romantischer Liebeskomödien wieder dabei sein.
Ich habe sie letztes Jahr für mich entdeckt und freue mich, dass ich ein kurzes Interview mit ihr führen durfte!


Liebe Sarah,
Dear Sarah,

du warst bereits 2013 auf der LoveLetter Convention. Wenn du zurückdenkst, was hat dich am meisten beeindruckt an der Convention, was war dein Highlight?
you attended the LoveLetter Convention in 2013. What impressed you the most, what was your highlight at the convention?

Die Leute. Solche Herzlichkeit. Bei den Lesern, dem LLC-Team, anderen Autoren. Alle kommen zusammen mit einer gemeinsamen Liebe und einem gemeinsamen Interesse, alle sind so aufgeregt und glücklich dort zu sein. Energie, die so greifbar war, dass man fast auf ihr surfen konnte. Es war ein großartiger Ort, um dort zu sein und ich freue mich, dieses Jahr zurückzukommen.

The people.  Such warmth.  Both the readers, the LLC team, other authors.  Everyone coming together with a common love and interest, and so excited and happy to be there.  A buzz of energy that was so tangible you could almost surf it.  It was a great place to be, and I am very excited to be coming back this year too.

Du reist regelmäßig nach Deutschland, gibt es etwas, das du an Deutschland besonders magst?
You visit Germany quite frequently, is there something you love about Germany in particular?

Auch hier: Die Leute :) Ich habe wundervolle Menschen in Deutschland kennengelernt und tolle Freunde gefunden.
Die Städte und das Land, alles, was ich gesehen habe, war so schön oder interessant oder inspirierend. Ich weiß, dass in neuen Sachen ein großer Reiz steckt, aber ich war inzwischen so oft in Deutschland und dieses wunderbare Gefühl von neuen Erfahrungen ist nur langsam in eine fabelhafte vertraute Liebe übergegangen.
Das Essen. ICH LIEBE deutsches Essen. Und Wein. Und Bier. Deutschland ist tatsächlich das einzige Land, in dem ich in eine Bar gehe und Bier bestelle.
Oh. Und ein Mann. Es tut mir leid es zu sagen. Ich habe mich in einen sehr besonderen deutschen Mann verliebt. Sehr passend für eine Liebesromanautorin! Sehr töricht für mich. Aber je weniger darüber momentan gesagt wird, umso besser ;)

The people!  Again :)  I have met some wonderful people in Germany and made some amazing friends. 
The cities and the countryside, everything I’ve seen has been so beautiful, or interesting or inspiring.  I know that there is always a huge pleasure in novelty, but I have been to Germany many times now and that delicious newness has only segued smoothly into a fabulously familiar love. 
The food.  I LOVE German food.  And wine.  And beer.  Germany is actually the only country where I will go into a bar and order a beer.
Oh.  And a man.  I’m afraid to say. I kind of fell in love with a rather special German man.  Very apt for a Romance Novelist!  Very foolish for me.  But the least said about that at the moment the better I think ;)

Wie kamst du zum Schreiben?
Why did you start writing books?

Weil ich es liebe zu lesen. Was irgendwie eine Ironie des Schicksals ist, denn jetzt wo ich schreibe habe ich nicht mehr genug Zeit zum Lesen. Aber ich liebe die Art, wie ein Buch einen aus einem Selbst herausholt. Raus aus der Zeit und dem Ort und der Situation, in der man gerade ist, rein in eine andere Welt, andere Gedanken, andere Gefühle. Die ultimative Fluchtmöglichkeit, wenn du eine brauchst. Eine Befreiung. Und ich liebe es, wie Wörter mit deinen Gefühlen spielen können wie Musik. Sie können einen zum Lachen bringen, wenn man eigentlich weinen möchte. Ich habe viele schwere Situationen überlebt, weil ich in die von anderen gebaute Welt der Wörter flüchten konnte, und ich hoffe wirklich, dass meine Bücher das Gleiche für meine Leser machen können.

Because I loved to read.  Which is kind of ironic as now I write I don’t have time to read enough.  But I love the way a book will take you out of yourself.  Out of the time and space and situation that you are occupying, to other worlds, other thoughts, other feelings.  The ultimate escape if you need one.  A release.  And I love how words can play on your emotions like music.  Can make you laugh when you feel like crying.  I survived many tough times because of being able to escape into the word built worlds of others, and I really hope that my books can do the same for my readers.

Wo und wann schreibst du? Gibt es einen besonderen Ort, eine bestimmte Zeit, ein Ritual, das nicht fehlen darf…?
When and where do you write? Is there a special place, a special time, a ritual that you always include?

Nun, es war immer in meiner Küche in meinem Haus in Cornwall. Aber bald ziehe ich um, also muss ich einen neuen Platz finden. Kürzlich war ich in einem sehr schönen Apartment in Berlin und habe meinen Platz am Couchtisch gefunden, wo ich 10 Tage lang glücklich geschrieben habe. Es ist eine „Gefühlssache“. Es ist schwer zu beschreiben, aber ein Ort fühlt sich entweder richtig an, oder es funktioniert nicht und es werden keine Worte kommen.
Das Einzige, das als Ritual gelten könnte ist das Bedürfnis, eine Ablenkung in der Nähe zu haben, für die Zeiten, in denen meine Gedanken weg vom Schreiben wandern. Für mich ist das meistens fotografieren oder malen (oder online shoppen ;) ), vielleicht Kaffee oder meine momentane Sucht, Maracujasaft, und meine tollen Freunde, die mir immer kleine Geschenke schicken, hübsche oder bedeutungsvolle Sachen, Karten oder Postkarten, und für gewöhnlich habe ich etwas davon in meiner Nähe, ganz egal, wo ich gerade arbeite, und das gibt mir ein Gefühl der Nähe zu ihnen, auch wenn sie ganz weit weg sind.

Well it was always in my kitchen in my house in Cornwall, but I am moving very soon, so I need to find new places.  I recently stayed in a very nice apartment in Berlin and found my home at the coffee table, where I wrote very happily for ten days.  It’s a real “feeling” thing.  It’s very hard to define actually, but somewhere either feels right or it doesn’t work, and no words will come.  The only things that might class as ritual are the need to have nearby, some kind of distraction for when my thoughts wander from writing, this is usually for me, photography or drawing, (or internet shopping ;) ) maybe some coffee or my current liquid addiction which is passion fruit juice, and my wonderful friends are always sending me thoughtful little gifts, pretty or meaningful things, cards or postcards, and I usually have something like that nearby wherever I work as it makes me feel close to them when they are far away.

Gibt es etwas, das du deinen deutschen Lesern schon immer einmal sagen wolltest?
Is there anything you’ve always wanted to tell your German readers?

Danke. Ich bin immer erstaunt und demütig, wenn mir jemand erzählt, dass er meine Bücher liebt, und ich freue mich über das Vertrauen und die Freundschaft, die mir von meinen Lesern, die ich treffe oder die durch meine Facebookseite Kontakt mit mir aufnehmen, entgegengebracht wird. Oh, und sei glücklich. Ich weiß, es ist nicht immer einfach, das Leben ist manchmal schwer, aber ich sage es zu allen Leuten die nach Cornwall kommen, wo das Wetter ständig wechselt und an jedem Ort anders sein kann, es mag hier und jetzt wolkig sein, aber es lohnt sich immer, auf Jagd nach dem Sonnenschein zu gehen.

Thank you.  I’m always amazed and very humbled when someone tells me they love my books, and I’m always delighted by the trust and easy friendship offered by those of my readers that I meet or who speak to me through my facebook page.  Oh, and be happy.  I know it’s not always easy, life can be hard sometimes, but as I say to all people who come to visit Cornwall where the weather changes by the mile, it may be cloudy right here, right now, but it’s always worth going hunting for the sunshine.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich freue mich darauf, dich im Mai zu treffen!
Thanks for taking the time to answer the questions. I’m looking forward to meeting you in May!

Danke für das Interesse. Ich freue mich auch. Bitte melde dich bei mir, so dass wir uns richtig unterhalten können :) Liebe Grüße, Sarah xxx

Thanks for having an interest.  I’ll really look forward to it too.  Please come and introduce yourself, so we can talk properly :)  Lots of love, Sarah xxx

Wer jetzt neugierig geworden ist auf Sarah und ihre Bücher, der kann sie natürlich auf ihrer Facebookseite besuchen. Oder ihr lest euch die beiden Rezensionen, die es auf meinem Blog gibt, durch. 


Donnerstag, 6. Februar 2014

Andreas Schlüter und Irene Margil - Zwillingschaos hoch zwei

 

Andreas Schlüter und  Irene Margil - Zwillingschaos hoch zwei
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
ISBN-13: 978-3833902314
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre

Malte und Julie sind gar nicht begeistert, als sie erfahren, dass sie von Freiburg in die Nähe von Hamburg ziehen. Die Zwillinge haben keine Lust, sich in einer neuen Gegend einzugewöhnen und neue Freunde zu suchen. Allerdings müssen sie nach dem Umzug feststellen, dass sie in einer sehr schönen Gegend gelandet sind. Das neue Haus liegt direkt an einem See und die Nachbarn haben einen Reiterhof.
Auch das Eingewöhnen in der Schule sollte so schwer nicht sein, beginnt doch gerade die 5. Klasse und alle Schüler sind neu. Tja, wenn nicht die Eltern der Zwillinge etwas verpeilt gewesen wären. Malte und Julie kommen doch tatsächlich eine Woche zu spät zur Schule. Und so beginnt ihre Zeit in der neuen Heimat genauso chaotisch, wie sie danach weitergeht. Spionageskandale, Schatzsuchen und Außerirdische, in dem kleinen Ort, in dem sie gelandet sind, ist einiges los. Und das wird von Malte und Julie unterhaltsam erzählt.

„Zwillingschaos hoch zwei“  ist ein Wendebuch. Das bedeutet, die gleiche Geschichte wird im Prinzip zweimal erzählt. Beginnt man von der einen Seite zu lesen, erfährt man die Geschehnisse aus der Sicht von Julie, die später einmal Journalistin werden möchte und anfängt ein Tagebuch zu führen, um später, wenn sie berühmt ist, leichter eine Autobiografie schreiben zu können. Wendet man das Buch, kann man die Geschichte aus der Sicht von Julies Zwillingsbruder Malte lesen, der seinen alten Freunden per Mail und SMS berichtet, was er erlebt.
Ich bin beim Lesen immer zwischen der Sicht von Malte und der von Julie hin- und hergesprungen. Das erwies sich als gute Entscheidung, denn so war die Geschichte noch unterhaltsamer als wenn ich die beiden Teile am Stück gelesen hätte. Julie und Malte erleben einige Dinge ganz unterschiedlich, und bei manchem Rätsel, das sich dem einen Zwilling stellt, kann der andere Licht ins Dunkel bringen.
Überhaupt ist es zwar im Prinzip zweimal die gleiche Geschichte, aber dann auch wieder nicht. Denn während Julie sich um die Gründung einer Schülerzeitung kümmert, zu reiten beginnt und Angst vor Einbrechern hat, ist Malte hauptsächlich damit beschäftigt, einen Schatz auf einer Insel im See zu suchen.

Die Geschichte ist in viele kurze Abschnitte unterteilt, besteht sie doch aus kurzen Tagebucheinträgen, Mails und SMS. So können auch weniger ausdauernde und geübte Leser Spaß mit diesem Buch haben. Geeignet ist es sowohl für Jungen als auch für Mädchen. Ich bin sicher, die Geschichte macht beiden Geschlechtern gleich viel Spaß.
Neben Spannung und vor allem Witz bietet das Buch auch etwas für das Auge, denn es ist wunderschön gestaltet und illustriert. Lustige Bilder, Anmerkungen und Symbole am Rand der Tagebucheinträge und Mails lockern die Geschichte auf und machen sie noch besser, als sie sowieso schon ist.


Ich kann dieses Buch allen kleinen Lesefreunden wirklich nur empfehlen. Und solltet ihr euch entschließen, es zu lesen, wechselt unbedingt zwischendurch zwischen den beiden Perspektiven. Dann erwartet euch wirklich ein Lesespaß vom Feinsten!

Samstag, 1. Februar 2014

Julia K. Stein – Ich und andere uncoole Dinge in New York


Julia K. Stein – Ich und andere uncoole Dinge in New York

Taschenbuch oder Kindle-Vesion: 274 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform 
  • ISBN-13: 978-1494295950












Judith ist 16, als sich ihr die Möglichkeit bietet, den Sommer in New York zu verbringen. Klar, dass sie von der Aussicht begeistert ist, ihrer Mutter über den großen Teich zu folgen in die Metropole, wo die Mutter den Sommer mit ihrem Geliebten, einen New Yorker Künstler, verbringt. Doch irgendwie läuft nichts wie geplant. Ihre Mutter hat keine Zeit für sie sondern schiebt sie in eine WG mit Rachel, der Nichte ihres Geliebten, ab. Außerdem hat sie Judith einen Praktikumsplatz besorgt. Statt die Stadt kennenzulernen, muss sie also täglich im Büro einer Computerfirma schwitzen und programmieren. Dabei kann sie gar nicht programmieren.
Es läuft alles also kein bisschen, wie Judith es sich vorgestellt hat. Aber dann lernt sie Peter kennen, einen Jungen, der sie mitnimmt in das New Yorker Nachtleben. Für Judith beginnt eine einzige große Party voller Alkohol und Sex. Doch was verbirgt Peter vor ihr? Warum benimmt er sich manchmal so komisch?

Julia K. Stein entführt in ihrer Coming-of-Age Story den Leser nach New York. Judith, die Protagonistin, war mir dabei gleich sympathisch, auch wenn ich sie manchmal zu naiv und leichtsinnig fand. In gewisser Weise konnte ich ihre Handlungen aber auch nachvollziehen, der Wechsel von einer deutschen Kleinstadt nach New York kann bei einer 16jährigen schon zu einem ziemlichen Kulturschock führen. Zu Hause eher eine graue Maus, nutzt Judith die neue Umgebung, um ganz neue Seiten an sich auszuprobieren. Ihre Entwicklung ist dabei glaubwürdig und die ganze Geschichte ist rasant, etwas chaotisch und dabei witzig. Ich hatte wirklich viel Spaß mit Judith und ihren neuen Freunden und habe mit ihr mitgefiebert. Eine richtig schöne Geschichte für Jugendliche. Einen Punkt gibt es allerdings, der mich gestört hat und der bei mir zu einer Abwertung in der Gesamtbeurteilung führt. Alkohol und Drogen spielen in dem Buch eine ziemlich große Rolle. Nun könnte man sagen, das tun sie im New Yorker Nachtleben eben, und damit hätte man vermutlich recht. Allerdings fand ich, dass Alkohol und Drogen in dem Buch als etwas ziemlich selbstverständliches dargestellt wurden, dass es normal wäre, wenn schon 16jährige dauerbesoffen sind. Judith denkt zwar manchmal darüber nach und versucht, zumindest etwas maßzuhalten, allerdings hätte ich eine deutlichere Warnung vor Drogenkonsum in einem Jugendbuch begrüßt.

Abgesehen von diesem Kritikpunkt fühlte ich mich aber sehr gut unterhalten. Ich werde die Autorin weiter beobachten, denn ihr Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er war locker und lustig und so hatte ich das Gefühl, mitten in der Geschichte zu sein. Ich bin gespannt, was wir noch alles von ihr zu lesen bekommen werden.