Mittwoch, 22. Februar 2017

Sean C. Jackson – Von hier nach da – Meditative Labyrinthe


Sean C. Jackson – Von hier nach da – Meditative Labyrinthe

  • Taschenbuch: 64 Seiten
  • Verlag: moses Verlag
  • ISBN-13: 978-3897779341
  • Danke an







Wer kennt sie nicht aus seiner Kinderzeit, die Labyrinth-Bilder, bei denen man einen Weg durch ein Gewirr an Wegen finden muss und dabei mit dem Stift in die eine oder andere Sackgasse fährt. Ich habe das als Kind recht gerne gemacht, später dann nicht mehr. Die kleinen Labyrinthe in Zeitungen oder Rätselbüchern sind ja aber meistens auch recht leicht.

Fasziniert hat mich jetzt die Vorstellung an ein ganzes Buch voll solcher Labyrinthe. Ich war aber auch etwas skeptisch. Ist das nicht viel zu einfach? Und damit zu langweilig?

Nein, das ist es nicht wirklich. Denn im Prinzip sind die Labyrinthe so wie die auf der Kinderseite der Zeitung, aber doch irgendwie auch anders. Zum einen sind sie größer, das Buch ist etwas größer als DinA4. Und dann sind sie auch och bunt und dreidimensional. Dadurch ist zum einen die Schwierigkeit viel höher als bei den kleinen schwarzweiß-Varianten, die ich von früher kannte, und zum anderen gibt es einfach viel mehr zu entdecken, macht es mehr Spaß, die Bilder anzuschauen.
Die Szenarien sind dabei vielfältig, es gibt Städtemit Wohnhäusern, Gärten, Burgen, Insel n und viel mehr. Mal rund, mal eckig, mal mit dickeren Wegen, mal mit dünnen, für Abwechslung ist wirklich gesorgt.

 Das Buch rät übrigens dazu, die Wege nur mit den Fingern abzufahren, so kann man es immer wieder benutzen.

Ich habe noch nicht alle Wege gesucht und gefunden, aber zwischendurch tauche ich immer mal wieder ein in die Welt der Labyrinthe und fühle mich zurückversetzt in meine Kindheit. Allerdings verlaufe ich mich heute viel öfter als früher. Und genau deswegen ist es für mich nicht so richtig entspannend und meditativ. Spaß macht es aber trotzdem.

Sonntag, 19. Februar 2017

Interview mit Papilonia

(c) Papilonia


Heute habe ich mal etwas anderes für euch als sonst, nämlich ein Interview. Und zwar nicht mit einem Autoren, sondern mit einer kreativen Person, die so allerlei rund ums Buch herstellt und verkauft, nämlich mit Jasmin von Papilonia.






Hallo Jasmin,

du hast dein Hobby zum Nebenberuf gemacht und verkaufst verschiedene selbstgemachte Produkte. Wie kam es dazu?

Ich bin schon immer künstlerisch veranlagt. Ich habe meinen Abschluss in Kunst gemacht, demnach verfolgt mich das schon immer J Nachdem ich hauptberuflich einen sehr „trockenen“ Job mache, brauche ich das als Ausgleich. Bis Oktober 2015 war ich nebenberuflich Nageldesignerin. Da ich schon damals immer wieder meinen Schmuck und meine Buchhüllen und Lesezeichen selbst gemacht habe, haben meine Kundinnen das gesehen und dann wurde auch mal gefragt, ob man das bei mir auch kaufen kann. Und nachdem mir das aber keinen Spaß mehr gemacht hat – nach 10 Jahren – habe ich meinen Nageltisch in eine Werkbank umgetauscht und mache jetzt nur noch das.
Dein Shop heißt Papilonia. 

Hat dieser Name eine besondere Bedeutung oder Geschichte?

Ja, hat es tatsächlich. Ich liebe Schmetterlinge. Sie begleiten mich schon mein ganzes Leben. Hab mir sogar mit 13 mein erstes Schmetterlingstattoo machen lassen J Und da ich dann irgendwas als namen wollte das mit Schmetterlingen zu tun hat, habe ich mich für Papilonia (abgeleitet vom französischen Papillon) entschieden J

(c) Papilonia
Dein Repertoire umfasst viele Produkte für Lesesüchtige wie Leseknochen, Buchtaschen und auch Lesezeichen. Darf ich davon ausgehen, dass Bücher eine große Rolle in deinem Leben spielen?

Ja, ich lese für mein Leben gern. Schon als Kind war das für mich die Art von dem Alltag wegzukommen und in andere Welten zu tauchen J Ich weiß sogar noch mein erstes Buch – Der kleine Prinz. Und auch dieser begleitet mich mein ganzes Leben J Und da ich so viel Lese und so gerne, habe ich auch einen eigenen Bücherblog J


Was findet sich denn außerdem noch in deinem Programm?

Ich mache eigentlich alles wofür ich die Zutaten habe. Schmuck, Leseaccessoires, Leseknochen, Uhren, Rosenkränze, Piercings (also Tunnel und Plugs mit selbstdesignten Anhängern) und genähtes von der Buchtasche bis hin zum Beutel.
(c) Papilonia

Hast du ein Lieblingsprodukt?

Ja, mein selbstdesigntes VerlierMeinNich. Das habe ich sogar zum Gebrauchswarenmuster angemeldet J Da bin ich schon sehr stolz drauf. Es ist ein verstellbares Lesezeichen das man in das Buch geben kann und in der Tasche nicht verloren geht.




Zur Herstellung deiner Produkte kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Macht dir eine davon besonders viel Spaß? Oder ist es gerade die Abwechslung von Nähen und dem Basteln mit verschiedensten Materialien, die dir Spaß machen?

Ich mag die Abwechslung. Am liebsten mag ich es aber neue Projekte zu testen. Neue Herausforderungen zu testen J Das mag ich besonders. Aber ansonsten ist für mich alles toll. Die Abwechslung finde ich gut. Dauerhaft immer nur das Gleiche zu machen würde mich aber wahnsinnig machen J

Nimmst du auch Auftragsarbeiten an?

Ich bestehe fast nur aus Auftragsarbeiten. Ich mag diese Massenprodukte nicht so. Klar biete ich das auch hin und wieder an, aber meine Fähigkeit – wenn man das so sagen kann – liegt darin, dem Kunden mit den wenigen Angaben, die er mir gibt, mit einem Lächeln zu bestücken J Deswegen biete ich auch zu 95 % nur auf Facebook an. Viele fragen immer, warum ich keinen Shop habe. Aber da ich eben fast nur personalisierte Sachen mache, ist ein Shop mehr was für Designer, die ihr festes Sortiment haben.

Seit kurzem verkaufst du auch im neu eröffneten Shop Fanzauber, in dem signierte Bücher und  verschiedene Produkte rund ums Buch angeboten werden. Wie wurdest du auf das Projekt aufmerksam?

Ramona und ich sind schon länger auf Facebook befreundet. Und da sie meine Produkte kennt, hat sie mich kurzer Hand angesprochen, ob ich dabei sein will.

War für dich gleich klar, dass du dabei sein möchtest? Was gefällt dir besonders an der Idee des Shops?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon ein bißchen darüber nachgedacht. Es gibt ja nun schon so viele Shops wo selbstgemachte Dinge angeboten werden. Aber die Idee, dass man alles für Lesesüchtige auf einem Haufen bekommt finde ich toll. Mal sehen wie es sich entwickelt.

Ich danke dir für das Interview und wünsche dir noch viele kreative Stunden!

Vielen lieben Dank für die Fragen, es hat mir Spaß gemacht. J


Wer neugierig geworden ist, findet Papilonia und ihre Produkte im Fanzauber Onlineshop, bei Facebook und bei dawanda

Donnerstag, 9. Februar 2017

Thomas Thiemeyer – Evolution – Der Turm der Gefangenen


Thomas Thiemeyer – Evolution – Der Turm der Gefangenen


Audio CD: 460 Minuten
ISBN-13: 978-3945986394
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren




Mit letzter Kraft hatten sich die aus der Zeit gefallenen Jugendlichen am Ende des ersten Bandes in die Stadt der Überlebenden gerettet. Hier hoffen sie, sich etwas erholen zu können und auch mehr darüber zu erfahren, ob es Möglichkeiten gibt, wieder zurück in ihre Zeit zu kommen. Ihre Hoffnung steigt, als sie erfahren, dass sie nicht die ersten Zeitspringer sind. Doch die Oberen der Burg scheinen nicht zu wollen, dass sie etwas davon erfahren. Und Ärger und Gefahr droht nicht nur von den Burgbewohnern, auch untereinander entsteht Zwietracht. Außerdem  sind da ja immer noch die Squids und die Tiere, mit deren Angriffen immer gerechnet werden muss.

 Band 2 der Trilogie, die in der Zukunft spielt, knüpft direkt an Band 1 an. Wer den nicht kennt, ist in diesem Werk verloren. Bei wem die Lektüre schon etwas her ist, der bekommt im Laufe der Geschichte aber genug Informationen, um sich schnell wieder hineinzufinden und sich an das Wichtigste zu erinnern.

Ich war auf jeden Fall total schnell wieder in der Geschichte, tatsächlich sogar viel schneller als in Band 1. Schließlich kennt man jetzt schon die Gruppe der Jugendlichen und die Umgebung, in der sie gelandet sind. Eine ausführliche Vorstellung von Personen und Welt kann somit entfallen und man startet sofort mitten ins Abenteuer. Das ist, wie man es von Thomas Thiemeyer kennt, rasant und voller Action. Mal wieder schafft er es, Abenteuer und Wissen zu einem spannenden Werk zu verknüpfen. Evolution, Mythologien, Physik… die Mischung ist wieder äußerst faszinierend. Und das Thema der Ausgrenzung und Unterdrückung von Bevölkerungsgruppen, das eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, ist leider sehr aktuell.

Neben vielen wissenschaftlichen und technischen Fakten kommt auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz. Die Beziehungen zwischen der Gruppe Jugendlicher und auch zu den Bewohnern der Stadt entwickeln sich weiter. Die Charaktere agieren dabei nachvollziehbar, sie sind weitgehend glaubwürdig und realistisch, auch wenn ich immer noch finde, dass sie sich etwas zu leicht mit ihrer Ausnahmesituation arrangieren. Aber das ist etwas, über das ich gut hinwegsehen kann, denn eigentlich habe ich gar keine Zeit, darüber nachzudenken oder mich zu wundern – viel zu tief bin ich in der Geschichte und fiebere mit Jem, Lucie und ihren Freunden mit.

Besonders leicht wurde mir das Eintauchen in die fremde Welt auch diesmal wieder durch die grandiose Umsetzung der Geschichte als Hörbuch gemacht. Wie schon im ersten Band beweist Mark Bremer hier wieder sein können. Allen Charakteren und Situationen verleiht er genau die richtigen Stimmen und Stimmungen. Gebannt hört man seinen Erzählungen zu, kann kaum abschalten. So vergehen die etwa 8,5 Stunden wie im Flug.

Der Turm der Gefangenen ist ein zweiter Band, der keinerlei Längen und Langeweile aufweist, wie das sonst oft bei den mittleren Bänden ist. Er erzählt ein ganz eigenes Abenteuer, ist komplett anders als der Auftaktband und passt doch wunderbar zu ihm. Er lässt einen in ein Abenteuer versinken und macht neugierig auf Band drei. Ich bin sehr gespannt auf das Showdown, von dem ich wirklich keine Ahnung habe, wie es aussehen wird. Thomas Thiemeyer hat es mal wieder geschafft, mich zu fesseln und neugierig auf mehr zu machen.

Wer Band 1 kennt, sollte sich Band 2 nicht entgehen lassen!