Donnerstag, 26. Februar 2015

Tara Sivec – Kiss me, stupid


Tara Sivec – Kiss me, stupid

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN-13: 978-3548286488
Originaltitel: Seduction and Snacks

Das Taschenbuch erscheint am 10. Juli 2015.
Das eBook ist ab dem 02.03.2015 erhältlich.










Mit Anfang 20 verliert Claire auf einer Studentenparty ihre Jungfräulichkeit. Leider vergisst sie nicht nur, ihren Geschlechtspartner nach seinem Namen zu fragen sondern auch, ein Kondom zu nutzen. Und so ist sie, die Kinder nicht ausstehen kann, auf einmal alleinerziehende Mutter. Sie und ihre Freundin Liz tun zwar alles Mögliche, um den Vater des Kindes zu finden, aber erfolglos. Statt Karriere zu machen zieht Claire wieder zu ihrem Vater. Sie jobbt in einer Bar und auch wenn sie es nicht für möglich gehalten hätte, sie liebt ihren Sohn Gavin wirklich. Meistens zumindest. Auch wenn er ein recht wildes, und vor allem dauerredendes und mit Schimpfwörtern um sich schmeißendes Kind ist. Als Gavin 4 ist, steht auf einmal sein Vater Carter vor Claire. Doch im Gegensatz zu ihr erkennt er nicht, dass Claire der One-Night-Stand von damals ist. Auch wenn er nach der Nacht nach Claire gesucht hat, er erinnert sich nur noch an ihren Geruch und nicht mehr an ihr Aussehen.
Claire überlegt fieberhaft, wie sie ihm sagen soll, wer sie ist und vor allem, dass es Gavin gibt. Das ist gar nicht so einfach, wenn man von einer peinlichen Situation in die nächste stolpert und das eigene Kind dem Vater erst einmal kräftig in die Eier tritt.

„Kiss me, stupid!“ ist ein Buch, bei dem ich eine ganze Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte zu finden. Und das liegt nicht am Inhalt des Buches. Der hat mich begeistert und oft zum Lachen gebracht. Aber so witzig das Buch auch ist, voll mit abstrusen Szenen und Gesprächen, es ist in einem sehr vulgären Stil geschrieben. Es wimmelt nur so von Ausdrücken wie Ficken, Eier und Vagina und es kommen Kraftausdrücke am laufenden Band vor. Ich bin eigentlich nicht prüde, dachte ich zumindest bisher. Aber hier war mir das tatsächlich etwas zu viel. Gerade am Anfang, als es noch nicht einmal zu Sex kam, fand ich es seltsam, wie oft man trotzdem die Worte ficken und Vagina einbauen kann in eine Geschichte.

Abgesehen von dem eben recht umgangssprachlichen Erzählstil hat das Buch mir aber wirklich sehr gut gefallen. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Claire und Carter erzählt, so dass man beiden Hauptpersonen schnell näher kommt und eine emotionale Verbindung aufbaut. Und schon lange hat mich kein Buch mehr so oft zum Lachen gebracht. Das Buch ist voller kuriosen Situationen. Man erlebt Sexspielzeug-Verkaufspartys, die Eröffnung einer Kombi aus Kuchen- und Sextoy-Laden, einen rotzfrechen Vierjährigen mit coolen Sprüchen und Ideen und noch allerhand mehr.
Der Verlag warnt auf seiner Seite vor dem Buch mit folgenden Worten: 
Achtung, Gesundheitswarnung: Nicht lesen bei Humorarmut, ausgeprägter Prüderie und Romantikallergie. 
Dieser Warnung kann ich mich voll und ganz anschließen. Doch wer gerne lacht und sich nicht von dem sehr direkten und flapsigen Schreibstil abschrecken lässt, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen! Auch wenn ich persönlich Probleme mit dem Stil hatte, hat mich das Werk so überzeugt, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Von mir bekommt es 3,5 von 5 Sternen und eine bedingte Empfehlung. Ich kann nur jedem raten, einmal in das Buch hereinzulesen. Und wenn man dann merkt, dass man mit dem Stil klarkommt, dann sollte man unbedingt zugreifen! Das Trainieren der Lachmuskeln beim Lesen ist dann garantiert!

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