Freitag, 27. Februar 2015

Monagoo – nachhaltig einkaufen – Shopvorstellung und Crowdfunding

Normalerweise geht es in meinem Blog um Bücher und Hörspiele. Heute möchte ich aber über etwas ganz anderes berichten. Etwas, das in einer Zeit, in der man immer wieder von Skandalen bei der Produktion von Kleidung, von schlechten Arbeitsbedingungen, von Gift in Spielzeugen und Kleidungen und von der Ausbeutung von Ressourcen hört immer wichtiger wird: Nachhaltiger Konsum.
Nach jedem Skandal beschließen viele, nicht mehr bei bestimmten Firmen einzukaufen. Durchziehen tun das nur die wenigsten, und selbst wenn man die Produkte einer Firma, in der es einen Skandal gab, meidet – wer garantiert einem, dass es andere Firmen besser machen? 



Nun, dafür gibt es seit 2014 Monagoo. Gegründet von Holger Heinze und Georg Faust bietet Monagoo ein Portal mit Informationen und einem Diskussionsforum über nachhaltige Produkte und Themen aus dem Bereich, vor allem aber auch einen Shop, in dem man mit gutem Gewissen einkaufen kann.

Holger Heinze und Georg Faust



“Wir bekommen von konventionellen Herstellern suggeriert, dass wir akzeptieren müssen, dass Menschen Leiden und Gifte verarbeitet werden, wenn wir einkaufen. Das stimmt nicht und wir wollen uns nun unser Recht auf anständigen, nachhaltigen Konsum zurück holen.” ( Holger Heinze)

“Es gibt tolle Hersteller und Produkte in diesem Bereich, bei denen alles in Ordnung ist. Inspirierende Geschichten von Menschen, die anständig arbeiten und leben möchten und dann Fashion, Schuhe oder Möbel herstellen, die gut für Mensch und Umwelt sind.” ( Georg Faust)



Da ich Holger Heinze persönlich kenne, habe ich Monagoo von Anfang an mitverfolgt. Und ich bin beeindruckt, was in der kurzen Zeit daraus schon geworden ist. Inzwischen gibt es in dem Onlineshop über 5.400 Artikel, die höchsten Ansprüchen an ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit gerecht werden. Artikel aus verschiedenen Kategorien, Produkte, bei denen man mit gutem Gewissen zugreifen kann, weil bei der Produktion weder Menschen noch die Umwelt ausgebeutet wurden. 

Ihr wollt mehr dazu wissen? Hier gibt es ein kurzes Video, das erklärt, was hinter Monagoo steckt:



Und Monagoo will weiter wachsen. Genau dafür gibt es jetzt eine Crowdfundingaktion.  Mit den Mitteln aus der Crowdfunding-Kampagne wird Monagoo das Sortiment ausbauen, weitere Klein- und Familienunternehmen, soziale Kooperativen und Manufakturen an den Markt bringen und mehr Konsumenten erreichen, die nach Lösungen für anständiges Einkaufen suchen.

Die Crowdfunding-Kampagne von Monagoo unter dem Titel: “Anständiges Einkaufen. Echte Nachhaltigkeit. Für alle.” läuft unter www.startnext.de/monagoo vom 3.3. bis zum 9.4.
Schaut euch doch Monagoo und die Aktion, bei der es Rewards für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel gibt, einmal an. Es warten z.B. Kaffeebecher, limitierte Schuhe, Shirts, Events mit den Machern von Monagoo und sogar Reisen inkl. der Besichtigung nachhaltig arbeitender Firmen auf euch. Monagoo hat sich wirklich etwas einfallen lassen für das Crowdfunding. Und je mehr Geld zusammenkommt, umso schneller kann das Angebot im Shop wachsen und umso einfacher wird faires und nachhaltiges Einkaufen für uns.

Auch in Zukunft werde ich sicher oft den konventionellen Produkten in den Läden nicht widerstehen können. Aber jedes nachhaltige Produkt, das gekauft wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Monagoo hilft dabei und zeigt, dass nachhaltig und fair produzieren und verkaufen geht!
Also, ich bin überzeugt von dem Konzept und würde mich wirklich freuen, wenn ihr auf der Internetseite vorbeischaut und vielleicht sogar das Crowdfunding unterstützt. Die Umwelt und Arbeiter auf der ganzen Welt, die dank nachhaltiger Produkte unter besseren Bedingungen produzieren können, werden es euch danken! Gutes tun kann so einfach sein!


Donnerstag, 26. Februar 2015

Tara Sivec – Kiss me, stupid


Tara Sivec – Kiss me, stupid

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN-13: 978-3548286488
Originaltitel: Seduction and Snacks

Das Taschenbuch erscheint am 10. Juli 2015.
Das eBook ist ab dem 02.03.2015 erhältlich.










Mit Anfang 20 verliert Claire auf einer Studentenparty ihre Jungfräulichkeit. Leider vergisst sie nicht nur, ihren Geschlechtspartner nach seinem Namen zu fragen sondern auch, ein Kondom zu nutzen. Und so ist sie, die Kinder nicht ausstehen kann, auf einmal alleinerziehende Mutter. Sie und ihre Freundin Liz tun zwar alles Mögliche, um den Vater des Kindes zu finden, aber erfolglos. Statt Karriere zu machen zieht Claire wieder zu ihrem Vater. Sie jobbt in einer Bar und auch wenn sie es nicht für möglich gehalten hätte, sie liebt ihren Sohn Gavin wirklich. Meistens zumindest. Auch wenn er ein recht wildes, und vor allem dauerredendes und mit Schimpfwörtern um sich schmeißendes Kind ist. Als Gavin 4 ist, steht auf einmal sein Vater Carter vor Claire. Doch im Gegensatz zu ihr erkennt er nicht, dass Claire der One-Night-Stand von damals ist. Auch wenn er nach der Nacht nach Claire gesucht hat, er erinnert sich nur noch an ihren Geruch und nicht mehr an ihr Aussehen.
Claire überlegt fieberhaft, wie sie ihm sagen soll, wer sie ist und vor allem, dass es Gavin gibt. Das ist gar nicht so einfach, wenn man von einer peinlichen Situation in die nächste stolpert und das eigene Kind dem Vater erst einmal kräftig in die Eier tritt.

„Kiss me, stupid!“ ist ein Buch, bei dem ich eine ganze Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte zu finden. Und das liegt nicht am Inhalt des Buches. Der hat mich begeistert und oft zum Lachen gebracht. Aber so witzig das Buch auch ist, voll mit abstrusen Szenen und Gesprächen, es ist in einem sehr vulgären Stil geschrieben. Es wimmelt nur so von Ausdrücken wie Ficken, Eier und Vagina und es kommen Kraftausdrücke am laufenden Band vor. Ich bin eigentlich nicht prüde, dachte ich zumindest bisher. Aber hier war mir das tatsächlich etwas zu viel. Gerade am Anfang, als es noch nicht einmal zu Sex kam, fand ich es seltsam, wie oft man trotzdem die Worte ficken und Vagina einbauen kann in eine Geschichte.

Abgesehen von dem eben recht umgangssprachlichen Erzählstil hat das Buch mir aber wirklich sehr gut gefallen. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Claire und Carter erzählt, so dass man beiden Hauptpersonen schnell näher kommt und eine emotionale Verbindung aufbaut. Und schon lange hat mich kein Buch mehr so oft zum Lachen gebracht. Das Buch ist voller kuriosen Situationen. Man erlebt Sexspielzeug-Verkaufspartys, die Eröffnung einer Kombi aus Kuchen- und Sextoy-Laden, einen rotzfrechen Vierjährigen mit coolen Sprüchen und Ideen und noch allerhand mehr.
Der Verlag warnt auf seiner Seite vor dem Buch mit folgenden Worten: 
Achtung, Gesundheitswarnung: Nicht lesen bei Humorarmut, ausgeprägter Prüderie und Romantikallergie. 
Dieser Warnung kann ich mich voll und ganz anschließen. Doch wer gerne lacht und sich nicht von dem sehr direkten und flapsigen Schreibstil abschrecken lässt, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen! Auch wenn ich persönlich Probleme mit dem Stil hatte, hat mich das Werk so überzeugt, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Von mir bekommt es 3,5 von 5 Sternen und eine bedingte Empfehlung. Ich kann nur jedem raten, einmal in das Buch hereinzulesen. Und wenn man dann merkt, dass man mit dem Stil klarkommt, dann sollte man unbedingt zugreifen! Das Trainieren der Lachmuskeln beim Lesen ist dann garantiert!

Dienstag, 24. Februar 2015

Alice Pantermüller – Linni von Links – Berühmt mit Kirsche obendrauf


Alice Pantermüller – Linni von Links – Berühmt mit Kirsche obendrauf

  • Gebundene Ausgabe: 136 Seiten
  • Verlag: Arena 
  • ISBN-13: 978-3401069944
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre
              







                  
Die 9jährige Linni von Links hat es nicht einfach, kommt sie doch aus einer Familie, in der alle Frauen berühmt sind. An fing alles mit Uroma Emilie, die damals ein Star in Hollywood war und auch ansonsten einige Urkunden und Pokale aus verschiedenen Bereichen vorzuweisen hat. Seitdem ist wirklich jede Frau in der Familie berühmt geworden – manche als Schauspieler, manche als Künstler und manche als Sportler. Als dann sogar Linnis 5jährige Schwester in der Zeitung ist, ist ihr klar, es ist an der Zeit, endlich selbst berühmt zu werden. Womit ist auch keine Frage, schließlich gibt es nur eine Sache, die Linni richtig gut kann und das ist Dichten. Leider findet außer ihr niemand ihre Gedichte gut. Kann sie damit trotzdem den Gedichtwettbewerb ihrer Lieblingskinderfernsehsendung gewinnen?

„Berühmt mit Kirsche obendrauf“ ist der erste Band einer neuen Reihe von Alice Pantermüller. Neben dem von Lotta können kleine Leseratten ab 8 jetzt also auch das Leben von Linni mitverfolgen. Und das sollten sie wirklich tun. Mein Herz hat Linni von Links sofort erobert. Zwar konnten mich ihre Gedichte nicht wirklich überzeugen (sorry, Linni), aber ihre herzliche und lustige Art auf jeden Fall. Linni ist einfach sympathisch und ich wünsche ihr, dass sie ganz schnell ganz berühmt wird. Ich freue mich darauf, ihren Weg weiter zu begleiten, denn ich bin mir sicher, sie hat noch einige witzige Ideen, um ins Rampenlicht zu kommen.

Das Buch liest sich wirklich schnell, auch noch nicht geübte Leser werden sicher gut damit klar kommen. Und genau wie die Lotta-Bücher ist auch Linni illustriert von Daniela Kohl. So findet man immer wieder fröhliche bunte Bilder mit kleinen Anmerkungen, die die Geschichte auflockern und perfekt ergänzen.

Linni von Links ist auch gut zum Vorlesen geeignet, denn auch große Leser können viel Spaß haben und sich an der leicht verrückten Familie erfreuen. Es macht Spaß, die einzelnen Familienmitglieder mit ihren Besonderheiten kennenzulernen. Die Familie von Links ist nämlich wirklich außergewöhnlich, aber eigentlich auch ziemlich normal. Na ja, so normal man eben sein kann, wenn alle Frauen berühmt sind. 

Greift zum Buch und lest von Sven, der für ein schwedisches Möbelhaus Aufbauanleitungen übersetzt, von Linnis Geige spielender Grufti-Schwester Leslie, von der kleinen Frida, die immer einen Affen in einer Handtasche mit sich herumträgt, von Linnis Mutter, die eine berühmte Vulkanfotografin ist und natürlich von Linni selbst, der zukünftigen berühmten Dichterin. Lasst euch verzaubern und unterhalten!


Samstag, 21. Februar 2015

Voll Dampf – Fiktionale Steamgeschichten

Voll Dampf – Fiktionale Steamgeschichten


  • Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
  • auch als eBook erhältlich
  • Verlag: Amrun Verlag
  • ISBN-13: 978-3944729152











Voll Dampf ist eine Sammlung von ganz unterschiedlichen Kurzgeschichten. Eines haben die Geschichten, die sich in diesem von Ingo Schulze und André Skora herausgegebenen Buch versammeln, dabei gemeinsam: Sie alle sind dem Genre Steampunk zuzuordnen. Und so werden wir neun Mal in eine Welt entführt, in der es nur so von Luftschiffen, Robotern und besonderen Erfindungen wimmelt. Steampunk ist, wenn sich das Flair des viktorianischen Zeitalters mit modernen und auch futuristischen Techniken verbindet. Steampunkgeschichten vermitteln irgendwie alle eine besondere Stimmung. Ich lese nicht oft Steampunk, aber seit ich Bernd Perplies Magierdämmerung-Trilogie verschlungen habe, habe ich dieses Genre in mein Herz geschlossen. Zwar geht es oft auch um Kriege, was nicht wirklich meine Art von Erzählungen ist, aber ich liebe diese Geschichten, in denen es von Luftschiffen und faszinierender Technik wimmelt. Und so war ich gespannt darauf, in „Voll Dampf“ gleich neun verschiedene Autoren aus diesem Bereich kennenlernen zu dürfen.

Eins ist klar, mir hat nicht jede Geschichte gleich gut gefallen.  Das geht vermutlich auch gar nicht, waren die Geschichten doch sehr unterschiedlich. So gab es Geschichten, die ich liebte, und welche, mit denen ich nicht wirklich viel anfangen konnte. Insgesamt überwiegt aber eindeutig das Gefühl, eine tolle Lesezeit verbracht zu haben.
Leicht wurde der Einstieg in das Buch für mich, weil sich gleich die erste Geschichte als eines meiner Highlights dieses Buchs entpuppte. Torsten Küper erzählt in „Valerius von Arbogast und sein fabelhafter Krakun“ eine sehr faszinierende Geschichte, in der neben Luftschiffen und technischen Errungenschaften auch Charles Darwin und ganz besondere Lebewesen eine Rolle spielen. Mysteriös und spannend bietet  diese Geschichte einen guten Einstieg in die Welt des Steampunks.
Und auch wenn die nächste Geschichte, „Schwarzfall“ von Frank Hebben, mich nicht so begeistern konnte, so war meine Neugier auf das gesamte Werk und die verschiedenen Welten nach diesen beiden Geschichten wirklich geweckt.
Insgesamt fand ich persönlich drei Geschichten schwächer als die anderen, aber das ist wirklich Geschmackssache.  Ich bin mir sicher, dass die Werke, mit denen ich weniger anfangen konnte, für andere gerade zu den Highlights der Sammlung gehören.
Manche Geschichten fand ich auch so toll, dass ich ihnen vor allem eins vorwerfe: Sie waren zu kurz! Ich möchte wissen wie es weitergeht! Was passiert nach dem Ende von „Träum weiter“ von Peter Hohmann? Was passiert im Kampf gegen die Rebellen nach der letzten Seite dieser Geschichte? Wie ergeht es unserem Erzähler?
Und die Geschichte von Marco Ansing schreit meiner Meinung nach förmlich nach einer Fortsetzung. Nach einem abenteuerlichen Kampf eines Journalisten in „Volldampf zu den Sternen“ ist eins am Ende klar, der Reporter und seine Widersacherin haben sich sicher nicht zum letzten Mal getroffen. Ich würde gerne lesen, was beim nächsten Zusammentreffen passiert. Da wartet sicher noch das eine oder andere Abenteuer auf den neugierigen Journalisten!

Wer Steampuk mag oder gerne mal einen Einblick in dieses vielseitige Genre bekommen möchte, der sollte bei „Voll Dampf“ zugreifen. Hier bekommt man eine bunte Mischung aus diesem Bereich. Ich bin mir sicher es ist für jeden Freund von Luftschiffen und besonderer Technik etwas dabei. Spannend, faszinierend und auch immer wieder voller Action erwarten den Leser einige Stunden spannendes Lesevergnügen!

Sonntag, 8. Februar 2015

Kokon aus Stahlbeton - Ein Hörspiel nach der Drehbuchvorlage des Autors Marcus Micksch

Produktion: Hörspiel Ad Hoc 
Buch: Marcus Micksch
Hörspielbearbeitung: Marie Wesche
Sprecher: Robert Lang, Sophia Vogel, Günter Szynkarek, Marcus Micksch, u.a.
Regie: Marie Wesche
Ton/Sounddesign: Reinhard Frye

Musik: Jan Schroeder, Marcus Micksch 
Laufzeit: Etwa 60 Minuten








Kokon aus Stahlbeton erzählt die Geschichte von zwei Musikern. Robert und Oliver lieben Musik über alles, auch wenn sie nicht davon leben können und daher noch einen anderen Job haben. In ihrer Freizeit leben sie für ihre Musik und sie haben das Glück, einen ganz besonderen Probenraum zu haben. Engelbert, ein alter Mann, lässt sie in seinem Bunker proben. Als es während einer ihrer Proben zu einem atomaren Anschlag kommt, sind sie auf einmal gefangen in diesem Bunker. Hier haben sie alles, was man zum Leben braucht. Aber was passiert, wenn man monatelang auf engen Raum eingesperrt ist?

„Kokon aus Stahlbeton“ ist ein unglaublich atmosphärisches Hörspiel, das mich gleich in seinen Bann gezogen hat. Es passiert nicht wirklich viel, wie auch, spielt es doch fast die gesamte Zeit in einem kleinen Bunker. Aber auch wenn es wenig Action gibt, keine Bewegung, in den Figuren passiert  dafür umso mehr.

Man beobachtet Robert und Oliver, verfolgt fasziniert ihr Verhalten in dieser Extremsituation. Engelbert hatte immer Angst vor einer atomaren Katastrophe und hat deshalb bereits 1960 den Bunker für sich und seine Frau gebaut. Er hat dabei an alles gedacht. Tageslicht über eine Spiegelkonstruktion, Anlagen zum Filtern von Wasser und Luft, UV-Lampen, ein Gewächshaus für Nahrung, Konserven, Bücher, Sportgeräte, mit denen man notfalls, sollte der Treibstoff ausgehen, den Generator betreiben kann, es fehlt einem wirklich an nichts. Außer an Freiheit und Beschäftigung. Robert und Oliver, die zusammen mit einer Katze im Bunker festsitzen, kommen erst ganz gut mit der Situation klar. Sie haben alles, was sie brauchen, und statt langweiliger Jobs können sie endlich machen, was sie immer wollten: Musik, und das den ganzen Tag lang. Doch je länger sie im Bunker gefangen sind, desto mehr kippt die Stimmung.

Wie alles ausgeht, das müsst ihr selbst herausfinden, hört einfach dieses Hörspiel. Mich hat es beeindruckt und bewegt. Es vermittelt eine sehr beklemmende Stimmung. Neben dem Setting an sich wird diese Stimmung durch die Geräuschkulisse und die Musik, die von den Protagonisten im Bunker gemacht wird und immer wieder zu hören ist, wunderbar transportiert.

Mich hat das Hörspiel wirklich fasziniert. Ich gestehe, ich wäre wohl schon nach kurzer Zeit wahnsinnig geworden in einem Bunker, empfinde ich seit einem Besuch der letzten aktiven Eisenerzmine Europas doch schnell ein Gefühl der Beklemmung, wenn ich unter der Erde eingeschlossen bin. Ich kann Oliver und Robert da wirklich nur bewundern, wie sie die Zeit im Bunker meistern. Aber irgendwann nagt das Eingesperrt sein wohl an jedem, und was dann passiert, ja, das ist hier wirklich eindrucksvoll und realistisch beschrieben.
Ein bemerkenswertes Hörspiel, das mich mit seiner beklemmenden Atmosphäre und der realistischen Figurenentwicklung begeistern konnte. Ein Hörspiel, das mich wirklich bewegt hat und das ich jedem empfehlen mag, der sich auf ein besonderes, wenn auch ziemlich bedrückendes  Hörerlebnis einlassen möchte.

Ich bin gespannt auf weitere Werke aus der Feder von Marcus Micksch und werde ihn und die Produktionen des Hörspiellabels Ad Hoc auf jeden Fall weiter verfolgen. 


Sonntag, 1. Februar 2015

Michaela Drosten – Durchstarten an der Nähmaschine

Ich habe eine Nähmaschine. Die wohnt seit Jahren unbenutzt auf meinem Schrank. Ich wollte das immer mal ändern. Ich tat sogar etwas dafür und meldete mich zu einem Patchworkkurs an. Nun, der fiel aus und ich saß da mit dem bereits gekauften Stoff, ohne mich allein daran zu wagen.
Als Blogg dein Buch ein Nähbuch für Kinder ab 8 anbot, dachte ich, das ist meine Chance, die Nähmaschine endlich mal wieder zu nutzen. Und so zog also dieses Buch bei mir ein:



  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Edition Michael Fischer
  • ISBN-13: 978-3863552268
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre










Das Buch sieht wunderschön aus – zumindest, wenn man ein Mädchen ist und rosa mag, Jungs scheint dieses Buch eher nicht zum Nähen bringen zu wollen.
Aufgebaut ist das Buch in 6 Abschnitte. Während der erste eine kurze allgemeine Einführung in das Nähen und die Nähmaschine gibt, so sind die anderen 5 Abschnitte Nähprojekten für verschiedene Zielgruppen und Anlässe gewidmet. In den Kapiteln „Für dein Zimmer“, „Für deine Hobbys“, „Für dich“, „Für deine Familie“ und „Für deine Freunde“ findet man ganz unterschiedliche Nähprojekte. Die Vielfalt an Ideen finde ich toll. Natürlich spricht mich nicht jedes Nähprojekt an, habe ich nicht für jede der Ideen eine Verwendung. Aber so breit gefächert wie die Nähprojekte sind, sollte wirklich jeder etwas finden, das er gerne nähen würde. Es gibt Anleitungen für Kissen, Loops, Röcke, Schlafmasken, Turnbeutel, Mäppchen und viel mehr. Die Nähanleitungen sind übrigens in 3 Schwierigkeitsstufen unterteilt, alle Projekte sind mit 1, 2 oder 3 Eicheln gekennzeichnet. Je mehr Eicheln, umso schwieriger ist das Projekt. So weiß man schon auf den ersten Blick, worauf man sich einlässt.

Ich selber habe mich spontan für ein Nackenkissen entschieden und in wirklich relativ kurzer Zeit ein Kissen zustande gebracht. Es ist vielleicht nicht perfekt, aber ich bin zufrieden und es hat die Lust darauf geweckt, noch mehr zu nähen. Und die Anleitung war wirklich sehr gut zu verstehen und durch viele Fotos einfach nachzuarbeiten.



Als nächstes werde ich vermutlich einen apfel- oder birnenförmigen Türstopper aus dem Buch machen, aber dafür brauche ich erst einmal weiteres Material. Und auch der Rock reizt mich sehr.
Wie ihr seht, mir hat das Buch wirklich Lust aufs Nähen gemacht und ich hoffe, mein Enthusiasmus hält noch eine Weile an. Sicher werde ich viele Sachen aus dem Buch niemals nähen, weil ich einfach keine Verwendung dafür habe, aber das Buch weckt die Lust darauf, sich an die Maschine zu setzen und bietet wirklich für jeden das eine oder andere Projekt.

Ich bin also wirklich begeistert von dem Buch, allerdings gibt es auch etwas, das mir nicht so gut gefällt. Und das ist die Einleitung. Die empfinde ich persönlich als zu kurz. Mir hat sie gereicht, aber ich bin auch deutlich älter als die Zielgruppe und ich habe schon ein paarmal an einer Nähmaschine gesessen. Ich denke aber, dass die Einführung für einen 8jährigen Nähanfänger nicht wirklich ausreicht. Welcher Stoff mit welchem Stich und was bedeuten überhaupt die ganzen Fachbegriffe? Hat der kleine Nähanfänger nicht einen erfahrenen Erwachsenen zur Seite, bei dem er solche Dinge erfragen kann und der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht, so könnte er schnell frustriert sein. Eine etwas ausführlichere Einführung hätte ich daher sehr schön gefunden.

Etwas schade finde ich auch, dass das Buch optisch sehr auf Mädchen ausgelegt ist. Es hat ein rosa Cover und auch drinnen ein pinkes Vorsatzblatt und ein rosafarbenes Kapitel, daher werden wohl nur die wenigsten Jungs dieses Buch freiwillig in die Hand nehmen. Und dabei sind die Nähvorschläge keineswegs auf Mädchen ausgelegt, die meisten Ideen sind für Jungen und Mädchen gleichermaßen zu gebrauchen.

Insgesamt bin ich aber wirklich begeistert von dem Buch. Für Kinder, die einen an der Nähmaschine etwas erfahrenen Erwachsenen an ihrer Seite haben, bietet dieses Buch einen guten Einstieg in die Welt des Nähens und schnelle Erfolgserlebnisse!