Mittwoch, 28. Januar 2015

Karolin Kolbe - 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte

Karolin Kolbe - 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Planet Girl
  • ISBN-13: 978-3522504522
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 20 Jahre











Line ist fast 18 und sehr unglücklich. Zu Hause gibt es immer wieder Stress mit ihrem Vater, vor dem die Mutter und die kleine Schwester richtiggehend Angst haben. In der Schule war sie schon immer Außenseiterin und Freunde hat sie auch keine.
Bei Anton ist das ganz anders. Er ist mit dem beliebtesten Mädchen der Schule zusammen und außerdem ein erfolgreicher Fußballspieler. Sein Leben scheint perfekt. Alle seine Freunde glauben auch, dass es so ist. Was sie nicht wissen, ist, wie es bei Anton zu Hause aussieht. Da ist absolut keine heile Welt. Seine Schwester ist krank, aber statt ihr zu helfen kehren die Eltern das lieber unter den Teppich. Und Anton traut sich auch nicht, einzugreifen und etwas zu ändern.
Dann findet er eines Tages einen Brief am Bach unter einem Stein. Der Brief ist von Line, was er aber nicht weiß. Sie schreibt darüber, dass sie gehen will, nicht weiß, was sie tun soll. Und Anton antwortet ihr, ohne zu wissen, wer es ist, dem er antwortet. Ab da an kommen beide jeden Tag zum Bach, schreiben sich immer abwechselnd kleine Briefe, in denen sie viel von sich und ihren Problemen berichten und sich gegenseitig Mut machen. Sie berichten mehr, als sie jemals jemanden anvertraut haben. Kann sich dadurch ihr Leben ändern?

17 Tage lang begleitet man Line und Anton, 17 Briefe werden geschrieben. Es sind also nur 2,5 Wochen, die man die beiden begleitet, eine kurze Zeit, in der aber viel passiert. Das Buch ist unglaublich berührend du intensiv. Am Anfang noch etwas holprig, war ich doch schnell drinnen in der Geschichte, richtig versunken in die Welt der beiden Jugendlichen. Erzählt wird die Geschichte immer abwechselnd aus der Sicht von Line und Anton. Das erhöht die Spannung, vor allem aber erfährt man so viel mehr, als man es bei einem Erzähler hätte erfahren können.

Das Buch handelt von vielen Problemen. Aber irgendwie schafft Karolin Kolbe es, dass es trotz allem kein deprimierendes Buch ist. Es ist zwar ein ruhiges etwas melancholisches Buch, aber keins, was einen hoffnungslos und traurig zurücklässt. Trotz allem strahlt das Buch auch etwas Positives aus.
Ich hatte beim Lesen auf jeden Fall sehr viel Spaß und wünsche diesem Werk der jungen Autorin viele Leser! Ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von Karolin Kolbe werden lesen können. Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten!


Mittwoch, 21. Januar 2015

Gabriella Engelmann – Jolanda Ahoi! Großer Zeh ins kalte Wasser


Gabriella Engelmann – Jolanda Ahoi! Großer Zeh ins kalte Wasser

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • ISBN-13: 978-3734840081
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 - 11 Jahre









Jolanda ist 10 ¾, als sich ihr ganzes Leben ändert. Ihre Eltern trennen sich, und so zieht Jolanda mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern, dem 17jährigen Max und der vierjährigen Leni, von einem kleinen Dorf in Oberbayern nach Hamburg. Jolanda ist alles andere als begeistert. Fast alles, was sie liebt, ist in Bayern. Die Berge, ihre Freunde, ihr Dorf und natürlich ihr Vater. In Hamburg warten dagegen ganz viele schreckliche Sachen auf sie. Der einzige Pluspunkt ist, dass sie in der Nähe ihrer Oma sein werden. Aber wiegt das den Rest auf? Eine neue Schule? Leben auf einem Hausboot? (Jolanda hasst Wasser ungefähr genauso sehr wie Spinnen, und vor denen hat sie wirklich panische Angst.) Nein, Jolanda ist kein bisschen begeistert von dem Umzug. Und die ersten Erlebnisse bestätigen sie. Das Hausboot ist heruntergekommen, in der Schule sind die Jungs so doof wie befürchtet (Jolanda war vorher auf einer reinen Mädchenschule) und sie vermisst ihren Vater.

Ob es trotzdem noch ganz schön in Hamburg werden kann? Das solltet ihr unbedingt nachlesen, egal wie alt ihr seid. Denn mit diesem Kinderbuch ab 9 Jahre können auch die Großen viel Spaß haben. Ich habe Jolanda gleich in mein Herz geschlossen. Sie erzählt witzig von ihren Erlebnissen, ist mit ihren Ängsten und Problemen einfach total menschlich und sie hat so eine wunderbar durchgeknallte Familie. Max ist dabei eigentlich ganz normal, ein großer Bruder halt, mal nervig, mal ein Held. Leni ist da schon eine andere Nummer, ziemlich schräg irgendwie, tanzend und singend und einfach zuckersüß. Die Mutter ist nicht so wie andere Mütter, sie ist Schriftstellerin, vergisst manchmal alles um sich herum und scheint nicht zu wissen, dass sie eigentlich aufpassen müsste, dass ihre Kinder Hausaufgaben machen, nicht zu lange weg gehen und ähnliches. Das spannendste Familienmitglied ist aber eindeutig die Oma. Luisa Olivia Norina Amadea Knospe, kurz Omalona genannt, ist einfach klasse. Sie hat einen Hexenladen und einen ganz besonderen Draht zu Engeln und Feen. Außerdem hat sie ein Motorrad mit Beiwagen und ein riesengroßes Herz. Sie steht Jolanda immer zur Seite.

Insgesamt überzeugt das Buch einfach durch Witz und seine Warmherzigkeit.
Beim Lesen kann man wunderbar mit Jolanda mitfühlen und sich in sie und ihre Probleme hineinversetzen. Auch wenn ich nie in einer auch nur annähernd ähnlichen Situation war (zum Glück!), konnte ich mich total gut mit ihr identifizieren und habe einiges von mir in ihr wiederentdeckt. Das machte das Mitfiebern natürlich besonders einfach. Und als ich das Buch nach 160 Seiten zuklappte, war ich rundum zufrieden und glücklich.

Wie alle Bücher vom Magellan-Verlag ist übrigens auch dieses hier total schön aufgemacht. Das Cover ist peppig und fröhlich, der Rettungsring mit Reihentitel, Autorenname und Hausboot ist geprägt, steht also etwas hervor, und innen im Buch wird die Geschichte immer wieder von fröhlichen bunten Zeichnungen der Illustratorin Antje David aufgelockert. Ein rundum gelungenes Buch, das ich Lesern ab 9 wirklich nur empfehlen kann. Lasst euch von Jolanda verzaubern, kommt mit in ihre verrückte Welt, begleitet sie in ihrem Leben! Ich freue mich schon jetzt total auf Band 2, der im Juni erscheint, ich muss doch wissen, wie es weitergeht mit Jolanda und ihren neuen Freunden und Bekanntschaften. Ich hoffe, es heißt noch ganz oft „Jolanda Ahoi!

Dienstag, 20. Januar 2015

Uticha Marmon – Marienkäfertage


Uticha Marmon – Marienkäfertage 

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

  • Verlag: Magellan 
  • ISBN-13: 978-3734850059
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre











Elin hat die Sommer, die sie im Marienkäferhaus in Dänemark verbracht haben, immer geliebt. Zusammen mit ihren Eltern und Kurt, dem das Ferienhaus gehörte und der wie ein Opa für sie war, genoss sie die unbeschwerten Tage voller Schwimmen und spielen.
Dieses Jahr, das Jahr, in dem sie 16 Jahre alt ist, ist alles anders. Zum ersten Mal wollen sie nicht dorthin fahren. Ihre Eltern machen alleine Urlaub und Elin wollte eigentlich allein zu Hause bleiben und jobben. Doch dann bekommt sie einen Brief. Und dieser Brief stellt alles auf den Kopf. Auf einmal ist sie nicht mehr Elin. Sie fährt ins Marienkäferhaus. Allein. Auf der Flucht vor der Wahrheit? Oder vielleicht doch auf der Suche nach Antworten?

Marienkäfertage ist ein besonderes Buch. Es ist still und berührend und gleichzeitig überbrodelnd. Es sprüht nur so vor Glück, ist aber auch vollgesogen mit Traurigkeit. Mich hat das Buch komplett in seinen Bann gezogen. Ich kam nur langsam voran, brauchte Pausen, um aufzunehmen und zu verarbeiten, was ich las. Brauchte Pausen, um den ruhigen und doch so lebendigen Schreibstil auf mich wirken zu lassen. Aber lange konnten diese Pausen nicht sein. Denn ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und vor allem, was in der Vergangenheit passiert ist. Ich wollte die Geschichte rund um Sommerglück, ein  Segelboot und seinen unbekannten Besitzer, um Elin und ganz viele Geheimnisse ergründen. Ich stürzte mich rein in Verzweiflung, Glück, Stimmungswechsel und Freundschaften. Und ich genoss.

Marienkäfertage ist ein recht kurzes Buch. Aber eins, das unglaublich viel enthält. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Ein Roman, der poetisch ist und der die Leichtigkeit von Sommerurlaub mit den tragischen Geschichten, die das Leben manchmal schreibt, verbindet.
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich dieses Buch gebührend beschreiben soll. Alles, was ich sagen könnte, würde viel zu viel vom Inhalt vorausnehmen und das möchte ich nicht. Den sollte jeder selbst entdecken dürfen.


Wer ruhige Bücher mag, die zum Nachdenken anregen und gleichzeitig spannend und lebendig sind, der sollte Marienkäfertage einfach selbst erleben. Gebt dem Buch eine Chance, begebt euch auf die Reise mit und zu Elin!

Dienstag, 13. Januar 2015

Karolin Kolbe beantwortet Fragen zu ihrem neuen Jugendbuch "17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte"


17 Briefe oder der Tag an dem ich verschwinden wollte

Jetzt hat sich Line entschieden – morgen ist der Tag, an dem sie verschwinden wird! Raus aus ihrem alten Leben, weg von den Problemen mit ihrem Vater! Noch einen letzten Brief verfasst sie und versteckt ihn am Flussufer. Dass dieser Brief gefunden wird, daran hätte Line niemals geglaubt. Doch der Finder schreibt ihr zurück, berührt von ihren Worten. Es entwickelt sich eine zarte Brieffreundschaft – und nie hätte Line gedacht, wer sich hinter diesen gefühlvollen Zeilen verbirgt ...




Liebe Karolin,


danke, dass du dich zu einem Interview bereit erklärt hast.

„17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte“ erscheint im Februar bei Thienemann-Esslinger. Wir durften den Roman vorab lesen und freuen uns schon darauf, ihn pünktlich zum Erscheinen bei einer Leserunde zusammen mit dir und hoffentlich vielen begeisterten Lesern lesen und diskutieren zu dürfen.

Wolltest du schon immer schreiben?


Geschichten habe ich mir schon immer ausgedacht und bevor ich schreiben konnte auf Kassette aufgenommen. Aber seitdem ich es kann, wollte ich auch immer Geschichten schreiben. Am allerliebste Bücher!

Hast du feste Zeiten, zu denen du schreibst und schreibst du immer an einem bestimmten Ort oder kannst du überall schreiben?

Ehrlich gesagt gar nicht! Bei mir ist es so, dass Geschichten zu mir kommen und es sich so anfühlt, als würden sie sich zum Teil selber schreiben. Da ist es schwierig, sich auf Zeiten und Orte festzulegen. Mein Zimmer, im Park, vor der Uni, Sonntagabend… Außerdem habe ich jeden Tag auch sehr unterschiedliche Abläufe. In letzter Zeit habe ich aber mal etwas Neues ausprobiert, was mir sehr gut gefällt: Im Café schreiben.
„17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte“ wurde von einer Agentur an den Verlag vermittelt. War es schwierig, eine Agentur zu finden? Und wie lange hat es danach gedauert, bis diese einen Verlag für dich gefunden hat?
Das mit der Agentur hat zum Glück recht schnell geklappt. Die Suche nach dem Verlag hat dann nochmal ein paar Monate gedauert. Letztendlich hat sich das Warten aber gelohnt! 

Wie lief denn die Zusammenarbeit mit dem Verlag? Hattest du ein Mitspracherecht bei Titel und Cover? Und wie gefallen dir diese?

Ich muss sagen, ich mag das Cover total gerne! Ich selber lasse mich bei Büchern von einem Cover schnell mitreißen und habe das Gefühl, dass meine Geschichte in ein sehr schönes Bild gefasst wurde. Der Titel ist eine Mischung aus meinem Arbeitstitel und einer neuen Idee. Mitspracherecht hatte ich auf jeden Fall und die Zusammenarbeit mit meiner Agentin und der Lektorin hat so gut geklappt, dass wir uns bei allem sehr einig waren.

In deinem Buch geht es um viele ernste Themen. Krankheit, Familienprobleme und Mobbing sind nur einige davon. Wie kamst du dazu, ein Buch über so ernste Themen zu schreiben?

Weil sie allen Menschen irgendwann begegnen können, nicht selten in genau dieser Lebensphase: Ob bei einem selber, bei Freunden oder bei Leuten, die man nur flüchtig kennt. Ich habe mich eine Weile mit diesen Themen beschäftigt und kann auch hier nur sagen, dass sich die Geschichte letztlich selbst zusammengefunden hat. Mit diesen ernsten Themen.

Würdest du dir wünschen, dass dein Buch als Schullektüre gelesen wird?

Wenn es zum Thema passt: Na klar, gerne! Schließlich ist es eine Geschichte, in der die Protagonisten noch Schule gehen. Und als ich es geschrieben habe, war ich auch Schülerin.

Vorher hast du zwei Bücher geschrieben, die im fantastischen Bereich anzusiedeln sind. Bevorzugst du das eine oder andere Genre – fantastisch oder aus dem Leben gegriffen – mehr beim Schreiben (oder beim Lesen), oder liebst du generell die Abwechslung?

Ich merke, dass ich meistens das schreibe, was ich gerade selber lesen würde. Die Fantasybücher habe ich geschrieben, als ich vierzehn war. In der Zeit habe ich viel Fantasy gelesen.  Später waren es dann eher Realitätsgeschichten und entsprechend schreibe ich nun auch mehr so. Abwechslung finde ich aber natürlich toll! Deshalb setze ich mich zwischendurch auch mal an eine Kurzgeschichte.

In dem Buch spielen Briefe eine wichtige Rolle. Warum ausgerechnet Briefe in der heutigen modernen Zeit, in der kaum noch jemand Briefe schreibt? Und schreibst du selbst auch noch Briefe?

Ich selber schreibe gerne Briefe und Postkarten und bekomme auch einige. Besonders eine Freundin schreibt mir manchmal sehr lange Briefe, schickt selbstgezeichnete Karten und ich bin immer wieder beeindruckt davon. Eine E-Mail kann man einfach nicht in die Hand nehmen. In meinem Buch haben die Briefe ja auch einen Tagebuchcharakter. Und ein Tagebuch muss für mich einfach aus Papier sein!

Dürfen wir uns auf weitere Werke aus deiner Feder freuen? Arbeitest du also bereits an einem neuen Buch oder liegt vielleicht schon eins fertig in der Schublade oder bei der Agentur?

Es gibt fertiges, es gibt halbfertiges und es gibt Ideen. Und konkrete Gespräche gibt es auch. Es kommt auf jeden Fall Neues! 

Uns hast du mit der Vorablektüre schon begeistern können. Magst du unseren Lesern etwas mit auf den Weg geben, warum sie sich dein Buch und dich in einer Leserunde nicht entgehen lassen sollten?

Es ist eine Geschichte, die gelesen werden möchte. In uns allen steckt ein Stück Line oder Anton, die die Hauptrollen meines Buches sind und über die man nachdenken kann. Ich freue mich selbst auf viele Fragen, weil man als Schreibende natürlich ganz andere Sachen sieht, als wenn man das Buch liest: sehr inspirierend für meine neuen Geschichten.

Vielen Dank für dieses interessante Interview. Wir lesen uns dann im Februar bei der Leserunde!


Und wenn ihr jetzt neugierig auf das Buch seid, dann kann ich schon einmal ankündigen, dass am 28. Januar meine Rezension zu dem Buch hier auf dem Blog erscheint. Bei der Katze mit Buch erscheinen an diesem Tag sogar zwei Rezensionen zu den 17 Briefen, denn auch Anette hat vorab gelesen und war genauso begeistert wie ich. Und bis zum 01. Februar könnt ihr euch noch für die von der Autorin begleiteten Leserunde im Katze mit Buch - Forum anmelden. Ab 12.02. lesen wir das Buch gemeinsam. Und der Verlag unterstützt die Aktion mit 10 Freiexemplaren. Wir freuen uns auf viele Mitleser und -diskutierer! Lasst euch dieses Buch und den spannenden Austausch nicht entgehen! 

Samstag, 10. Januar 2015

Uticha Marmon beantwortet Fragen zu ihrem neuen Jugendbuch "Marienkäfertage"



Endlose helle Tage, Sonnenlicht, das flirrend durch Baumkronen fällt, kaltes Seewasser und frische Zimtbrötchen – so war ihr Sommer, jedes Jahr. Jetzt sind das alles nur noch Erinnerungen an eine Zeit, als sie Elin und noch nicht Lykke war. Doch was heißt das überhaupt – Lykke sein? Und wie passt dieser fremde Junge in ihr neues Leben, Rasmus, der ihr Angst macht, den sie aber auch ein kleines bisschen mag? Während sie sich vorsichtig an ihre neuen Gewissheiten herantastet, erkennt sie eines: Das Glück ist vielleicht ein scheuer Gast, aber es liegt an uns, ob wir ihm die Tür öffnen.


Liebe Frau Marmon,

danke, dass Sie sich zu einem Interview bereit erklärt haben.
Ich habe eben Ihr neuestes Buch, Marienkäfertage, das im Januar im Magellan-Verlag erscheint, beendet und bin noch völlig verzaubert von der Geschichte, zu der es passend zum Erscheinen eine Leserunde bei uns geben wird.

Wie kam Ihnen die Idee zu der Geschichte? Und war es schwierig, diese Geschichte, die gleichzeitig unglaublich ruhig und lebendig ist, zu schreiben?

Die Idee kam mir während einer Unterhaltung. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, worum es dabei ging. Aber plötzlich hatte ich den Gedanken, etwas darüber zu schreiben, wie es sich anfühlt, wenn man sich plötzlich seiner Herkunft nicht mehr sicher sein kann. Das Thema habe ich dann eine ganze Weile verfolgt, Filme dazu gesehen, Berichte über Adoptionen gelesen. Und irgendwann kristallisierten sich dann die Eckpunkte heraus, aus denen Elins Geschichte wurde. Das Schwierigste war, Elins Perspektive nie zu verlieren. Die Lebendigkeit vor dem ruhigen Hintergrund hat sich dann aus der Figur und ihrer Geschichte ergeben. Es freut mich aber umso mehr, dass Sie sie herausgelesen haben.

Warum spielt diese Geschichte in Dänemark? Wie wichtig sind Ihnen Schauplätze? Hätte die Geschichte Ihrer Meinung nach auch in Deutschland spielen können?

Die Schauplätze meiner Geschichten sind insofern wichtig, als sie für die Stimmung immer eine große Rolle spielen. Dänemark habe ich aus verschiedenen Gründen gewählt. Zum einen wollte ich eine Umgebung, die Weite, Sommer und ein bestimmtes Gefühl von Heimat verbindet. Da bietet sich Dänemark an. Beinahe jeder hat ein Bild zu diesem Land, viele verbinden es mit Urlaub und auch landschaftlich bietet es in bestimmten Gegenden alles, was ich für Elins Geschichte haben wollte. Zudem ist es ein Nachbarland, das von Deutschland aus schnell zu erreichen ist, was für den Handlungshintergrund wichtig war. Ich wollte die Geschichte aus Deutschland herausnehmen, um die Abgeschiedenheit und den Bruch für Elin größer zu machen.

Marienkäfertage ist Ihr erstes Jugendbuch. Davor erschienen bereits mehrere Werke aus dem Bereich der Kinderbücher. Was wird in Zukunft folgen? Bücher aus beiden Genres oder auch noch aus ganz anderen Bereichen?

Auf jeden Fall wird zunächst mal ein Kinderbuch folgen. Das ist bereits in Arbeit. Grundsätzlich lege ich mich aber nicht auf eine Zielgruppe fest. Es kommt immer darauf an, welche Geschichte ich erzählen möchte. Mal bietet es sich an, sie für Kinder zu erzählen, mal ist sie eher für Jugendliche geeignet. Es bleibt also spannend, welche der vielen Ideen, die ich schon im Kopf habe, sich nach dem Kinderbuch durchsetzt.

Neben Büchern haben Sie auch einige Skripte für Hörspieladaptionen verfasst. Was verbindet Sie mit Hörspielen? Sind Sei ein klassisches Kassettenkind?

Nein, ich bin kein Kassettenkind im eigentlichen Sinne. Natürlich habe ich auch Kassetten gehört, als ich klein war. Einige davon kann ich sogar heute noch mitsprechen. Zum Hörspiel bin ich aber über das Theater gekommen. Ich bin Schauspieldramaturgin und habe einige Zeit am Sprechtheater gearbeitet. Danach wollte ich etwas anderes ausprobieren, das aber dennoch irgendwie mit meinem Beruf zu tun hat. So bin ich zum Hörspiel gekommen. Es ist eine eigene dramatische Gattung, die zu produzieren großen Spaß macht.

Haben Sie feste Zeiten, zu denen Sie schreiben und schreiben Sie immer an einem bestimmten Ort oder können Sie überall schreiben?

Ich wünschte, ich könnte überall schreiben. Aber sobald ich mit meinem Laptop in einem Café sitze, bin ich aufgeschmissen. Das ist dann, als hätte ich die Ohren absichtlich auf Empfang geschaltet, sodass ich all die Gespräche um mich herum nicht ausblenden kann. Am liebsten schreibe ich in einem ganz stillen Raum, gerne auch mit schöner Aussicht. Feste Zeiten habe ich allerdings nicht. Wenn mir etwas einfällt, muss ich es aufschreiben. Das ist dann manchmal auch für die Menschen um mich herum etwas anstrengend. Zum Glück habe ich sehr geduldige Freunde.

Wie gefallen Ihnen Titel und Cover von Marienkäfertage und hatten Sie ein Mitspracherecht?

Beides gefällt mir sehr gut. Und natürlich darf ich immer meine Meinung sagen. Es ist aber oft so, dass man als Autor/Autorin so nah am Text ist, dass es schwer ist, einen objektiven Blick auf ein Cover oder einen Titel zu entwickeln. Da es aber bei beidem natürlich auch darum geht, das Buch möglichst gut zu präsentieren und es aus der Vielzahl anderer Titel im Buchhandel hervorzuheben, ist es wichtig, dass man von außen draufschaut. Und das Magellan-Team hat ein sehr gutes Gefühl für die Titel, die der Verlag veröffentlicht.

Mich haben die Marienkäfertage total begeistert und verzaubert und ich freue mich darauf, im Januar mit Ihnen und weiteren Lesern über das Buch diskutieren zu dürfen. Mögen Sie unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben, warum sie sich das Buch und die Leserunde mit Ihnen nicht entgehen lassen sollten?

Nein, das liefe ja auf Eigenlob hinaus. Ich kann nur für mich sprechen: Es ist das erste Mal, dass eines meiner Bücher auf diese Weise besprochen wird. Ich weiß natürlich, was ich selbst an dem Thema spannend finde und freue mich darauf, zu sehen, ob es sich mit den Eindrücken der Leser deckt. So unmittelbare Rückmeldung und direkter Austausch sind immer etwas Besonderes.

Vielen Dank für dieses interessante Interview!

Wer jetzt neugierig geworden ist auf das Buch, der sollte bei der Katze mit Buch vorbeischauen. Denn dort läuft ab 29.01. eine von der Autorin begleitete Leserunde zu dem Buch! Lasst sie euch nicht entgehen. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und bin gespannt auf den Austausch mit der Autorin!