Sonntag, 29. Juni 2014

Sarah Ockler – Der Geschmack des Sommers


Sarah Ockler – Der Geschmack des Sommers
  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: cbt 
  • ISBN-13: 978-3570309070
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren











In Delilahs Leben ist eigentlich nichts so, wie es sein sollte. Im letzten Jahr hat sich die Welt der 17jährige zum schlechteren verändert. Sie hat Probleme in der Schule, ihre Freundinnen werden ihr immer fremder, und statt eines Freundes hat sie einen Nicht-Freund, einen Jungen, mit dem sie zwar Sex hat, von dem sie aber nichts weiß. Mit ihrer Mutter, die ein richtiger Workaholic ist, versteht sie sich immer schlechter, sie leben aneinander vorbei.
Dann kommt eines Nachts der Anruf, dass ihre Oma gestorben ist. Und zusammen fahren Del und ihre Mutter in das Haus ihrer Großmutter, um zusammen mit Dels Tante die Beerdigung vorzubereiten und das Haus zu renovieren. Es ist eine Rückkehr nach 8 Jahren, denn seit der Beerdigung von Dels Großvater, die in einem großen Familienstreit endete, war keiner von ihnen mehr dort, hat niemand mehr Kontakt zur Großmutter gehabt.

In diesem Sommer ändert sich viel in Delilahs Leben. Sie ergründet die Geheimnisse ihrer Familie, trifft einen Freund aus Jugendtagen wieder, findet eine wunderbare Freundin und versucht, sich ihrer Mutter wieder anzunähern. Das alles geht nicht ohne Reibereien, und so ist es eine Geschichte voller Hochs und Tiefs. Sie ist dadurch unglaublich emotional und sehr realistisch.

Wie schon in „Verlieb dich nie in einen Vargas“ schafft Sarah Ockler es auch in diesem Buch, sehr emotional und berührend zu schreiben, viele traurige Stimmungen zu vermitteln, ernste Themen zu behandeln und trotzdem eine positive Grundstimmung zu erschaffen.
Ich persönlich fand „Verlieb dich nie in einen Vargas“ etwas besser, allerdings erschien „Der Geschmack des Sommers“ in Amerika auch mehr als 2 Jahre früher. Sarah Ockler hat sich dazwischen vermutlich einfach weiterentwickelt und gesteigert. Das macht mich sehr neugierig auf alles, was noch von ihr kommen wird. Und dass mich das Buch nicht 100%ig überzeugt hat (sondern nur 99,9%ig ;) ), das liegt vermutlich auch daran, dass ich einfach unglaublich hohe Erwartungen an das Buch hatte.

Wer noch nichts von Sarah Ockler gelesen hat, dem würde ich empfehlen, zunächst Delilas Geschichte zu lesen und dann tief in die Welt von „Verlieb dich nie in einen Vargas“ einzutauchen. Beide Bücher sind absolut lesenswert. Emotional, traurig, bewegend und wunderschön. Ein melancholischer Lesegenuss, der einen glücklich zurücklässt!

Samstag, 28. Juni 2014

Gespräch mit Dorothea Böhme auf der LLC 2014


Endlich komme ich dazu, euch von meinem Interview mit Dorothea Böhme zu berichten. Statt fand es bereits vor 1 Monat auf der LoveLetter Convention. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nichts von der sympathischen Autorin gelesen, aber ihr Buch „Neben der Spur ist auch ein schöner Weg“ stand ganz oben auf meiner Wunschliste, hatte ich mich doch gleich in das tolle Cover verliebt. Inzwischen habe ich das Buch gelesen und rezensiert. Und nun berichte ich euch also endlich etwas mehr über die Autorin, mit der ich etwa 1 Stunde lang plaudern durfte. Ich war vorher etwas aufgeregt, weil es mein erstes live-Interview war, die bisherigen liefen alle per Mail ab, was ja doch etwas ganz anderes ist. Aber die Aufregung verflog schnell und es war eine total nette Stunde. Ich freue mich auf weitere Treffen mit Dorothea und hoffe doch sehr, sie in nicht allzu ferner Zukunft auf einer Lesung oder einer Messe wiederzusehen!

Das waren jetzt aber genug einleitende Worte und ich fange endlich an, euch zu berichten, was mir Dorothea so alles verraten hat. Die erste Frage war natürlich die danach, wie es ihr auf der LLC gefällt. Das Interview fand Sonntagvormittag statt, einen Tag LLC hatten wir also schon hinter uns. Wenig überraschend gefiel ihr die LLC sehr gut. Denn mal ehrlich, wem gefällt sie nicht? Dorothea beschrieb sie als „abwechslungsreich, lustig, unterhaltsam und gleichzeitig informativ“. Und da kann ich ihr nur zustimmen. Sie freute sich besonders darüber, dass sie auf der LoveLetter Convention die Möglichkeit hatte, mit ihren Lesern in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen. Bei der LLC hat man die Möglichkeit, längere Gespräche mit den Lesern zu führen, etwas, das auf Messen und bei Lesungen in der Regel zu kurz kommt, einfach weil der Zeitplan bei diesen Veranstaltungen viel zu straff ist.

Als nächstes war ich dann neugierig, wie Dorothea Böhme zum Schreiben gekommen ist. Sie ist tatsächlich keine der Autoren, die bereits als Kind geschrieben haben und schon immer Schriftsteller werden wollten. Nein, bei ihr begann das erst später, so mit etwa Mitte 20. Da bekam sie plötzlich Lust, Kurzgeschichten zu schreiben. Nach einigen Kurzkrimis, die ihr sehr viel Spaß machten, fing sie dann an, auch einen längeren Krimi zu schreiben. Ja, und das machte ihr dann so viel Spaß, dass sie beim Romanschreiben geblieben ist. Auch vor dem Schreiben war Dorothea allerdings schon kreativ. Sie hat z.B. Musik gemacht und Theater gespielt. Während des Studiums hat sie dann mit der Musik aufgehört und denkt, dass das Schreiben so ein wenig die Lücke gefüllt hat, die das Aufhören mit der  Musik in ihrem Leben hinterlassen hat.

Eine Frage, die mich im Gespräch mit Autoren eigentlich immer interessiert, ist die nach den Ideen. Woher nehmen sie nur all diese tollen Einfälle für Bücher? Bei Dorothea Böhme fängt meistens alles mit Bildern an, die plötzlich da sind, Szenen, die sie auf einmal vor sich sieht. Diese kurzen Szenen füllt sie dann nach und nach auf, mit selbst gemachten Erfahrungen und Erlebnissen, interessanten Personen, die sie getroffen hat und so nach und nach entwickelt sich daraus eine Geschichte. Ihre Geschichten sind dabei nicht wirklich realistisch und auf keinen Fall autobiographisch, aber eben inspiriert von den eigenen Erlebnissen und Beobachtungen.

Nachdem Dorothea ja ihre Autorenkarriere mit Kriminalromanen angefangen hat, war ich natürlich auch neugierig, wie es zu dem Wechsel zum Frauenroman kam. Da hat sie mir berichtet, dass sie einfach einmal Lust auf etwas anderes hatte. Sie wird auch weiter Krimis schreiben, hatte aber Lust, etwas neues auszuprobieren und schließt auch nicht aus, dass noch weitere Genres folgen werden.

„Neben der Spur ist auch ein schöner Weg“ berichtet von einem abenteuerlichen Roadtrip, der die Protagonisten nach Italien führt. Da lag die Frage, warum ausgerechnet Italien, natürlich nahe. Die Antwort war, dass Italien für Dorothea Böhme einfach fest verbunden mit Sommer, Sonne und Urlaub ist und deswegen einfach passend für diesen Roman, den sie im Sommer geschrieben hat und der auch eine Sommerstimmung vermitteln soll. Sie selber hat auch schon einmal ein paar Monate in Italien gelebt und mag das Land einfach.
Der nächste Liebesroman, der von ihr erscheinen wird, wird auch wieder ein Sommerroman sein. Der wird allerdings nicht in Italien spielen, sondern es wird um eine Kreuzfahrt auf der Donau gehen.

Nach all diesen spannenden Informationen habe ich dann Dorothea die Möglichkeit gegeben, sich selbst eine Frage zu stellen. Ich finde es sehr spannend, was die Autoren selbst gerne einmal gefragt werden würden in Interviews. Bei Dorothea war es die Frage, ob sie ihre Charaktere mag. Und natürlich lieferte sie auch gleich die Antwort zu der Frage. Gerade in ihren Krimis hat sie oft auch recht unsympathische Charaktere. In „Neben der Spur ist auch ein schöner Weg“ ist das nicht so, aber auch dort gibt es Szenen, in denen sie ihre Charaktere nicht mag. Aber gerade die Charaktere, die nicht so sympathisch sind, die viele Ecken und Kanten haben und von denen man weiß, dass sie im wirklichen Leben unglaublich anstrengend wären, die wachsen ihr meistens besonders ans Herz.

Spannend finde ich auch immer die Frage, ob die Autoren Einfluss auf die Covergestaltung und den Titel haben. Beides fiel mir bei ihrem Liebesroman sofort ins Auge und ich bin wirklich begeistert von Cover und Titel. Dorothea ist das übrigens auch. Der Titel war dabei ein Vorschlag ihrer Lektorin, der ihr gleich gut gefiel. Und auch das Cover wurde so vom Verlag vorgeschlagen und konnte sie auf Anhieb begeistern.

Zum Abschluss interessierte mich dann noch, wie schwierig es war, einen Verlag zu finden. Dorothea war selbst überrascht, dass es gar nicht so schwer war. Bei ihren Kurzkrimis hatte sie viele Absagen bekommen und so hatte sich bei den Romanen dann darauf eingestellt, dass eine Absagewelle auf sie zukommt. Doch Gmeiner hat dann ziemlich schnell zugesagt, ihre Krimis zu verlegen und inzwischen wird sie von der Literaturagentur Schmidt & Abrahams vertreten, die auch recht schnell einen Verlag für ihren Frauenroman gefunden haben.

So, das war also mein Gespräch mit Dorothea Böhme. Ich möchte mich an dieser Stelle bei ihr und bei Kris vom LoveLetter – Team bedanken, dass ich die Möglichkeit für dieses Interview bekommen habe. Und ich freue mich jetzt schon auf die Kreuzfahrtgeschichte nächstes Jahr!

Samstag, 21. Juni 2014

Dorothea Böhme - Neben der Spur ist auch ein schöner Weg


Dorothea Böhme - Neben der Spur ist auch ein schöner Weg

Taschenbuch: 288 Seiten












Was haben eine Rentnerin, die gerade ihren Mann beerdigt hat, ein Mädchen kurz vor dem Abi und eine Frau mit einer Aktentasche voller Geld gemeinsam? Nun, nicht wirklich viel, aber alle drei haben das Ziel Italien. Und so kommt es, dass Margot, Laura und Sabine eine ungewöhnliche Reisegemeinschaft bilden. Die Rentnerin Margot und die junge Laura verstehen sich dabei schnell sehr gut und vertrauen sich ihre Probleme an. Während Margot vor dem drohenden Altersheim flieht, möchte Laura ihren Ex-Freund zurückgewinnen. Ihre Freundin riet ihr, unerreichbar zu sein, und genau das ist sie durch ihre Italienreise. Allerdings nicht nur für den Ex sondern auch für Eltern und Freunde.
Sabine ist vor allem Laura zunächst recht unsympathisch. Die Frau, die mit einem Koffer voll Geld am Straßenrand steht, ist ihr nicht geheuer. Wo kommt das Geld her? Etwa von einem Banküberfall?

Die Reise der drei unterschiedlichen Frauen erweist sich als recht turbulent, flüchten sie doch nicht nur vor der Polizei sondern auch vor einem Privatdetektiv. Warum? Tja, das ist gar nicht so einfach zu sagen, einen Grund zum Verfolgen bieten tatsächlich alle drei Frauen.
Die ganze Geschichte ist wie ein Roadmovie in Buchform. Es ist eine recht abgefahrene Geschichte, voller Witz und Warmherzigkeit. Sie lebt vor allem von den sympathischen Figuren. Die Rentnerin Margot habe ich dabei besonders in mein Herz geschlossen. Sie ist rüstig, weiß was sie will und hat so manche verrückte Idee. Sie schreckt vor fast nichts zurück – außer vor Auseinandersetzungen mit ihrem Sohn.
Das ganze Buch habe ich in sehr kurzer Zeit verschlungen, es las sich einfach schnell weg. Ich war gespannt darauf, wie sich alles auflöst, wobei der Weg eindeutig wichtiger war als das Ziel. Und das Buch hat, so witzig es ist auch ist, gleichzeitig eine Tiefe und Ernsthaftigkeit, die man zunächst vielleicht nicht erwartet und regt zum Nachdenken an.

Die Geschichte hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe eigentlich nur einen Kritikpunkt, ich fand sie zu kurz. Am Ende hätte ich gerne noch weiter gelesen, hätte die Figuren am liebsten ein Stück weiter auf ihrem Weg begleitet. Ich wollte mich gar nicht trennen von dem außergewöhnlichen Trio!
Schon jetzt freue ich mich auf weitere Werke aus der Feder von Dorothea Böhme. Die sympathische Autorin ist eine der Entdeckungen der LLC 2014 für mich! Aber auch ohne das Interview, das ich dort mit ihr führen durfte (ihr könnt es schon bald hier auf dem Blog nachlesen, versprochen!) hätte ich wohl zu dem Buch gegriffen, denn ihr müsst zugeben, Cover und Titel sind einfach Genial!
Ich kann euch nur dazu raten, begleitet das ungewöhnliche Trio auf ihrer turbulenten Reise nach Italien!

Mittwoch, 18. Juni 2014

Bettina Belitz - Luzie & Leander 8 - Verflixt romantisch


Bettina Belitz - Luzie & Leander 8 - Verflixt romantisch

Broschiert: 248 Seiten
  • Verlag: Loewe
  • ISBN-13: 978-3785573938
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 13 Jahre











Endlich ist er da, der 8. und letzte Band der Luzie & Leander – Reihe. Etwa 2 Jahre lang hat man Luzie und ihren ehemaligen Schutzengel begleitet. Dabei haben sie zusammen so manches Abenteuer erlebt und Luzie kam in viele schwierige Situationen. Jetzt steht eine letzte Aufgabe bevor, dann kann das Leben von Luzie wieder halbwegs normal werden. Leander muss endlich den Dreisprung vollenden, um endgültig ein Mensch zu werden. Nur dann kann er weiter existieren, und dann müssen Luzie und er ihre Beziehung auch nicht mehr geheim halten bzw. sie können endlich wirklich eine beginnen. Allerdings ist das mit dem Dreisprung gar nicht so einfach. Leander muss eine letzte Aufgabe vollbringen und auch Luzie hat einige Aufträge zu erledigen – Aufträge, die Leander nicht erklärt, und die ihr so gar nicht gefallen. Sie darf kein Parkour mehr machen, nicht mehr lügen und dann soll sie sich auch noch mit ihren früheren Freunden versöhnen. Wie soll das gehen? Und sollte wider erwarten alles klappen, wird Leander sie dann immer noch lieben, auch wenn er sie dann nicht mehr braucht? Die Wochen vor dem Dreisprung sind nicht einfach.

Der letzte Band der Reihe bringt die Geschichte zu einem runden Ende. 8 Bände lang hat man Luzie und den ehemaligen Schutzengel begleitet, und beide haben in der Zeit eine große Entwicklung durchgemacht. Luzie hat sich während der Reihe von einem jungen Mädchen zu einem richtigen Teenager entwickelt, der auf dem besten Weg ist, eine verantwortungsvolle Frau zu werden. Gerade in diesem letzten Band lernt man Luzie noch einmal von ganz neuen Seiten kennen. Trotz allem bleibt sie aber irgendwie auch das sympathische stürmische Mädchen aus Band 1, das mit Jungs viel mehr anfangen kann als mit Mädchenkram. Bettina Belitz hat es geschafft, eine Entwicklung der einzelnen Charaktere hinzubekommen, bei der sie sich alle treu bleiben.
„Verflixt romantisch“ bringt die Reihe zu einem für den Leser zufriedenstellenden Ende. Der letzte Band ist wirklich noch einmal richtig schön und man kann sich mit einem guten Gefühl von Luzie und ihren Freunden verabschieden. Es ist zwar irgendwie ein komisches Gefühl, zu wissen, dass es das jetzt war, dass man die Figuren loslassen muss, aber sie sind jetzt in der Lage, allein und unbeobachtet von uns Lesern ihren Weg zu gehen.

Danke an Bettina Belitz für diese originelle und liebenswerte Reihe. Ich hoffe, dass noch viele Jugendliche Luzie und Leander in ihr Herz schließen und auf ihrem Weg begleiten werden. Sie sind ein witziges und sympathisches Paar, das Aufmerksamkeit verdient hat!

Dienstag, 17. Juni 2014

gut gebrüllt Loewe XXL - meine erste Challengeteilnahme

In der Buchbloggerwelt gibt es immer wieder Challenges. Zu den verschiedensten Themen und Aufgaben werden Bücher gelesen, so eine Challenge kann einen Ansporn geben. Aber eigentlich lese ich ja nicht, um einen Wettbewerb zu gewinnen. Deswegen habe ich Challenges bisher ignoriert. Bis gestern. Denn da entdeckte ich eine, der ich nicht widerstehen konnte.
Bei Ally startet nämlich eine Loewe/Script 5 - Challenge. Da ich die Bücher dieser Verlage liebe und ohnehin einige verschlinge, habe ich beschlossen, mitzumachen. Ich denke zwar nicht, dass ich große Gewinnchancen habe, aber dabei sein ist alles!


Worum es genau geht? Das könnt ihr hier nachlesen. Kurz zusammengefasst geht es darum, im Zeitraum von einem Jahr möglichst viele Bücher der beiden Verlage zu rezensieren. Dafür muss man übrigens keinen Blog haben, man kann auch mitmachen, wenn man seine Rezensionen auf einer Plattform im Internet veröffentlicht. Zu gewinnen gibt es natürlich Bücher. Ich freue mich darauf, ganz viele Bücher zu entdecken und auch die Blogs der Mitteilnehmer! Meine erste Rezension für die Challenge kommt übrigens schon morgen :)

Montag, 16. Juni 2014

Constanze Wilken – Der Duft der Wildrose


Constanze Wilken – Der Duft der Wildrose
  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • ISBN-13: 978-3442479610













Als ihre Tante Birdie krank ist, zögert die junge Caitlin nicht, zu ihr zu fahren, um während ihres Krankenhausaufenthaltes den Porzellanladen im kleinen walisischen Küstenort Portmeirion zu führen. Zwar hat Cait, die Inneneinrichterin ist, selbst einen gut bezahlten und zeitaufwendigen Job, aber es ist sofort klar, dass sie ihrer Tante hilft. Zu der hat sie eine besondere Bindung, weil sie immer für Cait da war und sie und ihre Schwester nach dem Tod der Eltern aufgenommen hat.

Während der Krankheit ihrer Tante wird Cait nicht nur mit alten und neuen Verehrern konfrontiert, sondern auch mit einem Familiengeheimnis und mit Vogeleierräubern im Nationalpark. Die Geschichte ist dadurch abwechslungsreich und spannend. Ich konnte mich richtig hineinversenken in die zauberhafte Gegend in Wales und in Caits Geschichte. Cait ist dabei kein ganz einfacher Charakter, durch eine schwierige Jugend hat sie Probleme damit, zu vertrauen und Nähe zuzulassen. Trotzdem ist sie nicht unsympathisch, und so habe ich ihr und dem attraktiven Ranger von Anfang an die Daumen gedrückt. Dank des Rangers gibt es neben Familiengeheimnis und Liebesgeschichte auch noch einen Kriminalfall zu lösen und die eine oder andere brenzlige Situation. Klingt nach viel, aber der Roman ist keinesfalls überladen. Ich habe jede Seite genossen, auch wenn – oder vielleicht gerade weil? – er eine recht melancholische Grundstimmung hat.
Dank des Familiengeheimnisses gibt es übrigens auch immer wieder kleine Rückblicke auf die Kindheit von Birdie und ihrer Schwester. Ich liebe es, wenn Bücher in zwei Zeitebenen spielen und so hat mir das auch im Duft der Wildrose gut gefallen.

Insgesamt ist es eine wunderschöne melancholische Geschichte, die zwar ein paar kleine Längen hatte, mich aber in ihren Bann ziehen und überzeugen konnte. Sie macht Lust darauf, selbst einmal nach Wales zu fahren und im Snowdownia Nationalpark Berge zu besteigen – hoffentlich gibt es, bis es bei mir so weit ist, dort immer noch eine intakte Vogelwelt. Die Geschichte der Eierdiebe ist leider nicht erfunden, sondern ein wirkliches Problem. Ich wünsche unserer Natur daher viele Ranger wie Jake, die den Eierdieben den Kampf ansagen – und mir wünsche ich viele weitere Bücher, mit denen ich zumindest im Kopf in wunderschöne fremde Gegenden reisen kann.

Freitag, 13. Juni 2014

Strandkorblesung von Gabriella Engelmann am 05.06.2014


Zumindest Emmi nutzte den Strandkorb 

Auch wenn ich ja erst zwei Tage zuvor auf einer Lesung von Gabriella Engelmann gewesen war, so konnte ich auch der Strandkorblesung im Haus Agge nicht wiederstehen. Es lockten eine nette Gastgeberin, leckerer Kuchen und ein Originalschauplatz. Die Pension Agge spielt nämlich in Gabriella Engelmanns Roman Sommerwind eine Rolle. Und so las Gabriella natürlich unter anderem Stellen, die genau dort spielten, wo wir gerade waren. Dank etwas regnerischem Wetter übrigens nicht im Garten der Pension, in dem ein Strandkorb steht, sondern drinnen in der Stube. Aber das tat der Stimmung und der Gemütlichkeit keinen Abbruch. 20 Personen hatten es sich an den Tischen bei Kaffee, Tee und super leckerem von Gastgeberin Güde Vöcking selbst gebackenem Butterkuchen gemütlich gemacht. Der Raum war passend mit Gabriellas Büchern dekoriert und so waren alle gespannt auf Gabriellas Lesung.




                                               



















Auch wenn manche Stellen die gleichen wie bei der Lesung zwei Tage zuvor waren, schaffte Gabriella es, mich erneut in ihren Bann zu ziehen. Verzückt lauschte ich ihr und nutzte am Ende die Gelegenheit, eine signierte Ausgabe von Sommerwind für meine Ferienwohnung zu erstehen. Denn auch bei dieser Lesung hatte die Wyker Buchhandlung einen Büchertisch gestellt und eine nette Mitarbeiterin hat dafür sogar einen Teil ihres freien Nachmittags geopfert. Dafür ein ganz großes Dankeschön!
Sollte jemand eine Unterkunft auf Föhr suchen, so kann ich Haus Agge nur empfehlen, neben einer netten Vermieterin liegt es auch wirklich zauberhaft in Nieblum.





















Für mich endete mit dieser Veranstaltung mein literarischer Urlaub. Deswegen an dieser Stelle ein großes Dankeschön von mir an Gabriella. Denn neben den schönen Veranstaltungen mit ihr (neben den zwei Lesungen aus ihren Büchern waren da ja auch noch die Lesung von Janne Mommsen, die wir gemeinsam besuchten, eine Signierstunde und ein gemütliches Kaffeetrinken zusammen mit weiteren begeisterten Lesern) hat Gabriella mich dazu gebracht, nach 12 Jahren wieder auf „meine“ Insel zu fahren und es war wirklich wie heimkommen. Und ich habe in dieser Woche auf Föhr total viele super nette Leute kennengelernt. Gabriella Engelmann hat sehr nette Leser, und ich bin froh, einige davon jetzt persönlich zu kennen. Ich hoffe, wir schaffen es wirklich, uns alle wieder zu treffen!

Die Kerzenscheune in Nieblum, auch ein wichtiger Schauplatz von Sommerwind



Mittwoch, 11. Juni 2014

Lesung von Gabriella Engelmann aus Sommerwind – musikalisch begleitet von Norma


Am 03.06. war es soweit, der eigentliche Grund meines Föhrurlaubs stand vor der Tür. Gabriella Engelmann präsentierte abends ihren neuen Roman zusammen mit der Föhrer Sängerin Norma. Ich selber durfte die Lesung mit ein paar Fragen an Gabriella eröffnen und ließ sie den anwesenden Gästen im ausverkauften Raum erzählen, wie es für sie war, über Föhr zu schreiben, wie sie recherchiert hat und was wir in Zukunft von ihr lesen dürfen. Als nächstes wird von Gabriella die Fortsetzung der „Villa zum Verlieben“ erscheinen. Auf die immer häufiger kommende Frage nach einer Sommerwind-Fortsetzung kann Gabriella noch nicht wirklich antworten, aber sie schließt sie zumindest nicht aus. Mich würde es ja sehr freuen, meiner Meinung nach ist vor allem die Geschichte von Levke längst noch nicht fertig erzählt.





Nach dem kurzen Interviewteil konnte ich dann die Veranstaltung ganz entspannt genießen. Gabriella las ausgewählte Stellen aus Sommerwind und Norma sang zwischendurch immer wieder zu den Stellen passende Songs. Ich habe mir ja im Vorfeld Normas CD gekauft, die mir auch gut gefällt, aber ich muss sagen, live ist sie noch 1000mal besser. Wahnsinn, was für ein Gefühl sie mit ihrer glockenklaren Stimme transportiert! Ich hatte mehrmals Gänsehaut! Ihre Lieder haben Gabriellas Lesung wirklich perfekt ergänzt. Der ganze Abend bekam durch das gelungene Miteinander von Text und Musik eine ganz besondere Stimmung und die Zeit verging wie im Flug. Wer davor Buch und CD noch nicht hatte, der wollte sie danach unbedingt haben. Und nach einem letzten Lied, bei dem alle Zuhörer Teile mitsingen konnten, und das, obwohl das Lied auf Friesisch war, und einer kurzen Fragerunde konnte dann auch jeder Normas CD und Gabriellas Bücher an einem von der organisierenden Wyker Buchhandlung aufgebauten Büchertisch erwerben. Sowohl Gabriella als auch Norma standen natürlich für Signaturen, Fotos und weitere Fragen zur Verfügung.

Eine Frage, die bei mehreren aufkam, war übrigens die nach Hörbüchern von Gabriellas Inselbüchern. Lieber Knaur-Verlag, falls ihr hier mitlest, gibt es da irgendwelche Aussichten? Es würde viele Fans freuen!

Gabriella Engelmann und Norma
Am Ende bleibt mir eigentlich nur noch, ein riesengroßes Dankeschön an Gabriella Engelmann und Norma aber natürlich auch an die organisierende Wyker Buchhandlung und an Horst P M Osinski, der die Veranstaltung gefilmt und fotografiert hat, zu richten für diesen wunderschönen unvergesslichen Abend! Ich hoffe, ich werde es irgendwann einmal in ein Konzert von Norma schaffen und ich freue mich natürlich auf weitere Lesungen von Gabriella. Sobald ein Video mit Ausschnitten der Veranstaltung online ist, werde ich euch selbstverständlich darauf hinweisen.

Nachtrag: Wie Versprochen liefere ich die Videos nach. Insgesamt 25 Minuten könnt ihr hier sehen, und ich muss sagen, ich habe auch beim Videoschauen erneut Gänsehaut!





Dienstag, 10. Juni 2014

Janne Mommsen - Friesensommer

  • Janne Mommsen - Friesensommer
  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: rororo 
  • ISBN-13: 978-3499267383













Der junge Kalifornier Harry Peterson flieht 1968 vor der Einberufung zum Vietnamkrieg nach Föhr. Sowohl sein Vater als auch die Familie seiner Mutter kommen von der Nordseeinsel, und Harrys Vater hat dort noch ein Haus. Somit ist es der ideale Fluchtort für Harry, der mit einem gefälschten Pass in einem hippiemäßig bemalten Bus dort ankommt. Es ist erst einmal ein Schock für ihn, aber so nach und nach gewöhnt er sich ein. Doch nach nicht einmal 1 Jahr geht etwas schief und Harry muss erneut fliehen.
40 Jahre später kehrt er zurück nach Föhr. Dort trifft er auf einige alte Bekannte und auch auf seine frühere große Liebe. Kann er an die alten Zeiten auf Föhr anknüpfen?

Wie schon in seinen Büchern rund um Oma Imke entführt Janne Mommsen uns in seinem neuesten Werk wieder auf die Insel Föhr. Diesmal aber nicht nur in das Föhr der heutigen Zeit, sondern auch in das Föhr Ende der 60er. Man taucht mitten in die Welt der Hippies ein. Moment, Hippies auf Föhr? Gab es die da überhaupt?
Er sollte sich vorstellen, dachte Harald, immerhin waren sie ab jetzt Nachbarn. Was das wohl für Menschen waren? Hippies in indischen Klamotten und mit Blumen im Haar wie in San Francisco? Wohl kaum. Andererseits, was hatte der Guru auf dem Balkon in San Francisco gesungen? „Nichts ist unmöglich, vor allem nicht das Unerwartete“ – man wusste also nie. (S. 58)
Natürlich sind die neuen Nachbarn von Harry keine Hippies, und es ist nicht ganz einfach für ihn, Anschluss zu finden. Als es schließlich doch gelingt, beginnt eine tolle Zeit für ihn. Eine Zeit, die ein abruptes Ende findet. Eine Zeit, an die er 40 Jahre später eher unfreiwillig wieder anknüpft.

Gerade diese Zeitsprünge – es werden immer wieder abwechselnd Erlebnisse aus der Vergangenheit und von heute berichtet – macht das Buch besonders spannend und lässt es nur so dahinfliegen.
Harry habe ich dabei genauso schnell in mein Herz geschlossen wie die manchmal etwas sturen Bewohner Föhrs. Das Buch ist voller wahrer interessanter Details, sei es ein lebendes Krokodil, das man in einer Kneipe gewinnen konnte oder die Erlebnisse bei einem Besuch von Gunter Sachs und Brigitte Bardot am Nacktbadestrand von Sylt – dem Buch merkt man an, dass es gut recherchiert wurde. Es spiegelt die Zeit und das Leben auf Föhr gut wieder, ohne belehrend oder langweilig zu sein. 

Friesensommer ist ein amüsantes Buch, das gleichzeitig immer wieder nachdenklich stimmt. Locker leicht wie eine Hippieparty liest sich Janne Mommsens Werk. Ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Lasst euch Entführen auf die Insel Föhr!

Montag, 9. Juni 2014

Lesung aus Friesensommer von und mit Janne Mommsen


 Ich habe Janne Mommsens Bücher rund um Oma Imke verschlungen. Da war ich natürlich neugierig auf sein neuestes Werk, das zwar auch wieder auf Föhr spielt, aber nichts mit Oma Imke zu tun hat. Nein, Friesensommer ist ein ganz anderes Buch. Und als ich feststellte, dass Janne Mommsen am 31.05., meinem ersten Urlaubstag auf Föhr, dort den Friesensommer präsentieren würde, da war klar, was ich an dem Abend machen würde.
Zusammen mit Gabriella Engelmann, die auch an diesem Tag angereist war, ging ich also in den Kurgartensaal, wo die Präsentation stattfinden sollte. Dort war Janne Mommsen schon eine halbe Stunde vor Beginn der Lesung eifrig am Signieren und auch ich besorgte mir am von der Buchhandlung bubu aufgebauten Büchertisch schnell eine Ausgabe vom Friesensommer.


Janne Mommsen und Bubu
Und dann ging es also los. Begrüßt von Bubu himself startete Janne Mommsen seine Lesung.
In Friesensommer geht es um die Geschichte von Harry Peterson. Der junge Kalifornier flieht 1968 vor der Einberufung zum Vietnamkrieg nach Föhr. Sowohl sein Vater als auch die Familie seiner Mutter kommen von der Nordseeinsel, und Harrys Vater hat dort noch ein Haus. Somit ist es der ideale Fluchtort für Harry, der mit einem gefälschten Pass in einem hippiemäßig bemalten Bus dort ankommt. Es ist erst einmal ein Schock für ihn, aber so nach und nach gewöhnt er sich ein. Doch nach nicht einmal 1 Jahr geht etwas schief und Harry muss      wieder fliehen.



40 Jahre später kehrt er zurück nach Föhr. Dort trifft er auf einige alte Bekannte und auch auf seine frühere große Liebe. Kann er an die alten Zeiten auf Föhr anknüpfen?
Das Buch spielt also in wie Zeitebenen. Gelesen hat Janne Mommsen hauptsächlich aus den Passagen, die Ende der 60er spielen, um nicht zu viel von der Handlung vorwegzunehmen. Ich fand es toll, denn die Passagen aus der Vergangenheit fand ich besonders spannend und interessant. Und Janne Mommsen las nicht einfach nur, er erklärte auch immer wieder Kleinigkeiten, wies immer wieder darauf hin, dass viele Anekdoten des Buches wahr sind. So wurde z.B. in einer Föhrer Kneipe tatsächlich einmal ein lebendes Krokodil verlost. Die Lesung hat mir deutlich vor Augen geführt, wie aufwendig und intensiv Janne Mommsen recherchiert haben muss. Und das hat sich gelohnt. Das Buch ist unglaublich atmosphärisch!

Die Lesung verging wie im Fluge, ich hätte Janne Mommsen noch stundenlang zuhören können. Aber nach etwa 1,5 h war leider Schluss. Einen Trost hatte ich allerdings: Das frisch gekaufte Buch wartete ja auf mich. Und das wurde dann auch direkt auf Föhr verschlungen. Meine Rezension folgt in Kürze, aber dass sie positiv ausfallen wird, könnt ihr euch sicher schon denken, oder?

Donnerstag, 5. Juni 2014

Uticha Marmon - Die vier Sommersprossen: Ein Stadtradieschen zieht aufs Land


Uticha Marmon - Die vier Sommersprossen: Ein Stadtradieschen zieht aufs Land

Gebundene Ausgabe: 156 Seiten
  • Verlag: Egmont Schneiderbuch
  • ISBN-13: 978-3505132896
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren










 Die 10jährige Mali zieht mit ihrem Vater an die Nordsee in einen kleinen Ort. Dort wartet nicht nur ein Hof mit Mühle auf sie sondern auch eine neue Familie - ziehen sie doch mit Miriam und deren beiden Söhne Ole und Luk zusammen.
Mali freut sich auf das neue Zuhause, auch wenn sie etwas Angst davor hat, sich neue Freunde suchen zu müssen. Und den 1 Jahr älteren Luk, den bräuchte sie auch nicht wirklich.
Der Start am neuen Ort erweist sich dann auch als schwierig, doch als ein Hund auftaucht, ändert sich einiges. Denn der Hund braucht Hilfe und dabei findet Mali nicht nur eine neue Freundin sondern lernt auch Ole und Luk besser kennen.

Das Buch liest sich schnell, es ist flüssig geschrieben. Erzählt wird es aus der Sicht von Mali, die die Geschichte locker und lustig erzählt. Die Bewohner des kleinen Ortes Tide werden lebendig beschrieben, die Abenteuer, die Mali erlebt, sind nicht groß, aber sehr lustig. Ein Buch rund um Freundschaft, ein Buch, das beim Lesen ein warmes glückliches Gefühl hinterlässt. Perfekte Sommerlektüre für kleine Leser, und wer auf den Geschmack kommt, der kann dann gleich noch die Folgebände lesen. Bisher sind bereits 3 Bände rund um die vier Sommersprossen erschienen, ein 4. erscheint im August.

Dienstag, 3. Juni 2014

Kristina Steffan - Land in Sicht



Kristina Steffan - Land in Sicht
  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag 
  • ISBN-13: 978-3453357785












Charlotte Ellenberg - genannt Lotta - ist ein ziemlicher Kontrollfreak.Sie hasst Veränderungen und liebt Listen. Leider ist sie da die Einzige in ihrer ziemlich verrückten Familie. Ihre Mutter betreibt eine Pension in Thailand, wo sie sich um die Auren der Gäste kümmert, meditiert und jede Menge Räucherstäbchen verbraucht, und Lottas kleine Schwester Lea, die Lotta nach dem Verschwinden des Vaters (er kehrte niemals von der Ostsee zurück) praktisch alleine aufgezogen hat, ist immer dagegen und scheint keinen wirklichen Plan zu haben, was sie will. 
Als die Oma von Lotta und Lea stirbt und beiden Schwestern ihr Haus unter der Bedingung hinterlässt, dass sie es renovieren und 1 Jahr lang gemeinsam bewohnen, beginnt für Lotta eine schwierige Zeit. Eine Zeit voller Veränderungen, in der sie mit unfähigen Handwerkern kämpfen, die Beziehung zu ihrer Schwester überdenken und auch an ihrer Angst vor Beziehungen arbeiten muss.

Der Untertitel des Buches lautet "Das Glück schmeckt nach Äpfeln und Schokolade". Und das trifft es eigentlich ziemlich gut. Warum, das kann ich hier nicht verraten, aber der Untertitel passt. Der eigentliche Titel  übrigens auch, denn von Kiel geht es für die Ellenberg-Schwestern nach Droggendiel - ein kleines Dorf voller neugieriger Nachbarn, seltsamer Bräuche aber auch voller Hilfsbereitschaft.

Die Protagonisten sind sehr sympathisch, wenn auch nicht wirklich normal. Lotta und Lea hatten es in ihrem Leben nicht leicht. Sie sind mit der etwas sonderbaren Kindheit sehr verschieden umgegangen und haben deswegen auch ziemliche Probleme, miteinander auszukommen. Lotta, die viel zu früh Verantwortung tragen musste, muss immer alles unter Kontrolle haben, alles entscheiden und bestimmen. Das macht es für Lea und auch alle anderen natürlich nicht leicht, mit ihr klarzukommen. Lea begann deshalb früh damit, aus Prinzip dagegen zu sein und hat längst kein so organisiertes und strukturiertes Leben wie ihre Schwester. Die beiden zusammen in einem Haus, das kann nur zu Reibereien führen. Und diese Reibereien darf man als Leser also mitverfolgen. Mal ernst, mal amüsant bietet das Buch unterhaltsame Stunden. Es ist kein oberflächlicher chick-lit, dafür werden zu viele ernste Themen behandelt, entwickeln sich die Figuren zu stark und setzen sich mit ernsthaften Problemen auseinander. Trotzdem liest es sich locker und leicht und man möchte gar nicht mehr auftauchen aus dem Leben der Schwestern und aus Droggendiel, dem sympathischen kleinen Dorf.
Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz in dem Buch, und wie sollte es anders sein, auch hier läuft nicht alles glatt. Wäre ja auch langweilig sonst.

Insgesamt ist es ein Buch, das mich auf ganzer Linie überzeugt hat. Kristina Steffan schafft es immer wieder, dass ihre Figuren mein Herz erobern. Ich freue mich jetzt schon auf jedes weitere Buch aus ihrer Feder!