Montag, 18. April 2016

Anna Herzog – Die Kinder vom Birnbaumhaus

Anna Herzog – Die Kinder vom Birnbaumhaus








Mieke ist fast 10, und zu ihrem Geburtstag hat sie drei Wünsche: Ein Baumhaus, ein Hund und ein Pferd. Und dann hätte sie gerne noch eine echte Kinderbande. Das scheitert daran, dass in ihrer Gegend keine Kinder in ihrem Alter wohnen. Doch dann ziehen nebenan die Zwillinge Ben und Leon ein. Ob sie mit ihnen eine Bande gründen kann? Doch der Plan geht schief, und auf einmal steht Miekes Leben Kopf. Denn statt sie mitspielen zu lassen, ärgern die Jungs sie, besonders Leon. Und plötzlich ist Mieke auch ohne eine Bande mitten in einem Bandenkrieg.

Ich hatte erst etwas Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Das liegt nicht an der Geschichte an sich, sondern an ihrem Stil. Der ist toll, aber ungewöhnlich. Irgendwie kam mir der Stil etwas altmodisch vor. Es ist alles etwas umständlich und irgendwie behäbig. Voller Vergleiche. Nicht direkt, immer mit ein wenig Abstand beim Blick auf die Szenen und irgendwie doch mitten dabei. Es fällt mir schwer, das richtig zu beschreiben. Nachdem ich mich an den Stil gewöhnt hatte, habe ich das Buch aber genau dafür geliebt. Es strahlt irgendwie etwas gemütliches und heimeliges aus.
Mieke ist dabei eine tolle Protagonistin. Frech und liebenswert, mit dummen Ideen im Kopf, sehr einfallsreich und mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Ein etwas eigenwilliges Kind, aber ein sehr sympathisches und mit Problemen und Wünschen, die viele Kinder haben. Mieke möchte aus ihrem Baumhaus gerne ein Bandenquartier machen und sie würde gerne mit den Nachbarsjungen auf deren Trampolin springen. Als Leon sie immer ärgert und auch einen ihrer Freunde bedroht, da steht Mieke für sich und ihren Freund ein. Als Leon ihr Baumhaus zerstört, da rennt sie nicht petzen bei den Erwachsenen, da heckt sie selber eine Racheplan aus, mit dem sie Leon dazu bringen will, ihr Baumhaus zu reparieren. Und als alles aus dem Ruder läuft und es richtig gefährlich wird, da beweist sie Mut.

Das Buch liest sich spannend und schnell, es bietet für die kleinen Leser genug Abenteuer, um sie in den Bann zu ziehen. Und ganz nebenbei vermittelt es wunderschöne Werte. Es zeigt, dass es normal und in Ordnung ist, auch mal etwas anzustellen, dass niemand perfekt ist, dass es aber wichtig ist, im richtigen Moment mutig zu handeln, manchmal über seinen Schatten zu springen und sich für andere einzusetzen.

Die Kinder vom Birnbaumhaus ist ein wunderschöner Sommerroman. 

Kommentare:

  1. Hallo Julia =)

    Ich finde deine Rezension sehr gelungen und schließe mich deiner Meinung an! Uns hat das Buch auch gefallen. Besonders sprachlich fand ich es toll umgesetzt.

    LG
    Anja

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    1. Ja, die Sprache ist schon etwas ganz besonderes!
      LG Julia

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