Freitag, 27. März 2015

Anna Jonuleit – Der Apfelsammler



Anna Jonuleit – Der Apfelsammler





Als Hannah sich von ihrem Freund trennt. Kommt es ihr sehr gelegen, dass ihre Tante ihr ein Haus in Umbrien vermacht hat. Sie reist in den kleinen Ort, in dem die Tante, die sie mit aufgezogen hat, viele Jahre verbracht hat. Eigentlich will sie das Haus möglichst schnell zum Verkaufen fertig machen. Aber dann findet sie Briefe von ihrer Tante Eli und kommt einen Familiengeheimnis auf die Spur. Auf der Suche nach der Wahrheit lernt sie das kleine Dorf und seine Bewohner immer besser kennen.

„Der Apfelsammler“ erzählt gleich zwei Geschichten. Die Handlung spielt zum einen in der Gegenwart, in der Hannah sich in dem Dorf in Umbrien einlebt und sich auf die Suche nach Antworten macht. Zum anderen erfährt man die Geschichte von Eli. Eli hat ein bewegtes Leben hinter sich. Und gerade ihr Teil der Geschichte konnte mich völlig in seinen Bann ziehen. Sie hatte kein einfaches Leben, war nicht wirklich glücklich. Aber ihr Leben war auf jeden Fall abwechslungsreich und faszinierend. Geboren auf einem kleinen Hof in einem Dorf ist sie nach schrecklichen Ereignissen früh geflohen und als Mitarbeiterin des Auswärtigen Amtes viel herumgekommen. Ihr Leben war bunt und aufregend und auch immer wieder tragisch. Mit ihr habe ich viel stärker mitgefiebert als mit Hannah, irgendwie war mir Eli näher. Aber auch Hannahs Geschichte habe ich interessiert verfolgt.

„Der Apfelsammler“ erzählt eine faszinierende Geschichte rund um ein Familiengeheimnis. Spannende Wendungen, wunderschöne Landschaften, Liebe, Tragik und Herzschmerz, das Hörbuch bietet einem wirklich alles, was man braucht, um völlig in die fremden Leben der Protagonisten abzutauchen.

Erzählt wird die Geschichte von Marion Martienzen und Maja Schöne. Beide machen ihre Sache sehr gut, lesen langsam und gleichzeitig eindringlich. So war es noch leichter als es beim selber lesen gewesen wäre, in diese wunderschöne Geschichte einzutauchen.
Manchmal hatte die Geschichte ein paar Längen, so war ich froh, dass ich zum gekürzten Hörbuch gegriffen habe. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas von der Handlung fehlt und denke, die Kürzungen haben der Story gut getan.

Insgesamt ist es ein stimmungsvolles Hörbuch, das einen aufsaugt, in eine ganz fremde Welt versetzt und wunderbar verschiedene Stimmungen transportiert. Nur mit dem Ende bin ich nicht ganz zufrieden, hätte mir hier gewünscht, noch etwas länger die Handlung verfolgen zu dürfen. Das trübt den Hörgenuss aber nur geringfügig.


Der Apfelsammler ist eine gute Wahl für alle, die Geschichten rund um Familiengeheimnisse mögen, die gerne in ruhige und zum Teil melancholische Erzählungen eintauchen und die es mögen, wenn dabei zwischen verschiedenen Zeitebenen gesprungen wird. Eine wunderbare Geschichte, um sich ins warme Italien zu träumen.  

Dienstag, 24. März 2015

Thomas Thiemeyer - Devil's River













Nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter erbt die Medizinstudentin Eve nicht nur ein Haus sondern auch eine Truhe voller Dokumente. Ihre Großmutter hat ihr die Familiengeschichte hinterlassen, und so vertieft Eve sich in Geschehnisse, die im Jahr 1878 ihren Anfang nahmen.
Zusammen mit Eve taucht auch der Leser in die Geschichte ein, die von ganz verschiedenen Personen handelt. Man begleitet River, eine Weiße, die von den kanadischen Ureinwohnern aufgezogen wurde. Dann ist da Nathan Blake – ein Massenmörder. Und schließlich sind da eine Gruppe Kopfgeldjäger und Gesetzeshüter, die auf der Jagd nach Blake sind.
Als Rivers Dorf scheinbar von einem Dämon heimgesucht wird, ist sie entschlossen, ihn zu besiegen. Doch kann sie es alleine schaffen? Oder werden ihr Blake oder seine Verfolger helfen?

Ich liebe die Bücher von Thomas Thiemeyer. Sowohl seine Jugendbücher als auch seine Wissenschaftsthriller können mich begeistern. Dieses Buch hier ist anders, das hat Thomas Thiemeyer  von Anfang an gesagt und das kann ich nur bestätigen. Anders, aber nicht schlechter. Nein, das Buch, das vom Verlag als mystischer Abenteuerthriller beschrieben wird, konnte mich sogar noch stärker in seinen Bann ziehen als  Thiemeyers anderen Werke.

Das Buch ist unglaublich stimmungsvoll. Die Handlung in der Gegenwart ist nur eine Rahmenhandlung, kurz, nicht viel Raum einnehmend, aber gut geeignet, um beim Lesen Verschnaufspausen zu bekommen. Die Handlungen in der Vergangenheit sind rasant und intensiv. River ist eine interessante Hauptperson. Aufgewachsen bei den Indianern, voller Glauben an Mythen und Dämonen, voller Wissen über Heilkräuter und die Natur, ist sie eine kluge und starke Frau, die gleichzeitig aber ihren Platz in der Welt zu suchen scheint.
Die zweite Hauptperson ist Nathan. Selten habe ich einen interessanteren und verstörenderen Protagonisten erlebt. Von Anfang an lässt Thomas Thiemeyer keine Zweifel daran aufkommen, dass wir hier einen brutalen Serienmörder vor uns haben. Nathan hat Taten begangen, die man nicht entschuldigen kann. Und doch fällt es schwer, diesen gebildeten Mann nicht in sein Herz zu schließen. Auch wenn man seine Taten nicht entschuldigen kann, erschreckenderweise konnte ich ihn und seine Handlungen am Ende verstehen. Einen Serienmörder sympathisch dastehen zu lassen, das muss ein Autor erst einmal schaffen. Und das zeigt, wie wunderbar Thomas Thiemeyer seine Charaktere zeichnet. Da gibt es kein reines Schwarz und Weiß, nein, das Buch lebt von den Grautönen.

Wer einen typischen Thriller sucht, der sollte lieber seine Finger von Devil’s River lassen. Denn auch wenn es durchaus einiges spritzendes Blut und viel Spannung gibt, ein typischer Thriller ist es nicht. Es ist auch kein wirklicher Western, kein reiner Abenteuerroman, nein, es ist eine ganz spezielle Mischung. Wer auf der Suche nach einem besonderen Buch ist voller Spannung und Mystik, der sollte zugreifen und sich auf diese ganz besondere Reise in die Welt der kanadischen Ureinwohner aufmachen. Spannende Unterhaltung voller faszinierender Details und Emotionen ist dann garantiert, denn auch wenn es sich von den anderen Werken des Autors unterscheidet, es ist trotz allem ein echter Thomas Thiemeyer! Und dieser Name steht nun einmal für ganz besondere Unterhaltung.  

Samstag, 21. März 2015

Linda Chapman - Die Glückskeks-Bande - Eine Prise Freundschaft



Linda Chapman - Die Glückskeks-Bande - Eine Prise Freundschaft







Hannah ist 10 ¾, als sie in den Osterferien mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und seinen 4jährigen Zwillingstöchtern in eine kleine Stadt zieht. Dort erfüllt Hannahs Mutter sich ihren Traum – sie eröffnet eine Bäckerei. Leider läuft die in den ersten Tagen alles andere als gut. Und so ist Hannahs Mutter gestresst und hat kaum Zeit für ihre Tochter. Und Hannah, die sich Sorgen darüber macht, wie es in der neuen Schule wird, muss ganz erwachsen sein. Ob sie ihrer Mutter irgendwie helfen kann?

Das Buch hat mich schon durch die Covergestaltung für sich gewonnen. Törtchen und Blumenranken glitzern nämlich. So bekommt man gleich Lust auf diese Geschichte. Und auch von Innen weiß das Buch zu überzeugen. Die Geschichte ist aufgelockert mit kleinen Zeichnungen und mit Rezepten und Tipps rund ums Backen. Zu den Geschichten passende Rezepte in Romanen finde ich immer toll, und so hatte dieses Buch es leicht, mein Herz zu erobern. Aber auch ohne die liebevolle Gestaltung hätte Hannah das geschafft. Sie ist eine sehr sympathische Hauptfigur. Eine Woche lang begleiten wir sie in ihrem neuen Leben. Ich habe sie sehr in mein Herz geschlossen. Sie hat es nicht leicht, hat die ganz normalen Ängste, die wohl jede Neue in dem Alter hat, möchte nicht immer vernünftig und erwachsen sein, wie ihre Mutter es in dieser stressigen Phase von ihr erwartet. Sie ist manchmal zickig und beleidigt, aber dann gewinnt doch immer wieder ihr Optimismus und die gute Laune die Oberhand. Hannah ist einfach so liebenswert, dass sie schon in der ersten Woche im neuen Ort einige Bekanntschaften macht und einiges erlebt.

Das Besondere an Hannah ist übrigens, dass sie alle Personen, die sie trifft, mit Backwaren vergleicht. Etwas ungewöhnlich, aber irgendwie auch sympathisch. Sie selbst vergleicht sich mit einem Eccles-Törtchen (von außen nicht wahnsinnig besonders, von Innen aber wirklich gut), ihre Mutter ist ein Gewürzkuchen (süß und lieb aber auch mit feurigem Temperament) und auch ihre neuen Freundinnen werden natürlich mit Gebäck verglichen.

Am Ende der letzten Ferienwoche hat Hannah gleich 4 neue Freundinnen, mit denen sie auch schon tolle Aktionen durchgeführt hat. Sie hat dem Laden ihrer Mutter, einem kranken Jungen und ihrer neuen Freundin Mia geholfen. Sie hat einiges erlebt und freut sich auf den Schulstart. Und auch ich freue mich darauf, denn ich mag unbedingt Band 2 lesen und sehen, was Hannah in der Schule erlebt.

Das Buch lässt sich schnell lesen, kann Kindern Mut machen und ist einfach wunderbar warmherzig. Eine echte Empfehlung für Lesewürmer und Süßschnäbel ab 8!


 Aber Achtung, legt vor dem Lesen besser Kekse, Cupcakes oder Backzutaten bereit! 

Dienstag, 17. März 2015

Bettina Göschl und Klaus-Peter Wolf - Die Nordseedetektive: Das geheimnisvolle Haus am Deich

Bettina Göschl und Klaus-Peter Wolf - Die Nordseedetektive: Das geheimnisvolle Haus am Deich
  • Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH 
  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
  • ISBN-13: 978-3833733826
  • Audio CD: 1 Seiten
  • ISBN-13: 978-3833734083
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre


Emma und Lukas ziehen in die Villa ihres Großonkels. Während ihre Mutter als Schauspielerin und Sängerin auf Tournee ist, kommen Emma und Lukas zusammen mit ihrem Vater Mick in Norddeich an. Ehe sie Zeit haben, das Meer zu genießen und die doch recht heruntergekommene Villa zu renovieren, werden sie plötzlich in ein Abenteuer gezogen. Vor ihrer Tür steht eine Frau, die zu ihrem verstorbenen Großonkel will. Der war nämlich Detektiv. Mick beschließt, den Fall zu übernehmen und macht sich auf die Suche nach dem verschollenen Ehemann. Und damit beginnt ein großes Abenteuer für die drei Spürnasen, die keinerlei Erfahrung im Lösen von Kriminalfällen haben.

Die Nordseedetektive sind eine Reihe für Kinder ab 8. Der erste Band ist sowohl als Buch als auch als Hörbuch erschienen. Ich habe beides hier und für euch getestet. Das Buch ist von Franziska Harvey liebevoll illustriert. Auf fast jeder Doppelseite befindet sich eine Zeichnung, die das Geschehen noch greifbarer macht. Große Schrift und kurze Kapitel machen das Buch auch für noch nicht so geübte Leser zu einer angenehmen Lektüre. Wer nicht selber lesen möchte, der kann aber auch zum Hörbuch greifen. Hier wird die leicht gekürzte Geschichte von Robert Missler vorgelesen. Missler hat eine sehr angenehme tiefe Erzählstimme. Den Figuren gibt er allen einen ganz eigenen Klang. Das macht das Zuordnen der sprechenden Personen beim Zuhören leicht und das Hörbuch an sich sehr abwechslungsreich. Mir persönlich hat die Stimme von Emma allerdings nicht wirklich gefallen, sie war mir irgendwie zu piepsig. Aber das ist wohl Geschmackssache und Spaß mit dem Hörbuch hatte ich trotzdem. Die schönen Bilder des Buches fehlen beim Hörbuch natürlich, aber eine Landkarte der Gegend findet sich innen in der CD-Hülle. Und als Bonus gegenüber dem Buch hat man bei der Hörvariante einen Nordseedetektive-Song.

Die Geschichte selbst ist recht kurz und man fällt ziemlich direkt in den ersten Fall der Nordseedetektive. Ich fand es etwas schade, dass man nicht ein bisschen mehr von der Gegend und dem Alltag der Familie mitbekommt. Bisher könnte das Ganze auch irgendwo anders spielen, die Nordsee kam nicht wirklich drin vor. Ich hatte mir da etwas mehr Nordseeflair erhofft. Aber es ist ja erst der erste Band, vermutlich erfährt man in den weiteren Bänden mehr über die Detektive und entdeckt mit ihnen zusammen auch nach und nach die Umgebung.  


Die Geschichte ist auf jeden Fall ein kurzweiliger Krimi für kleine Leser mit sympathischen Hauptfiguren. Ein Reihenauftakt, der zwar etwas hinter meinen Erwartungen blieb, der aber Lust auf mehr macht. Sowohl als Buch als auch als Hörbuch eine lohnenswerte Geschichte für kleine Hobbydetektive. Wenn jetzt noch etwas mehr Nordseeflair dazu kommt, dann ist die Reihe perfekt! 

Mittwoch, 11. März 2015

Shane Hegarty – Darkmouth – Der Legendenäger



Shane Hegarty – Darkmouth – Der Legendenäger

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Oetinger 
  • ISBN-13: 978-3789137259
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre







Bis vor nicht allzu langer Zeit gab es überall auf der Welt Legendenjäger. Diese Menschen jagten Monster, die aus einer Parallelwelt in unsere eindringen. Inzwischen ist die Welt nicht mehr von Legenden befallen, mit Ausnahme eines kleinen irischen Ortes – Darkmouth. Dort lebt der 12jährige Finn, der Sohn des letzten aktiven Legendenjägers. Und er soll die Nachfolge seines Vaters Hugo antreten, und das schon bald. Leider. Denn Finn würde lieber Tierarzt werden. Er will Lebewesen helfen und sie nicht bekämpfen. Und außerdem stellt er sich alles andere als geschickt an im Kampf gegen die Legenden. Darkmouth wird langsam ungeduldig. Die Bewohner fragen sich, warum ausgerechnet ihr Ort noch befallen ist. Und dass Finn bei seinen Kampfversuchen immer wieder Eigentum der Bewohner beschädigt, macht das Ansehen von ihm und seinen Vater nicht besser. Ein Aufstand der Dorfbewohner steht kurz bevor. Aber auch in der Welt der Legenden brodelt es. Ein Geheimnis umgibt Finn, und der versucht verzweifelt herauszufinden, was ihm alle verschweigen. Hilfe bekommt er dabei von Emmie. Doch wer ist das Mädchen, das plötzlich mit ihrem Vater in Darkmouth auftaucht?

Darkmouth fällt einem gleich ins Auge, denn es hat nicht nur ein neongrünes Cover sondern auch einen schwarzen Buchschnitt. Was mich dazu bewegt hat, das Buch unbedingt lesen zu wollen, war allerdings der folgende Satz von Eoin Colfer, der hinten auf den Buchumschag gedruckt ist:
 „Witzig, voller Action, spannend bis zum Herzstillstand. Der nächste große Fantasy-Hit!“

Ich liebe den Humor von Eoin Colfer, und daher dachte ich mir, wenn er das Buch witzig findet, dann ist es etwas für mich. Und ich hatte recht mit meiner Einschätzung. Ich hatte richtig viel Spaß beim Lesen. Finn ist ein sehr sympathischer Held. Eigentlich möchte er kein Held sein und da er recht ungeschickt ist beim Jagen von Legenden, geht so einiges schief. Ich habe richtig mit ihm mitgefühlt.
Das Buch ließ sich total gut und schnell lesen. Ich mag den Stil von Shane Hegarty. Eigentlich ist das Buch gar nicht so witzig, aber es hat mich immer wieder zum grinsen und schmunzeln gebracht und einfach Spaß gemacht. Die Geschichte an sich ist richtig  schön fantasievoll. Und es gibt genug Action, so dass einem beim Lesen nicht langweilig wird.

Ich bin wirklich begeistert von dieser neuen Jugendfantasyreihe. Nach dem Ende warte ich nun ungeduldig auf den nächsten Band. Ich möchte zurück nach Darkmouth! Ich muss unbedingt wissen, wie es mit Finn weitergeht. Denn seine Geschichte ist längst noch nicht fertig erzählt. Sein Abenteuer hat gerade erst begonnen. Kommt doch auch mit, begleitet Finn, reist in das regnerische irische Darkmouth, trefft auf Ungeheuer und Legendenjäger und begebt euch mit Finn in den Kampf, den er nicht führen will, aber muss!

Samstag, 7. März 2015

Überraschungspost von den Lesegören

Heute hatte ich mal wieder Überraschungspost in meinem Briefkasten. Ich habe mich total gefreut, denn wie oft bekommt man heute noch einen selbstgeschriebenen Brief?


Der Brief kam von Emely, einem Mädchen, das gerne häkelt, ihre Klamotten aufpeppt und bloggt. Mädchen die bloggen müssen ja eigentlich sympathisch sein, und so ist es auch. Ich habe mich sehr über den Brief gefreut
. Zumal ihm auch noch eine Kleinigkeit bei lag. Da ist zum einen ein Magazin über die Lesegören, zum anderen ein weiterer Brief für ein Mädchen ab 10. Ja, ok, ich bin älter, ich habe trotzdem einmal reingeschaut. Die Neugier hat gesiegt. Aber vielleicht liest hier ja ein 10 oder 11jähriges Mädchen mit, das gerne einmal Post bekommen möchte und auch nicht vor etwas Handarbeit zurückschreckt? Dann einfach in einem Kommentar melden, ich schicke den Brief gerne weiter.

Aber vielleicht fragt ihr euch, wer/wie/was die Lesegören überhaupt sind? Nun, dass sind die Helden einer neuen Mädchenbuchreihe aus dem Thienemann-Esslinger Verlag. Neben Emily, die mir geschrieben hat, gibt es da auch noch Luna, die gerne anderen Leuten hilft und die Welt verbessern möchte und Lotte, ein ganz normales Mädchen, dass gerne ihre Eltern wieder zusammenbringen würde und dabei von ihren beiden besten Freundinnen unterstützt wird.

Mir machen schon die Cover Lust auf mehr, denn die sind peppig, bunt und doch irgendwie retro. Sie erinnern mich vom Zeichenstil extrem an die Bücher aus meiner Kindheit, ohne aber verstaubt daher zu kommen. Schaut doch mal auf der Homepage der Lesegören vorbei und überzeugt euch selbst. Vielleicht bekommt ihr dann auch Lust, die Bücher zu verschenken oder selbst zu lesen. Ich bin mir sicher, es sind tolle Geschichten für Mädels ab 10!

Freitag, 6. März 2015

Emily Lord - Open Road Summer

Emily Lord  - Open Road Summer











Die 17jährige Reagan will den Sommer ihres Lebens verbringen. Sie begleitet ihre beste Freundin Lilah Montgomery, einen Country-Star, auf ihrer Tour. Lilah, die von ihren Freunden Dee genannt wird, genießt ihr Leben als Star, hat aber auch schon die schlechten Seiten kennengelernt. Sie hat kaum Privatsphäre und ihr Freund hat mit ihr Schluss gemacht, weil er nicht im Rampenlicht stehen möchte. Reagan ist ganz anders als die disziplinierte Dee, sie gerät immer wieder in Schwierigkeiten  und kommt in den Konflikt mit der Polizei. Sie ist kein einfacher Teenager, aber für ihre Freundin Dee ist sie immer da, genauso wie Lilah für sie.
Und so beginnt der Sommer so toll, wie die beiden Freundinnen es sich erträumt haben. Doch dann gibt es einen Skandal, zur Rettung wird der junge Musiker Matt Finch als Voract für Dees Konzerte angeheuert und schon nehmen die Probleme ihren Lauf. Aus Pressegründen fungiert Matt als Freund von Dee, es knistert aber stark zwischen Reagan und ihm. Matt wirbelt den Sommer von Dee und Reagan gehörig durcheinander.

Ich hatte bei Open Road Summer mit einem unterhaltsamen Roadtrip gerechnet, locker leichte Sommerunterhaltung eben. Überrascht war ich, dass ich viel mehr bekam. Das Buch ist viel tiefgründiger, als ich erwartet hatte. Obwohl es durchaus die lockere Unterhaltung bietet, die man vermutet und erwartet, eine lustige nette Sommergeschichte, werden doch auch viele ernste Themen angesprochen. Alle drei Hauptpersonen haben es nicht ganz leicht im Leben. Gerade Reagan und Matt haben schon schwere Erfahrungen machen müssen. Persönliche Probleme werden behutsam angesprochen und aufgearbeitet, ohne dabei den Leser zu erschlagen oder zu erdrücken.
Und ganz nebenbei zeigt das Buch, dass nicht alles im Leben eines Stars toll ist, sensibilisiert etwas für die Probleme, die Paparazzi und die Presse mit sich bringen. Es nimmt den Glanz von der bunten Glitzerwelt der Stars und Sternchen, ohne komplett zu ernüchtern.

Das Buch ist trotz der ganzen Superstarthematik irgendwie ziemlich bodenständig. Es macht Spaß, die drei Jugendlichen auf ihrer Reise durch den Sommer zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuverfolgen. Es regt zum Nachdenken an und auch ein wenig zum Träumen. So ernst und bodenständig es auch ist, gleichzeitig ist das Buch wunderschön romantisch. Ich habe richtig mitgefiebert mit den Protagonisten. Und auch wenn es eine Liebesgeschichte gibt, die durchaus einen großen Teil des Buches ausmacht, in erster Linie geht es um den Wert von Freundschaft. Dee und Reagan haben wirklich eine ganz besondere Verbindung.  So eine beste Freundin wie sie es sich gegenseitig sind kann man wirklich nur jedem wünschen!

Open Road Summer ist ein Buch, das sich schnell und flüssig liest. Es ist eine Geschichte über eine Reise quer durch Amerika, die viele wohl selbst gerne erleben würden.

Ein wunderbarer Roman für jugendliche (und junggebliebene ;) ) Leser, die ein wenig hinter die Kulisse von Stars blicken wollen, die Geschichten über besondere Freundschaften mögen und die einfach mal wieder Lust auf eine romantische Liebesgeschichte voller Musik haben!